Hausbau: News und Trends KW 16
24/4/2023

Hausbaunews KW 16 (17.04.2023 - 23.04.2023) 

Aktuelle Nachrichten aus der Bau- und Immobilienbranche mit Informationen und Trends für Bauende und alle, die es noch werden wollen.

Neues BGH-Urteil: Reservierungsgebühren bei Maklern sind unzulässig 

Das neue Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) schließt die Erhebung einer Gebühr von Immobilienmakler:innen im Falle einer Reservierung von Kaufobjekten aus. Sofern kein Maklervertrag zustande kommt, sei eine Rückzahlung ausgeschlossen. Nach dem BGH benachteiligen solche Vereinbarungen, die vor allem in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu finden sind, Kund:innen unangemessen. Außerdem bringe die Reservierung keine besonderen Vorteile für die Kund:innen. 

In dem Fall, der dem Urteil zugrunde liegt, ging es um ein Paar aus Sachsen, das ein Einfamilienhaus kaufen wollte. Der Makler verlangte für die einmonatige Reservierung des potenziellen Kaufobjektes rund 14 Prozent der Maklerprovision. Das Paar zahlte die entsprechende Gebühr, erhielt jedoch keine Finanzierungsbestätigung von der Bank, weswegen der Kauf scheiterte. Das Paar wollte die geleistete Gebühr daraufhin zurück, wohingegen der Makler das verweigerte. 

Laut BGH-Urteil dürfen Makler:innen ab sofort keine erfolgsunabhängige Gebühr mehr für Klauseln in den AGs erheben. Konkret heißt dies weiterhin: Käufer:innen müssen nur dann eine Provision zahlen, wenn Makler:innen die Immobilie erfolgreich vermittelt haben.

Die Regelung sei aber nach Meinung von Marc Guericke, Rechtsanwalt aus Koblenz, nur dann unwirksam, wenn die Reservierungsgebühr pauschal in allen Verträgen oder den AGBs vereinbart sei. Es sei möglich, solche Vereinbarungen individualvertraglich zu regeln. 

In der Regel wird die Provision seit 2020 zur Hälfte von der Käuferpartei und zur anderen Hälfte von der Verkaufspartei getragen. Eine Provision kann ein:e Makler:in nur verlangen, wenn erstens mit der Käuferpartei ein Vertrag geschlossen worden und zweitens diese:r am Kaufvertrag aktiv beteiligt gewesen ist. Ein aktuelles Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz schließt ebenfalls die Provision für Makler:innen aus, wenn diese nicht aktiv an der Vermittlung der Kaufimmobilie beteiligt waren.

Quelle: Immobilien: Makler dürfen laut BGH-Urteil keine Reservierungsgebühr kassieren (wiwo.de)

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Junge Generation hat Traum vom Eigenheim 

Laut einer aktuellen Umfrage der Bausparkasse Wüstenrot haben circa 90 Prozent der Generation Z, die heutigen 18- bis 29-jährigen, den Wunsch nach Wohneigentum auf dem Land oder in Kleinstädten. 80 Prozent der rund 660 Befragten aus ganz Deutschland gaben an, dass sie diesen Traum bis zum 35. Lebensjahr erreicht haben wollen. 

Klassische Wohnimmobilien bevorzugt 

Manche:n könnte jedoch erstaunen, dass dabei weniger außergewöhnlichere Objekte wie Tiny Houses oder Lofts gefragt sind: Mehr als 40 Prozent der Befragten würden sich für das freistehende Einfamilienhaus entscheiden. Danach wurden Eigentumswohnungen und Doppel- oder Reihenhäuser genannt, weiß Vorstandsvorsitzender der Bausparkasse Bernd Hertweck. Nahezu die Hälfte der jungen Menschen zieht den Kauf einer gebrauchten Immobilie in Betracht, auch mit Eigenleistung bei Renovierung und Co. 

Generation Y zieht es aufs Land oder in die Kleinstadt 

Circa 60 Prozent der Befragten wollen auf dem Land oder in einer kleinen Stadt mit rund 50.000 Einwohner:innen wohnen. Hertweck erklärt, dass dieser Trend bereits bestehe und in der nächsten Generation voraussichtlich fortgeführt werde. 

Die jungen Befragten gaben an, dass ihnen bei der Traumimmobilie ein Garten und/oder eine große Terrasse/Balkon besonders wichtig sind. Darüber hinaus sollten ein gut funktionierendes Internet, ein gutes ÖPNV-Netz und eine schnell zu erreichende (soziale) Infrastruktur vorhanden sein. Der energetische Standard ist ebenso ein entscheidendes Kaufkriterium. 

Quelle: Umfrage: Generation Z wünscht sich Eigenheim - SWR Aktuell

Immobilien in Bayern werden i.T. günstiger

In Bayern sind in der vergangenen Zeit die Preise für Wohnungen und Häuser gefallen. Es sind jedoch große regionale Unterschiede zu verzeichnen. Insbesondere für Häuser und Wohnungen in Ballungszentren und bei energetisch unsanierten Objekten seien die Preise gefallen, wie die Landesbausparkasse (LBS) am letzten Mittwoch mitteilte: 

 „Nach zwölf Jahren mit jährlich steigenden Immobilienumsätzen setzte ab der Jahresmitte 2022 eine Trendwende ein“, so Geschäftsführer der Sparkassen-Immobilienvermittlung Paul Fraunholz. 

Große regionale Unterschiede

Im zweiten Halbjahr des letzten Jahres seien die Immobilienumsätze um 24 Prozent eingebrochen und im ersten Quartal 2023 sogar um 44 Prozent. Die aktuellen Bauzinsen sowie die Inflation sind nur einige Gründe für den Einbruch, erklärt Erwin Bumberger als LBS-Vorstandschef. 

Die Sparkasse bot aktuell die doppelte Anzahl an Objekten an, so Fraunholz. Dabei seien die Preiserwartungen von einigen Verkäufer:innen unrealistisch hoch. Die energetisch unsanierten Gebäude machen rund zwei Drittel der gebrauchten Immobilien aus - bei denen fallen die Kaufpreise besonders. (Neue) Häuser, auf einem hohen energetischen Standard, seien aber sogar teurer geworden, wird der Experte zitiert. Dazu kommen noch starke regionale Unterschiede: „In einigen Landkreisen im Norden und Osten Bayerns kann ein übliches gebrauchtes Einfamilienhaus für unter 300.000 Euro erworben werden“. In Städten wie Aschaffenburg, Erlangen oder Regensburg sowie in Teilen von Oberbayern oder Schwaben müssten Käufer:innen jedoch schon einmal 800.000 Euro für die eigene Immobilie investieren: „In der Stadt und im Landkreis München sowie in den Landkreisen Ebersberg, Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen und Starnberg liegen die Preise üblicherweise bei mindestens 1,2 Millionen Euro”, heißt es von Seiten der LBS.  

Zehn-Jahres-Vergleich: Preise für gebrauchte Immobilien verdoppeln sich

Nach Fraunholz haben sich die Preise für die bayerischen Gebrauchtimmobilien im Vergleich zu vor zehn Jahren nahezu verdoppelt. Die hohen Preise dürften seiner Meinung nach auch so bleiben: Gründe dafür sei unter anderem die Zuwanderung aus anderen Bundesländern, die die Nachfrage nach Wohnraum weiter antreiben würde. Neu gebaut wird jedoch durch die aktuell anhaltenden Probleme weniger. 

Quelle: Immobilien in Bayern: Kaufpreise sinken teilweise deutlich (msn.com)

Über den Autor
Sabrina Wallbaum
Content- & SEO-Managerin
Sabrina ist für alle Inhalte auf hausbaukurs.de und auf sozialen Medien zuständig. Neben ihrem Fachwissen als Immobilienkauffrau lässt sie in unsere Ratgebertexte jede Menge Leidenschaft für das Schreiben und Recherchearbeit einfließen, sodass unsere Leser:innen immer genau die Infos rund um ihr Anliegen finden, die sie gerade benötigen.

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