Hausbau: News und Trends KW 30
31.7.2023

Hausbaunews KW 30 (24.07.2023 - 30.07.2023) 

Aktuelle Nachrichten aus der Bau- und Immobilienbranche mit Informationen und Trends für Bauende und alle, die es noch werden wollen.

Deutsche Häuser nicht ausreichend mit Solaranlagen und Wärmepumpen ausgestattet

Ökostrom-Anbieter Lichtblick hat Häuser in Deutschland auf die sieben Schlüsseltechnologien für die grüne Energiewende untersucht. Dazu entwickelte das Unternehmen einen Index, der die Technologien gewichtet und ihre aktuelle Verbreitung mit dem dazugehörigen Potential vergleicht. Der Prosumer-Index ist im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent gestiegen. Aktuell beträgt er 11,6 von 100 Punkten. 100 Punkte entsprechen einer Vollausstattung aller deutschen solarfähigen Eigenheime mit den sieben Schlüsseltechnologien. 

18 Prozent der insgesamt elf Millionen solarfähigen Eigenheime sind mit PV-Anlagen ausgestattet. Wärmepumpen, die mit Strom betrieben werden, gibt es in zehn Prozent der deutschen Häuser. Mit elf Prozent sind Wallboxen, mit jeweils sechs Prozent Heimspeicher und Energiemanagementsysteme sowie mit einem Anteil von fünf Prozent Elektroautos vertreten. 2022 sei der Zubau von allen Technologien stark angestiegen. 

Ralph Kampwirth als Sprecher von Lichtblick dazu: “Die hohen Energiepreise beschleunigen die Energiewende im Eigenheim. Wir erleben einen Rekord-Zubau bei Solaranlagen, Wärmepumpen und Heimspeichern.” Aber: “Das Potenzial wird bisher kaum ausgeschöpft”, so Kampwirth. 

Am kritischsten sehen die Autoren der Studie den mangelnden Ausbau des Smart-Meter-Netzes. Dieses sei laut Spiegel Online dafür verantwortlich, dass das Haus intelligent mit dem Stromnetz verbunden werden könne. 

Ein Haus, welches mit einem Großteil der Schlüsseltechnologien ausgestattet ist, mache sich laut Analyse unabhängig von den Energiepreisen. Das führe nach einer Modellrechnung in einem sanierten Bestandsobjekt zu einer Kostenersparnis von rund 49 Prozent (circa 51.000 Euro). Im Neubau läge die Ersparnis bei bis zu 40 Prozent (entspricht 44.000 Euro). 

Quelle: Solaranlagen und Wärmepumpen: Häuser in Deutschland nur unzureichend ausgestattet - DER SPIEGEL

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NRW: Ab sofort entfällt dieser Zuschuss für den Haus- und Wohnungskauf

Für Immobilienkäufer:innen gab es bisher eine Förderung, die dabei unterstützen sollte, die Grunderwerbsteuer zu senken. Nun beendet die Landesregierung das Programm, ohne Ankündigung. 

Die Förderidee von CDU und Grünen war: Wer sich ein Haus oder eine Wohnung bis zu einem Kaufpreis von 500.000 Euro kauft, erhält zwei Prozent des Kaufpreises zurück. Das sollte Käufer:innen entlasten, um den Traum des Eigenheims finanziell attraktiver zu machen. Zu Beginn sollte der Fördertopf eine Summe von 400 Millionen Euro beinhalten, was SPD und Grüne ablehnten. Dennoch kam das Programm zustande. "Damit konnten bis weit in dieses Jahr hinein immerhin mehr als 30.000 Anträge zusätzlich positiv beschieden werden", erklärte Jochen Ritter (CDU) als Sprecher für Bauen und Wohnen. 

Plötzlich keine Entlastung mehr 

Ab 14.07. gehen Immobilienkäufer:innen jedoch leer aus, da die Förderung ohne offizielle Meldung des Finanzministeriums ausgesetzt wurde. Laut WDR sei nur auf der Internetseite der auszahlenden NRW.Bank ein kurzer Hinweis zu finden, der das Aus verkündet. 

Auch die eigentliche Fördersumme musste auf 340 Millionen Euro gemindert werden. Finanzpolitiker der Landtagsgrünen, Simon Rock, erklärt: “Der schwarz-grünen Landesregierung bleibt aufgrund der angespannten Haushaltslage und des damit einhergehenden Spardrucks leider aktuell keine andere Option”. 

Nach WDR-Angaben seien etwa 50.000 Anträge eingegangen, die mit einer durchschnittlichen Förderung von 6.500 Euro einhergehen. 

Kritik von seiten der Opposition

Die gesamte Landtagsopposition ist sich über die plötzliche Einstellung des Förderprogramms einig und äußert scharfe Kritik: “Von der Landesregierung gab es keine Kommunikation, keine Ankündigung, nichts. Diese Verweigerung jeglicher Transparenz ist ein Unding",so Christian Dahm (SPD). Familien seien auf diese Unterstützung angewiesen. 

Die AfD ist gleicher Meinung und setze sich gleichzeitig für eine Absenkung der Grunderwerbsteuer ein. Carlo Clemens (AfD) dazu: "Diese Landesregierung hat kaum Interesse, den Traum vieler Familien von den eigenen vier Wänden substanziell zu fördern.”

Bund der Steuerzahler setzt sich für Käufer:innen und Bauherr:innen ein

Eberhard Kanski als Vertreter vom Bund der Steuerzahler in NRW kritisiert: “Solange bei uns der bundesweit höchste Grunderwerbsteuersatz von 6,5 Prozent beibehalten wird, zerstört die Landesregierung mit der Beendigung des Förderprogramms den Traum zahlreicher Familien vom Wohneigentum.” Kanski erklärt, dass das Finanzministerium im Dezember  angekündigt habe, das Förderprogramm solange weiterzuführen, bis der Fördertopf leer sei. "Wir fordern den Finanzminister dringend auf, diese Zusage einzuhalten und das Vertrauen der Bürgerschaft in die Landesregierung nicht fahrlässig zu verspielen."

Quelle: Plötzlich kein Zuschuss mehr zum Haus- und Wohnungskauf - Landespolitik - Nachrichten - WDR

Mehrheit der Immobilienkäufer:innen will abwarten

Eine Befragung des Immobilienmaklers Homeday, an der 5000 Immobilien-Interessierte teilgenommen haben, zeigt, dass ein Großteil der potenziellen Immobilienkäufer:innen den Kauf der eigenen Wohnung oder des Traumhauses lieber abwarten wollen. Etwa die Hälfte der Befragten ist sich unschlüssig, ob sie derzeit einen Kauf tätigen soll. Weitere 43 Prozent wollen erst einmal abwarten, bis sich die Lage auf dem Immobilienmarkt entspannt hat. Rund acht Prozent der Befragten gibt an, dass Eile geboten sei. 

Finanzierungskosten steigen weiter

Außerdem gehe die Mehrheit der Befragten davon aus, dass die Zinsen für Bankkredite weiter steigen werden. 14 Prozent der Immobilieninteressierten hält sogar einen Anstieg der Bauzinsen auf mehr als fünf Prozent für möglich. Ein Drittel geht von einem stabilen Zinsniveau ähnlich dem aktuellen aus. 13 Prozent denken, dass die Zinsen in naher Zukunft auf zwei bis drei Prozent sinken könnten. Ein Prozent der Befragten rechnet mit einem Zinsniveau von weniger als zwei Prozent. Steffen Wicker als Experte von Homeday erklärt, dass viele Kaufinteressenten wegen der vergangenen und zukünftigen Zinsentwicklungen verunsichert seien. 

Unschlüssig bei der Preisentwicklung

Unschlüssig sind sich die Befragten bei der Preisentwicklung für Immobilien: Ein Drittel der Interessierten geht von steigenden, das andere Drittel von sinkenden Preisen aus. Etwa ein Viertel sieht eine stabile Preisentwicklung. Wicker verwundern diese Ergebnisse nicht, da sie zur abwartenden Haltung der Käufer:innen passe. Ein Großteil der Immobilieninteressierten wolle erstmal abwarten und sich Klarheit über die Marktentwicklungen verschaffen. „Wir raten Interessenten aktuell, den Markt genau zu beobachten und Kaufgelegenheiten wahrzunehmen. Gegenüber 2021 sind zum Teil Preisabschläge von 20 Prozent realistisch”, so Wicker. 

Quelle: Die Unsicherheit unter Immobilienkäufern ist zu groß: Viele warten lieber (faz.net)

Baufinanzierung: EZB erhöht Leitzins auf 4,25 Prozentpunkte

Im Kampf gegen die Inflation erhöht die EZB den Leitzins um weitere 0,25 Prozent auf 4,25 Prozent. Das ist die neunte Erhöhung in Folge.  

Die Erhöhung hat zwar keine direkte Auswirkung auf das Vorhaben von Bauenden, aber die Finanzierungsbank, die sich das Geld von der Notenbank leiht, könnte die Verteuerung in Form von höheren Zinsen bei den Baufinanzierungen an die Kunden und Kundinnen weitergeben. Ergo: Baufinanzierungen könnten sich weiter verteuern.

Quelle: EZB erhöht Leitzins im Euroraum auf 4,25 Prozent (merkur.de)

Über den Autor
Sabrina Wallbaum
Content- & SEO-Managerin
Sabrina ist für alle Inhalte auf hausbaukurs.de und auf sozialen Medien zuständig. Neben ihrem Fachwissen als Immobilienkauffrau lässt sie in unsere Ratgebertexte jede Menge Leidenschaft für das Schreiben und Recherchearbeit einfließen, sodass unsere Leser:innen immer genau die Infos rund um ihr Anliegen finden, die sie gerade benötigen.

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