Hausbau: News und Trends KW 47
27.11.2023

Hausbaunews KW 47 (20.11.2023 - 26.11.2023) 

Aktuelle Nachrichten aus der Bau- und Immobilienbranche mit Informationen und Trends für Bauende und alle, die es noch werden wollen.

KfW stellt einige Wohn- und Bauprogramme ein

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe beeinflusst auch die Förderprogramme der KfW. Die staatliche Förderbank setzt vorübergehend einen Antrags- und Zusagestopp für vier Programme im Bereich Wohnen und Bauen um. 

Dies ist eine Reaktion auf das Haushaltsurteil aus Karlsruhe. Die Förderbank gab bekannt, dass es ab sofort und bis auf Weiteres in Absprache mit dem Bundesbauministerium nicht mehr möglich ist, Anträge für diese Programme zu stellen und alle bisher eingegangenen Anträge können nicht mehr zugesagt werden.

Schon bestätigte Förderdarlehen und Investitionszuschüsse dieser Programme seien davon nicht betroffen. Die betroffenen Programme sind das "Altersgerecht Umbauen"-Programm, das Förderprogramm "Energetische Stadtsanierung", die Förderung des genossenschaftlichen Wohnens sowie das BMWSB-Härtefallprogramm für Wohnungsunternehmen aufgrund gestiegener Energiekosten.

Es besteht auch die Möglichkeit, dass weitere Programme der Förderbank betroffen sein könnten. Die KfW teilte mit, dass sie im Austausch mit allen auftraggebenden Ressorts stehe, um festzustellen, ob der Antrags- und Zusagestopp auch auf andere Programme ausgedehnt werden soll. Die Förderbank erhält Geld von verschiedenen Bundesministerien, das für Investitions- oder Tilgungszuschüsse verwendet wird. Derzeit prüfen die jeweiligen Ministerien, ob und welche Haushaltstitel, die sie für KfW-Förderung verwenden, von der Ausgabensperre betroffen sind, erklärte die Förderbank.

In der letzten Woche erklärte das Bundesverfassungsgericht die Umschichtung von 60 Milliarden Euro im Haushalt 2021 für nichtig. Das Geld war ursprünglich als Corona-Kredit genehmigt worden, sollte jedoch nachträglich für den Klimaschutz und die Modernisierung der Wirtschaft verwendet werden. Gleichzeitig entschieden die Richter, dass der Staat Notlagenkredite nicht für spätere Jahre auf Vorrat zurücklegen dürfe. Daraus folgt, dass weitere Summen in Milliardenhöhe für zukünftige Projekte gefährdet sind.

Quelle: Haushaltsurteil: KfW stoppt vorerst Anträge für mehrere Wohn- und Bauprogramme | ZEIT ONLINE

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Prognose: 2024 halten sinkende Immobilienpreise an 

Durch die geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) haben die Immobilienpreise um über 10 Prozent abgenommen. Prognosen einiger Analyste:innen deuten darauf hin, dass im kommenden Jahr ein noch stärkerer Rückgang zu erwarten ist, größer als bisher erwartet. 

Die geldpolitischen Entscheidungen der EZB haben Auswirkungen auf die Käufer:innen von Immobilien, die nun mit höheren Zinsen auf dem Wohnungsmarkt konfrontiert werden. Das führt dazu, dass immer weniger potenzielle Käufer:innen bereit sind, eine Immobilie zu erwerben, was wiederum zu einem weiteren Rückgang der Preise führt, und das stärker als ursprünglich erwartet.

Für das kommende Jahr prognostizieren Expert:innen einen durchschnittlichen Rückgang der Wohnimmobilienpreise in Deutschland um 2,8 Prozent. Die vierteljährlich von der Nachrichtenagentur Reuters befragten 14 Immobilienanalyst:innen gehen davon aus, dass die Preise im laufenden Jahr sogar um 8,0 Prozent sinken werden, was deutlich mehr ist als die bisher angenommenen minus 5,6 Prozent.

Seit dem höchsten Stand im letzten Jahr sind die Preise für Immobilien in der größten Volkswirtschaft Europas um mehr als zehn Prozent gesunken. Der Hauptgrund dafür liegt in den geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB), die den Leitzins innerhalb von anderthalb Jahren von 0 auf 4,5 Prozent angehoben hat, womit die Jahre ungewöhnlich geringer Kreditkosten beendet wurden. 

Analyst Sebastian Schnejdar von der BayernLB kommentierte: "Die höheren Zinsen haben etwa die Hälfte aller potenziellen Käufer vom Wohnungsmarkt verdrängt." Zusätzlich dazu gab es einen spürbaren Anstieg der Nebenkosten für Heizung, Strom und kommunale Abgaben, was die Gesamtkosten für Hausbesitzer:innen weiter erhöhte. Dies wird voraussichtlich in den kommenden Jahren zu weiteren Preisrückgängen auf dem deutschen Wohnungsmarkt führen. Carsten Brzeski, der Chefvolkswirt der ING, sagte: "Das neue Zinsumfeld wird es für mehr Menschen unmöglich machen, eine Immobilie zu kaufen."

Laut zehn von 14 befragten Expert:innen wird das Angebot an preisgünstigen Wohnungen in den nächsten zwei bis drei Jahren voraussichtlich weiter abnehmen. In Berlin beträgt die Leerstandsquote beispielsweise weniger als ein Prozent. Die Anzahl der erteilten Baugenehmigungen für neue Wohnungen ist im laufenden Jahr erheblich zurückgegangen. Zwischen Januar und September verzeichnete man einen Rückgang um 28,3 Prozent auf 195.100 Wohnungen.

Quelle: Immobilienpreise sinken auch 2024 weiterhin (wiwo.de)

Bauherren-Schutzbund fordert nach Urteil des Bundesverfassungsgerichts klare Aussagen für Bauherren

Der Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) drängt die Bundesregierung nach dem jüngsten Urteil des Bundesverfassungsgerichts darauf, schnellstmöglich Klarheit darüber zu schaffen, ob und in welchem Umfang im Jahr 2024 und den Folgejahren noch mit staatlicher Förderung zu rechnen ist.

Florian Becker, Geschäftsführer des BSB, erklärt: "Wir haben ein Jahr hinter uns, das von großer Verunsicherung und in der Folge von Zurückhaltung beim Neubau und der Gebäudesanierung geprägt war“. Außerdem sagt er weiter: „Die zähen Diskussionen um das sogenannte Heizungsgesetz haben viele Verbraucher:innen verunsichert und verschreckt. Im Neubau war das Familienförderprogramm völlig praxisfern konzipiert und konnte somit keine Wirkung entfalten. Das jetzige Urteil des Bundesverfassungsgerichts stellt wieder alles in Frage. Keiner weiß genau, was ab 2024, also in sechs Wochen gelten wird.“  Bau- und Sanierungsvorhaben erfordern eine langfristige Planung. Damit das kommende Jahr nicht für den Klimaschutz im Gebäudebereich verloren geht, müssen das Klimaschutz- und Bauministerium klare Stellung beziehen und gewährleisten, dass die geplanten Fördermaßnahmen für den Heizungstausch und die Gebäudesanierung ab Januar abrufbar sind.

Auch im Bereich der Wohneigentums- und Neubauförderung herrscht große Unsicherheit. Derzeit sei das angekündigte Bundesprogramm "Jung kauft alt" von Bundesbauministerin Geywitz für viele eher unrealistisch. Es ist ebenfalls unklar, ob die Mittel für die Unterstützung des KfW-Programms "Klimafreundlicher Neubau" im Jahr 2024 auf dem Niveau dieses Jahres bleiben werden. Becker merkt an: "Hier ist zu bedenken, dass in 2023 das Fördervolumen nicht ausgereicht hat und der Bund schon Mitte des Jahres nachlegen musste. Es ist zu befürchten, dass der Etat für das nächste Jahr nicht angepasst wird und der Fördertopf spätestens zur Jahresmitte leer sein wird", so Becker. 

Quelle: Bauherren-Schutzbund fordert Klarheit für Bauherren nach Urteil des Bundesverfassungsgerichts | BSB (bsb-ev.de)

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Über den Autor
Sabrina Wallbaum
Content- & SEO-Managerin
Sabrina ist für alle Inhalte auf hausbaukurs.de und auf sozialen Medien zuständig. Neben ihrem Fachwissen als Immobilienkauffrau lässt sie in unsere Ratgebertexte jede Menge Leidenschaft für das Schreiben und Recherchearbeit einfließen, sodass unsere Leser:innen immer genau die Infos rund um ihr Anliegen finden, die sie gerade benötigen.

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