Modulhaus im Trend: Vorteile, Nachteile & Kosten
9/11/2023

Modulhaus: Modulares Bauen als Trend 2024

Modulares Bauen könnte laut einiger Branchenexpert:innen zu einer der Bauarten der Zukunft werden. Und dass nicht ohne Grund, denn es bietet einige Vorteile, die sich mittlerweile auch die Wohnungsbaubranche bzw. private Bauherr:innen zunutze machen wollen. Wir klären dich darüber auf, was ein Modulhaus ist, welche Vor- und Nachteile es bietet und wie viel das modulare Haus kostet. 

Modulhaus: Was ist das?

Für ein Modulhaus werden Wohnmodule bzw. -boxen in einem Werk (seriell) vorgefertigt. Auf der Baustelle werden die vollständig ausgestatteten Module dann zu einem Modulhaus zusammengesetzt. 

Der Zusammenbau basiert auf dem Baukastenprinzip. Dabei stellt jedes Modul eine Raumeinheit inkl. Decken, Wänden, Türen, Fenstern und Installationen dar. 

In der Regel werden die Module im aufgebauten Zustand zur Baustelle geliefert und vor Ort verankert, miteinander verbunden und angeschlossen. Die Module können je nach Bedarf individuell miteinander kombiniert werden, sei es hinter-, neben- oder übereinander.

Viele Menschen denken beim Modulbau auch an den Containerbau, da Container im Prinzip die gleichen Eigenschaften aufweisen wie die vorgefertigten Wohnmodule. Der größte Unterschied zwischen den Bauarten liegt aber vor allem in den verwendeten Materialien. Für den Modulbau wird vorrangig Holz verwendet, Container bestehen in der Regel aus Metall, Stahl oder recycelten Schiffscontainern. 

Das Besondere an Modulhäusern ist, dass sie je nach Bedarf um weitere Module ergänzt werden können, sodass der Wohnraum beliebig vergrößert oder verkleinert werden kann. Außerdem lassen sie sich in bestimmten Maßen auch transportieren.

Was ist der Unterschied zwischen einem Fertighaus und einem Modulhaus?

Im Gegensatz zum klassischen Fertighaus weist ein Modulhaus einen höheren Grad an Vorfertigung auf. Bei Fertighäusern im Tafelbau-Stil sind in der Regel nur einzelne Wände vorgefertigt, die vor Ort zum äußeren Rahmen des Hauses zusammengesetzt werden.

Bei Modulhäusern hingegen werden die einzelnen Module in der Werkhalle nahezu fertiggestellt, bevor sie zur Baustelle geliefert werden. Darüber hinaus wird alles, was baulich erforderlich ist, parallel erledigt. Das bedeutet, dass das Fundament klassisch vor Ort errichtet wird, während die Module beim Hersteller produziert werden.

Fertighäuser bieten in der Regel mehr Fläche und Gestaltungsfreiheit als Modulhäuser. Die einzelnen Wohnmodule des Modulhauses sind generell nicht größer als 50 Quadratmeter. Beim Innenausbau des Fertighauses lassen sich auch Eigenleistungen einbringen, beim Modulhaus eher nicht.  

Es gibt auch Tiny Houses als Modulhäuser, für diejenigen Menschen, die einen besonders minimalistischen Wohnstil bevorzugen. 

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Wird für ein Modulhaus eine Baugenehmigung benötigt?

Bevor das Modulhaus gestellt werden kann, müssen natürlich bauliche Voraussetzungen geschaffen und in jedem Fall eine Baugenehmigung eingeholt werden. Dazu benötigt das örtliche Bauamt die notwendigen Unterlagen, um das Bauvorhaben zu prüfen. 

Bauherr:innen von Modulhäusern können bereits mit einem Blick in den Bebauungsplan erfahren, ob der Bau eines Modulhauses auf ihrem Grundstück möglich ist. Eine endgültige Genehmigung kann aber nur seitens des Bauamtes erfolgen. 

Modulhaus: Passt das zu mir?

Kleine Familien, Paare, Singles oder Senioren entscheiden sich am häufigsten für diese Art des Wohnens. Mithilfe der vorgefertigten Wohnmodule lässt sich schnell und in der Regel relativ unkompliziert mehr oder weniger Wohnfläche schaffen, indem die Module an das bestehende Gebäude an- oder abgebaut werden. Deswegen sind die Modulhäuser ideal für Menschen, die eine flexible Wohnlösung suchen. Sind die Kinder von zu Hause ausgezogen, so können beispielsweise Module entfernt werden. 

Außerdem eignen sich Modulhäuser dafür, sie gesondert auf das Grundstück zu stellen. So bieten sie Platz für ein Home-Office, ein Gästehaus oder andere notwendige Wohnunterkünfte. 

Modulhäuser werden aufgrund ihrer geringen Bauzeit und ihres günstigeren Preises in aktuellen Zeiten immer beliebter
Modulhäuser werden aufgrund ihrer geringen Bauzeit und ihres günstigeren Preises in aktuellen Zeiten immer beliebter

Wie viel kostet ein Modulhaus?

Grundsätzlich sind Modulhäuser mit einer Wohnfläche von 50 Quadratmetern bereits ab 50.000 Euro erhältlich. Dabei handelt es sich aber eher um Standardmodelle ohne besondere Extras. Im Schnitt müssen Bauherr:innen mit einem Quadratmeterpreis von 2.000 bis 3.000 Euro rechnen. 

Möchtest du als Bauherr:in dann ein anderes Baumaterial oder eine hochwertigere Ausstattung haben, musst du noch einmal zusätzliche Kosten einplanen. Darüber hinaus müssen noch Transportkosten und weitere Baunebenkosten einkalkuliert werden. 

Was sind die Vorteile von Modulhäusern?

Modulhäuser werden immer beliebter bei Bauherr:innen, da sie vor allem günstiger als klassische Massiv- oder Fertighäuser und schnell zu bauen sind. Die Vorteile von Modulhäusern sind: 

  • Schnelle Bauzeit: Durch ihre Vorfertigung in einer Fabrik kann die Bauzeit erheblich verkürzt werden. Die Module können zur Baustelle transportiert und direkt zusammengesetzt werden. 
  • Kostenersparnis: Dadurch, dass die Module oftmals in Serie produziert werden, können sie von den Herstellern günstiger an den Endverbraucher weitergegeben werden. Außerdem können Interessierte theoretisch nur so viele Module kaufen, wie das individuelle Budget hergibt.
  • Flexibilität: Module können in der Regel flexibel an- oder abgebaut werden und ermöglichen so das höchste Maß an Flexibilität, was die persönlichen Wohnbedürfnisse angeht. 
  • Nachhaltigkeit: Modulhäuser werden zum Großteil aus Holz gefertigt, der einen nachwachsenden Rohstoff darstellt.  

Die einzelnen Pro-Argumente können je nach Hersteller und Modell variieren, aber insgesamt bieten Modulhäuser eine attraktive Alternative zum klassischen Massivhaus, insbesondere für diejenigen, die Zeit- und Kosteneinsparungen sowie nachhaltige und flexible Wohnlösungen suchen.

Was sind die Nachteile von Modulhäusern?

Auch wenn die Modulhäuser einige Vorteile bieten, sollte Interessierte nicht die Nachteile außer Acht lassen: 

  • Eingeschränkte Gestaltung: Die Vorfertigung der Module hat Vor-, aber auch Nachteile, z.B. lassen sich so weniger eigene Gestaltungsmöglichkeiten und individuelle Wünsche realisieren. Außerdem berechnen einige Modulhersteller für Extras, die über den Standard hinausgehen, einen höheren Aufpreis. 
  • Baurechtliche Einschränkungen: Nicht in jedem Wohngebiet bzw. auf jedem Grundstück ist es möglich, ein Modulhaus zu bauen. Interessierte müssen sich dazu im Bebauungsplan sowie bei den örtlichen Behörden informieren. 
  • Hohe Baunebenkosten: Um das Modulhaus zur eigenen Baustelle liefern zu lassen, müssen Interessierte mit höheren Transportkosten rechnen, die in jedem Fall bei den Baunebenkosten berücksichtigt werden müssen. 

Neben diesen Nachteilen müssen Bauherr:innen auch bedenken, dass sie im Modulhaus relativ wenig Staufläche haben, da es in der Regel weder Dachboden noch Keller gibt.

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Über den Autor
Sabrina Wallbaum
Content- & SEO-Managerin
Sabrina ist für alle Inhalte auf hausbaukurs.de und auf sozialen Medien zuständig. Neben ihrem Fachwissen als Immobilienkauffrau lässt sie in unsere Ratgebertexte jede Menge Leidenschaft für das Schreiben und Recherchearbeit einfließen, sodass unsere Leser:innen immer genau die Infos rund um ihr Anliegen finden, die sie gerade benötigen.

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