Bauzinsen 2024: Auswirkungen, Einflussfaktoren & Entwicklung
7/3/2024

Bauzinsen 2024: Auswirkungen, Einflussfaktoren & Entwicklung

Ein Hausbau oder -kauf gehört zu einer der größten finanziellen Herausforderungen, die Menschen eingehen. Deswegen sollten sich angehende Hausbesitzer:innen gut über die Bau- bzw. Immobilienfinanzierung informieren, besonders aber über den aktuellen Bauzins. Der ist nämlich einer der Kostenfaktoren, der die monatliche Belastung ausmacht. Wir haben für dich die Grundlagen des Bauzinses zusammengefasst, inklusive Tipps, wie du den bestmöglichen Bauzins bekommst. 

Was ist der Bauzins?

Wer sich für seinen Immobilienkauf oder Hausbau in Form eines Darlehens Geld von der Bank leiht, muss für dieses Darlehen Zinsen bezahlen. Der entsprechende Zinssatz wird allgemein “Bauzins” genannt.

Der Bauzins wird in der Regel als Prozentsatz angegeben, der auf dem geliehenen Kredit- bzw. dem Restbetrag basiert. Zur Zeit beträgt er im Durchschnitt rund vier Prozent pro Jahr (Stand: 1. Quartal 2024). Das heißt, Bauherr:innen und Immobilienkäufer:innen müssen vier Prozent des geliehenen Betrages jedes Jahr an die Bank als Zinsen zahlen. Die Zinszahlungen erfolgen aber nicht jährlich in einer Summe, sondern monatlich gemeinsam mit der vereinbarten Tilgungsrate. Die monatliche Zahlung wird auch “Annuität” genannt.  

Wie hoch ist der aktuelle Bauzins?

Wir beobachten die Bauzinsen für unseren Referenzkredit* jede Woche. In unserer Chart siehst du, wie sich die Zinsen seit dem letzten Jahr entwickelt haben:

Zur Zeit liegen die Zinsen für unseren Referenzkredit bei rund 4,2 Prozent (Stand: 04.03.2024). *Referenzkredit Baukosten: 500.000 Euro, Eigenkapital: 70.000 Euro, Grunderwerbsteuer: 6,5 %, Notarkosten: 2 %, Tilgung: 2 %, 30 Jahre Zinsbindung, gleicher Zins nach Zinsbindung, keine Sondertilgung, 1-3 Tilgungsanpassungen, inkl. Vermittler

Was ist der Unterschied zwischen dem Sollzins und dem effektiven Jahreszins?

Der Sollzins ist der Zinssatz, den ein Kreditnehmer laut Vertrag für ein Darlehen zahlen muss. Er bildet die Basis für die Berechnung der Zinsen, jedoch ohne Berücksichtigung weiterer Kosten. Der effektive Jahreszins hingegen berücksichtigt zusätzliche Gebühren wie Bearbeitungs- oder Vermittlungskosten. Dieser Zinssatz zeigt die tatsächlichen Kosten des Kredits pro Jahr an und ermöglicht somit einen direkten Vergleich zwischen verschiedenen Angeboten. 

Der Unterschied liegt also darin, dass der Sollzins nur die reinen Zinsen angibt, während der effektive Jahreszins alle Kosten des Kredits inkludiert, was eine präzisere Darstellung der Gesamtkosten ermöglicht.

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Was beeinflusst die Bauzinsen?

Es gibt eine Vielzahl an Faktoren, die die Höhe der Bauzinsen beeinflussen. Neben der allgemeinen Wirtschaftslage oder dem Marktzins bestimmen auch z.B. persönliche Faktoren der Kreditnehmer:innen, wie hoch der Zinssatz letzten Endes ausfällt. 

Zum Beispiel haben folgende Faktoren Einfluss auf die Höhe des Bauzinses: 

  • Bonität der Kreditnehmer:innen: Eine gute Bonität, sprich Kreditwürdigkeit, bedeutet ein geringeres Ausfallrisiko für die Bank, was zu niedrigeren Zinsen führen kann.
  • Eigenkapital: Je mehr Eigenkapital ein:e Kreditnehmer:innen einbringt, desto niedriger können die Zinsen sein.
  • Laufzeit des Darlehens: Kürzere Laufzeiten werden oft mit niedrigeren Zinsen belohnt, da das Ausfallrisiko für die Bank geringer ist.
  • Allgemeine und globale Wirtschaftslage: Der Bauzins kann je nach wirtschaftlicher Lage höher oder geringer ausfallen. Bei anhaltender Inflation z.B. kann er höher ausfallen, um den Kaufkraftverlust auszugleichen. 
Gut zu wissen: Auch der Leitzins, der von der Europäischen Zentralbank (EZB) festgelegt wird, hat einen Einfluss auf die Bauzinsen, wenn auch nur indirekt. Dieser bildet die Basis für andere Zinssätze. Wenn die Zentralbank den Leitzins erhöht, steigen in der Regel auch die Bauzinsen und umgekehrt.

Wie wirken sich Bauzinsen auf die Immobilienfinanzierung aus?

Die Höhe der Bauzinsen spielt eine entscheidende Rolle für potenzielle Bauherr:innen und Immobilienkäufer:innen, da sie direkten Einfluss auf die finanzielle Belastung und die Gesamtkosten ihrer Immobilienfinanzierung haben. 

Bei höheren Bauzinsen steigen die monatlichen Raten für das Darlehen, was die finanzielle Planung herausfordernder macht. Zudem erhöhen sich die Gesamtkosten des Darlehens über die Laufzeit betrachtet, da mehr Zinsen gezahlt werden müssen. Die Wahl zwischen kurzen und langen Laufzeiten wird ebenfalls beeinflusst, da höhere Zinsen möglicherweise längere Laufzeiten erfordern, um die monatlichen Raten zu senken. 

Niedrigere Bauzinsen bieten hingegen eine günstigere Finanzierung, ermöglichen niedrigere monatliche Raten und verringern die Gesamtkosten des Darlehens. Sie können auch die Kaufkraft erhöhen, da eine größere Kreditsumme aufgenommen werden kann. 

Planungssicherheit bieten Festzinsen, die bei niedrigen Bauzinsen stabile monatliche Raten über die gesamte Laufzeit gewährleisten. 

Wie werden sich die Bauzinsen in 2024 entwickeln?

Einige Expert:innen prognostizieren, dass es zu keinem weiteren Anstieg der Bauzinsen im Jahr 2024 kommen wird. Sie gehen davon aus, dass sich der Bauzins eher seitwärts bewegen wird, also dass es nur geringfügige Schwankungen in beide Richtungen geben könnte.

Im Durchschnitt können Bauherr:innen und Immobilienkäufer:innen mit Zinsen zwischen 3 und 4,5 Prozent bei einem 10-jährigen Immobiliendarlehen rechnen. 

Wie sich der Zins in diesem oder aber in den nächsten Jahren tatsächlich entwickeln wird, weiß natürlich keine:r. 

Wie bekomme ich den besten Bauzins?

Der Hausbau ist eine große finanzielle Belastung, deswegen sollten Bauherr:innen versuchen, den bestmöglichen Zinssatz für die Immobilienfinanzierung zu erreichen. Wir zeigen, mit welchen Tipps das möglich ist: 

  1. Verbessere deine Bonität: Das geht z.B. durch eine zuverlässige und rechtzeitige Kredittilgung. So erhöhst du auch deinen SCHUFA-Score, der wichtig für deine Bonität ist. 
  2. Baue Eigenkapital auf: Je mehr Eigenkapital du einbringst, desto attraktiver bist du für Kreditgeber. Baue Ersparnisse auf, um den Eigenkapitalanteil zu erhöhen.
  3. Vergleiche Angebote von verschiedenen Banken: Du kannst dabei auch Online-Vergleichsportale nutzen oder dir von unabhängigen Finanzberater:innen helfen lassen. 
  4. Gehe mit den Banken in Verhandlung: Bessere Konditionen sind oft möglich, besonders wenn Sie ein attraktives Profil als Kreditnehmer haben.
  5. Vereinbare Festzinsen: Wenn du dir Planungssicherheit wünscht, wähle eine längere Zinsbindung, wenn die Zinsen niedrig sind.
Achte auf Flexibilität: Vereinbare Sondertilgungsoptionen, die es erlauben, außerplanmäßige Rückzahlungen zu leisten. Dies kann die Gesamtkosten des Darlehens senken. Aber Vorsicht: Bei manchen Banken kosten Sondertilgungsoptionen extra.

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Über den Autor
Sabrina Wallbaum
Content- & SEO-Managerin
Sabrina ist für alle Inhalte auf hausbaukurs.de und auf sozialen Medien zuständig. Neben ihrem Fachwissen als Immobilienkauffrau lässt sie in unsere Ratgebertexte jede Menge Leidenschaft für das Schreiben und Recherchearbeit einfließen, sodass unsere Leser:innen immer genau die Infos rund um ihr Anliegen finden, die sie gerade benötigen.

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