Photovoltaikanlage: Mit diesen Kosten musst du rechnen

Übersicht über die Kosten einer Photovoltaikanlage 

Immer mehr Bauherren und -herrinnen oder Hausbesitzer sowie -besitzerinnen setzen auf die Energie aus erneuerbaren Quellen, um die Kosten für den laufenden Betrieb so gering wie möglich zu halten. Photovoltaikanlagen sind auch im Jahr 2022 gefragt, denn die Preise für die Module fallen kontinuierlich. Mit welchen Kosten müssen Interessierte rechnen, wie hoch sind die laufenden Betriebskosten für eine Anlage und gibt es Förderungen? Darüber erhältst du hier einen Überblick. 

Was beeinflusst die Kosten für eine Photovoltaikanlage?

Es gibt unterschiedliche Faktoren, die die Kosten für eine Photovoltaikanlage beeinflussen. Dazu gehören vor allem: 

  • Die Größe bzw. Anzahl der Solarmodule
  • Die Marke und Qualität der Solarmodule
  • Zelltyp der Solarmodule (monokristallin, polykristallin, Dünnschichtmodul)
  • Örtliche Gegebenheiten: Dachform,-eindeckung,-zugang
  • Muss ein neuer Zählerschrank errichtet werden?
  • Ist der Netzanschluss und das Gerüst im Angebot enthalten?

Die zusätzlichen Kosten für den Netzanschluss und das Gerüst sollten in jedem Fall im Angebot enthalten sein, sonst erhöhen sich die Gesamtkosten erheblich. Experten und Expertinnen raten dazu, sich mehrere Angebote von verschiedenen Anbietern einzuholen, um sich den besten Preis zu sichern. 

Wie hoch sind die durchschnittlichen Kosten einer Photovoltaikanlage?

Für ein Einfamilienhaus mit vier Personen wird in der Regel eine Anlage mit circa fünf Kilowattpeak Leistung benötigt. Die durchschnittlichen Kosten für so eine Anlage liegen bei circa 10.000 Euro. Allerdings ist hierbei noch kein Solarstromspeicher inbegriffen. Dieser ist aber sinnvoll, weil ein Großteil der Energie über die Mittagszeit gewonnen wird, wo Hausbesitzer und -besitzerinnen aber in der Regel keinen oder nur wenig Strom verbrauchen. Zusätzlich zu den Anschaffungskosten müssen also noch die Kosten für den Speicher in Höhe von 6.000 bis 10.000 Euro einkalkuliert werden. 

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Preise von PV-Anlagen im Vergleich

Hinweis: Die PV-Anlagen oder Hersteller werden nicht durch hausbaukurs.de vermarktet. Die hier aufgeführten Angaben und Preise stammen aus frei zugänglichen Information auf den Internetseiten des Herstellers oder aus anderen Quellen. Für weitere Informationen oder genaue Preisangaben müssen Interessierte die Hersteller direkt kontaktieren.

Preisbeispiel E.ON Deutschland GmbH

E.ON Deutschland GmbH bietet seinen Kunden PV-Anlagen mit oder ohne Speicher. Bei den nachfolgenden durchschnittlichen Gesamtkosten handelt es sich um Kosten für eine Anlage ohne Speicher, aber inkl. Mehrwertsteuer und Montage.

LeistungDachflächeDurchschnittliche Gesamtkosten
5 kwPrund 27 m²ab 15.999 Euro
6 kwPrund 32 m²ab 17.699 Euro
7 kwPrund 37 m²ab 19.299 Euro
8 kwPrund 43 m²ab 21.299 Euro
9 kwPrund 48 m²ab 23.299 Euro
10 kwPrund 53 m²ab 25.299 Euro
11 kwPrund 58 m²ab 27.199 Euro

Quelle: E.ON Energie Deutschland GmbH

Wer sich für eine Anlage mit Speicher interessiert, muss mit Kosten ab 21.699 Euro rechnen. Weitere Informationen des Herstellers unter: Solaranlage Kosten » Was kostet Photovoltaik 2022? ☀️ | EON

Preisbeispiel IKEA in Zusammenarbeit mit Svea Solar

Die nachfolgenden durchschnittlichen Gesamtkosten sind inkl. Lieferung, Übergabe und Installation zu sehen.

LeistungAnzahl ModuleMit oder ohne 5 kWh BatteriespeicherDurchschnittliche Gesamtkosten
3,2 kwP8ohne9.200 Euro
3,2 kwP8mit13.600 Euro
7,2 kwP18ohne13.500 Euro
7,2 kwP18mit17.900 Euro
11,2 kwP28ohne17.400 Euro
11,2 kwP28mit21.800 Euro

Quelle: IKEA Deutschland

Die Anlagen können allerdings nicht in einem der zahlreichen schwedischen Einrichtungshäuser gekauft werden, sondern müssen über den Vertragspartner Svea Solar angefragt werden. Dazu müssen sich Interessierte zunächst über die IKEA-Website ein Angebot einholen. Daraufhin erfolgen eine kostenlose Erstberatung und die Planung sowie Montage der entsprechenden Anlage. Weitere Informationen dazu: SOLSTRÅLE Photovoltaik & Solaranlagen - IKEA Deutschland.

Was ist der (Preis-)Unterschied zwischen den Solarzellen?

Die verschiedenen Solarzellen, die für die Photovoltaikanlage verwendet werden können, unterscheiden sich auch im Preis. So sind monokristalline Solarzellen aufgrund ihres aufwendigen Herstellungsprozesses die teuerste Variante. Am günstigsten sind Dünnschichtmodule. 

Monokristalline Solarzellen

Monokristalline Solarzellen sind im Gegensatz zu anderen Modulen teurer, da deren Herstellung in der Regel aufwendiger ist. Allerdings sind sie sehr effizient und effektiv. Sie eignen sich vor allem für kleinere Dachflächen, die nach Süden ausgerichtet sind. 

Polykristalline Solarzellen

Diese Module sind vor allem für größere Dachflächen geeignet, da sie eine kleinere Wirkungsleistung haben. Dafür sind sie aber günstiger als monokristalline Solarzellen. Es gibt viele Hersteller, die die günstigere Variante der Solarzellen anbieten. 

Dünnschichtmodul

Die größten Vorteile, die diese Module zu bieten haben, sind deren geringeres Gewicht und der günstige Preis. Sie erzielen ähnliche Wirkungsleistungen wie die polykristallinen Solarmodule. Die Dachfläche sollte möglichst groß sein, damit viele installiert werden können. 

Wie hoch sind die laufenden Kosten für eine PV-Anlage?

Im Jahr müssen Anlagenbetreiber bzw- betreiberinnen mit durchschnittlichen Betriebskosten von rund einem Prozent der Investitionskosten rechnen. Insgesamt sollten Kosten für die Wartung, die Reparatur und Reserven für den Austausch von Wechselrichter oder weiteren Ersatzteilen einkalkuliert werden. Zusätzlich sind für die Anlage Versicherungsbeiträge und eine Zählergebühr in Höhe von 30 bis 50 Euro pro Jahr zu zahlen. 

Sofern die PV-Anlage neu installiert ist, halten sich die laufenden Kosten gering. Nach längerer Nutzung könnten Reparaturen, Reinigungen und Co. die Kosten jedoch in die Höhe treiben. 

Wie entwickeln sich die Preise für PV-Anlagen?

In den vergangenen Jahren sind Photovoltaikanlagen zunehmend günstiger geworden. Das liegt vor allem an der technischen Weiterentwicklung und dem verstärkten Wettbewerb. Im Verlauf vom Jahr 2010 bis 2020 sind die Preise für PV-Anlagen um bis zu 90 Prozent gesunken. Experten und Expertinnen gehen davon aus, dass die Preise weiter sinken werden.

Quelle: solaranlagen-portal.de

Gibt es Förderungen für PV-Anlagen?

Für Bauherren und -herrinnen, die sich für die Installation einer PV-Anlage entscheiden, gibt es zwei Möglichkeiten, eine Förderung zu erhalten. Einerseits können sie einen zinsgünstigen Kredit über das Förderpaket „Erneuerbare Energien – Standard (270) bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen, sofern die Photovoltaikanlage den Standards des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) entspricht. So wird die Errichtung, die Erweiterung und der Erwerb von PV- Anlagen für Privatpersonen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen gefördert. 

Eine andere Möglichkeit ist es, die Einspeisevergütung, dessen Höhe im EEG festgelegt wird, zu nutzen. Neben der Eigenverwendung des selbsterzeugten Stroms können PV-Anlagenbesitzer und -besitzerinnen den Strom, den sie nicht benötigen, in das öffentliche Netz einspeisen und dafür die sogenannte Einspeisevergütung erhalten. Die Höhe der Einspeisevergütung ändert sich in der Regel monatlich und beträgt aktuell 6,43 Cent pro Kilowattstunde für Anlagen bis zehn kWp. Bei Anlagen kleiner als 40 kWp liegt der Preis bei 6,25 Cent pro Kilowattstunde. Für Anlagen größer als 40 kWp erhalten Betreiber bzw. Betreiberinnen 4,88 Cent pro Kilowattstunde (Stand Mai 2022).

Veröffentlicht am 
Jun 8, 2022

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