Erste Fragen vor dem Hausbau

Die wichtigsten Fragen vor dem Hausbau im Überblick 

Bevor es mit dem Hausbau losgehen kann, müssen sich Bauherren und -herrinnen einige Fragen stellen, die die Finanzierung, die Gestaltung und die Art und Weise, wie gebaut werden soll, betreffen. Mit einer guten Planung und konkreten Vorstellungen kommen zukünftige Hausbesitzer und -besitzerinnen in der Regel schneller und einfacher an ihr Ziel. Welche Fragen und Antworten dafür vor dem Hausbau relevant sind, erfährst du hier. 

Welche Fragen sollte ich zur Finanzierung klären?

Als ersten Schritt vorm Hausbau müssen die Finanzen bzw. die Finanzierung geklärt werden. In den wenigsten Fällen verfügen Hausbauende über ausreichend eigene Mittel, um die hohen Kosten für Grundstück und Bau zu decken. Ohne entsprechende Fremdfinanzierung geht der Hausbau also gar nicht – dazu wird von den Banken vor der Baufinanzierung in der Regel die Kreditwürdigkeit der Bauherren und -herrinnen geprüft. Bauherren und -herrinnen sollten folgende Fragen für sich und den potenziellen Kreditgeber beantworten: 

  1. Wie viel Kredit kann ich von meiner oder einer anderen Bank bekommen? 

Es kann sinnvoll sein, sich von mehreren Kreditanbietern und Banken beraten zu lassen, um das perfekte Finanzierungsangebot für sich zu finden. Teilweise gibt es auch die Möglichkeit, dass unabhängige Finanzberater und -beraterinnen eingesetzt werden, die das für die Bauherren und -herrinnen mit übernehmen. 

  1. Wie viel Eigenkapital habe ich für den Hausbau zur Verfügung? 

Dabei ist mit Eigenkapital nicht nur das Ersparte in bar gemeint. Zum Eigenkapital zählen auch andere Vermögensgegenstände wie Aktien, Kunstwerke oder das Guthaben auf einem Bausparvertrag. In der Regel werden auch Eigenleistungen, die Bauherren und -herrinnen auf der Baustelle einbringen, bis zu einem gewissen Anteil als Eigenkapital gezählt.  

  1. Wie viel Haus kann ich mir leisten?

Eine zentrale Frage vor und für die Finanzierung ist: Wie viel Haus kann ich mir überhaupt monatlich und über die gesamte Kreditlaufzeit leisten? Dazu müssen Hausbauende ihr gesamtes Vermögen berechnen und das monatliche Plus, was für die Kreditrate übrig bleibt. Wie viel Haus Mann oder Frau sich leisten kann, hängt von vielen Faktoren ab.

  1. Welche Konditionen bietet mir die Bank? 

Hier ist es wichtig, das beste und günstigste Angebot für sich herauszuholen. Vor allem auf die aktuellen und zukünftigen Zinsen sollten Hausbauende hier genau achten. 

  1. Kann ich Förderungen für meinen Hausbau beantragen?

Hausbauende werden bei der Finanzierung auch durch staatliche Einrichtungen wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle mit zinsgünstigen Krediten oder Zuschüssen gefördert. Vor allem für energiesparende Gebäude und Anlagen bekommen Bauherren und -herrinnen ein staatliches Extra.

  1. Bin ich im Zahlungsausfall abgesichert?

Es kann immer wieder passieren, dass unvorhersehbare Ereignisse wie kurzfristige Arbeitslosigkeit oder im schlechtesten Fall Arbeitsunfähigkeit eintreffen. Wer dann eine Baufinanzierung aufgenommen hat, der sollte für diese Fälle abgesichert sein. Es gibt verschiedene Versicherungen, die Bauherren und -herrinnen dafür abschließen können. 

Welche Fragen sollte ich zur Bauweise und dem Haustyp stellen?

Nachdem die grundsätzliche Finanzierung geklärt ist, kann das Traumhaus weitere Form annehmen. Jetzt müssen Bauherren und -herrinnen überlegen und abwägen, was finanziell möglich ist, welcher Haustyp und welche Bauweise es sein soll: 

  1. Welchen Haustypen bevorzuge ich?

Ein frei stehendes Einfamilienhaus bietet viele Vorteile – in der Regel haben Hausbesitzer und -besitzerinnen viel Platz, sind frei in der Gestaltung und unabhängig von der Nachbarpartei. Dafür wird grundsätzlich auch ein größeres Grundstück benötigt. Bei einem Doppel- oder Reihenhaus sieht das schon wieder anders aus, die können auch schon auf kleinen Grundstücken realisiert werden.

  1. In welcher Bauweise soll mein Haus gebaut werden?

Soll es lieber ein Haus in Massivbauweise werden, ein Fertighaus oder doch eher das Architektenhaus? Je nach Budget und individuellen Vorstellungen können sich Hausbauende für die verschiedenen Bauweisen entscheiden, die ihre ganz eigenen Vor- und Nachteile haben.

  1. Möchte ich ein energetisches Haus bauen und wenn ja, welches?

Energieeffizientes Bauen gehört heutzutage mittlerweile zum Standard, vor allem, weil viele Hausbauende die staatlichen Förderungen als finanzielle Unterstützung nutzen wollen. Gemäß der Standards der KfW können jedoch unterschiedliche Typen von Effizienzstandards unterschieden werden oder auch das Passivhaus.  

  1. Möchte ich Eigenleistung am Bau einbringen?

Durch verschiedene Ausbaustufen können Bauherren und -herrinnen entscheiden, wie viel Eigenleistung sprich Arbeit sie selbst auf ihrer Baustelle einbringen. Dabei kann bei verschiedenen Baupartnern zwischen einem schlüsselfertigen Haus, dem Ausbau- oder Mitmach- und dem Bausatzhaus gewählt werden. Die Ausbaustufen kennzeichnen den Grad der Fertigstellung des Hauses. Durch ein Bausatzhaus können Bauherren und -herrinnen einiges an Geld einsparen, allerdings müssen sie viel Zeit und handwerkliches Know-how einbringen. 

  1. Wie soll mein Haus von außen aussehen?

Welche Fassadengestaltung bevorzuge ich? Was für eine Dachform und -eindeckung gefällt mir? In welchem Stil soll mein Haus gebaut werden? Mit den Antworten auf diese Fragen nimmt das Haus konkrete Gestalt an. Obwohl die Entscheidung für Dacheindeckung und Fassadenstil aufgrund der großen Auswahl sehr schwierig werden kann.

  1. Wo finde ich Ideen und Inspirationen für mein Haus?

Wer noch keine konkrete Vorstellung für seine eigenen vier Wände hat, der sollte sich zunächst Inspirationen suchen und sich eventuell Musterhäuser, Projekte von Familien und Freunden anschauen oder ein Gespräch mit einem Architekten oder einer Architektin suchen.

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Welche Fragen sollte ich mir zu einem Baupartner stellen?

Wer mit einem Baupartner zusammenarbeiten möchte, der sollte sich nicht nur ausreichend über die Referenzen und Co. informieren, sondern auch die geforderten Leistungen klar und eindeutig im Vertrag formulieren. Was für Fragen sollten sich Hausbauende zu den Baupartnern stellen?

  1. Mit welchem Baupartner möchte ich zusammenarbeiten?

Die zentrale Frage ist, welcher Baupartner es werden soll. Es kommen Bauträger, Generalüber- und Generalunternehmer sowie Fertighaushersteller infrage. Bei den Letzteren benötigen Bauherren und -herrinnen jedoch ein Grundstück. Beim Bauträger ist das anders, der stellt Grundstück und fertiges Haus. Bauherren und -herrinnen sind jedoch nur Käuferpartei und nicht Bauherren im engeren Sinne.

  1. Ist der Baupartner vertrauenswürdig und hat er ein positives Image?

Auf den Baupartner sollte Verlass sein, deswegen ist es wichtig, dass Bauherren und -herrinnen bei der Auswahl und der Vertragsgestaltung zweimal hinschauen. Schließlich hängt davon der Hausbau ab, wenn das ganze Projekt mit dem einen Hauspartner angegangen wird.

  1. Welche Leistungen bietet der Baupartner an?

Je nachdem für welchen Baupartner sich Hausbauende entscheiden, bieten diese unterschiedliche Leistungen an, die vorher vertraglich klar und detailliert festgelegt werden müssen. Egal ob Rund-um-Service oder nur einzelne Gewerke, wer sichergehen möchte, hält alles schriftlich fest.

  1. Was ist mit den Kosten und Zahlungen?

Gibt es einen festen Zahlungsplan? An was sind die Zahlungen gebunden? Können Teilzahlungen und Co. vereinbart werden? Bin ich im Insolvenzfall des Baupartners durch Bürgschaften oder Ähnliches abgesichert? Im Hausbauprojekt geht es in der Regel um hohe Summen, deswegen sollten alle Zahlungsmodalitäten stimmen. 

  1. Sind die vertraglichen Bedingungen für beide Parteien einvernehmlich?

Um sich bei den Verträgen hundertprozentig abzusichern, besteht die Möglichkeit, die Verträge mit den Baupartner von einem unabhängigen Rechtsexperten bzw. einer Rechtsexpertin prüfen zu lassen. Bei ersten Zweifeln über die Vertragsgestaltung sollten Hausbauende aktiv werden und sich Rat von einem Profi einholen. 

Welche Fragen sollte ich zum (zukünftigen) Grundstück stellen?

Die Suche nach einem passenden Grundstück kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Wenn das Traumgrundstück nicht dabei ist, können eventuell auch Baupartner oder Makler und Maklerinnen bei der Suche unterstützen. Vor dem Kauf sollten sich Hausbauende aber immer einen Überblick über die Lage, die Bodenbeschaffenheit und die Eintragungen im Grundbuch des potenziellen Grundstücks verschaffen. Hinsichtlich des Grundstücks sollten sich Hausbauende auf jeden Fall folgende Fragen stellen: 

  1. Entspricht die Lage des Grundstücks meinen Vorstellungen, Bedürfnissen und Wünschen?

Bei Grundstücken ist das entscheidende Kriterium die Lage. Hier sollten Hausbauende sich zweimal fragen, ob das Grundstück allen persönlichen Kriterien entspricht, zum Beispiel Nähe zu Kindergärten, Schulen oder der Arbeitsstelle.

  1. Kann ich mein Traumhaus auf Grundlage des Bebauungsplans realisieren?

Der Bebauungsplan ist das baurechtliche Planungsinstrument der Städten und Gemeinden. Hier werden für bestimmte Gebiete Vorschriften über die Art der baulichen Nutzung, die Hausgestaltung, Abstandsregeln und Co. gemacht. Widersprechen die Vorgaben den Traumvorstellungen, sollten sich Bauherren und -herrinnen lieber weiter umschauen.

  1. Muss das Grundstück erschlossen werden? Wenn ja, welche Maßnahmen und Kosten kommen auf mich zu?

Vor allem in Neubaugebieten oder neu erschlossenem Bauland kann es sein, dass Hausbauende zusätzlich die Erschließung ihres Grundstücks an das öffentliche Strom-, Wasser-, Gas- und Straßennetz übernehmen müssen. Das verursacht zusätzlichen Aufwand und Kosten, die direkt ins Budget eingerechnet werden müssen.

  1. Müssen weitere Maßnahmen (z.B. Abbruch, Baum fällen usw.) unternommen werden?

Stehen auf deinem potenziellen Traumgrundstück Bäume, die gefällt werden müssen oder eine Ruine, die abgerissen werden muss? Auch Altlasten im Boden können hohe Kosten nach sich ziehen. In vielen Fällen können solche Maßnahmen das Hausbauprojekt gefährden, weswegen ein Bodengutachten vor dem Kauf besonders sinnvoll ist. Muss ein Abriss vorgenommen werden, können Hausbauende die Kosten von Experten und Expertinnen einschätzen lassen, um eine gute Kalkulationsgrundlage zu bekommen. 

  1. Gibt es irgendwelche (problematischen) Eintragungen im Grundbuch?

Das Grundbuch ist die Visitenkarte des Grundstücks – hier lassen sich Eintragungen über Eigentumsverhältnisse, Grunddienstbarkeiten und Grundschulden finden. Wenn der Nachbar beispielsweise ein Wegerecht hat, dann finden zukünftige Hausbauende das im Grundbuch ihres Grundstücks.

Clever in den Hausbau starten – Checkliste mit Fragen und Antworten!

Fertige dir deine eigene Checkliste mit den oben genannten Fragen und deinen Antworten an, so bekommst du einen guten Überblick über das, was du dir von deinem Traumhaus wünscht und wie du die Finanzierung, den Bau und Co. planen und gestalten möchtest. Das ist zentral für dein gesamtes Hausbauprojekt, das dich voraussichtlich über einen längeren Zeitraum begleiten wird. Je konkreter deine Vorstellungen schon vor dem Hausbau sind, desto besser kannst du in deine neue Wohnzukunft starten!

Veröffentlicht am 
18.2.2022

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