Hausbau: News und Trends KW 7
19/2/2024

Hausbaunews KW 7 (12.02.2024 - 18.02.2024) 

Aktuelle Nachrichten aus der Bau- und Immobilienbranche mit Informationen und Trends für Bauende und alle, die es noch werden wollen.

Baukrise wird voraussichtlich länger anhalten - Regierung fehlt Einigung über Maßnahmen

Die Krise in der Bauindustrie ist einer der Hauptfaktoren für die drohende Rezession in Deutschland. Aufgrund der steigenden Zinssätze, der übermäßigen Bürokratie, der unzureichenden Digitalisierung und der hohen Baukosten steckt die Branche in einer beispiellosen Krise. Die Wiederbelebung dieses für Deutschland essentiellen Sektors sollte Priorität in der Politik haben: Bisher fehlen aber die rettenden Maßnahmen. 

Branchenvertreter:innen äußerten einige Vorschläge, die die Baubranche wieder positiv beleben würden: Abbau von bürokratischen Hürden, Grunderwerbsteuersenkung, lockere Vorschriften oder verlässliche Förderprogramme usw. Ende des vergangenen Jahres dann die Einigung zwischen der Branche und Regierungskoalition sowie Bund und Ländern: Die Verschlankung von Planungs- und Genehmigungsverfahren bzw. die Vereinfachung der Prozesse rund um Genehmigung und Co. Das soll u.a. erreicht werden, indem das Bundesbauministerium befristete Sonderregelungen im Baugesetzbuch schafft. Außerdem setzt sich die Regierung das Reformziel zum Hochbaustatistikgesetz. Auch steuerliche Anreize sollen z.B. durch das Wachstumschancengesetz, welches zur Zeit im Bundesrat von CDU-regierten Ländern blockiert wird, umgesetzt werden. Im Vermittlungsausschuss wird aktuell eine Einigung angestrebt. 

Handelsblatt berichtet aber jüngst darüber, dass auch andere für die Baubranche wichtige Gesetze sogar direkt bei der Entwurfserstellung für Diskussion innerhalb der Regierung sorgen und deswegen feststecken. Branchenvertreter:innen, darunter Steffen Mechtner, Leiter des Baufachbereichs bei der BayWa AG, erklärt im Interview gegenüber Ippen.Media: „Investoren sind aktuell verschreckt, das liegt an der Politik.” 

Viele verschiedene Branchenakteure, u.a. der Mieterbund, die Bundesarchitektenkammer (BAK), Naturschutzverbände und Sozialverbände kritisieren die Ampel-Pläne deutlich. In einer Mitteilung heißt es dazu: „Mit fast 900.000 genehmigten, aber noch nicht gebauten Wohneinheiten (sog. Bauüberhang) steht großes Potenzial zur Schaffung von Wohnraum auf bereits ausgewiesenem Bauland zur Verfügung.” Sie setzen sich gegen eine zukünftige Missachtung der Vorgaben des Baugesetzbuches ein, da sie eine „Entdemokratisierung der Planungskultur“ befürchten. 

Ein möglicher neuer Paragraf im Baugesetz könnte nämlich “in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt“ versprechen, bestimmte baurechtliche Vorgaben zu missachten. Der Geltungsbereich des Paragrafen soll Bauvorhaben einschließen, bei denen mindestens sechs Wohneinheiten errichtet werden oder die zu mehr Wohnraumschaffung führen. Das Bündnis kritisiert: Wozu der Wohnraum dann aber genutzt wird, zum Beispiel zur Vermietung oder dem Verkauf, bleibt unklar. 

Quelle: Baukrise belastet die Wirtschaft – doch die Ampel kann sich nicht auf Maßnahmen einigen (msn.com)

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“Finanztest” vergleicht Versicherungen und Zusatzbausteine für PV-Anlagen 

Möchten Hausbesitzer:innen und Bauherr:innen sich gegen Schäden oder Ähnliches bei ihrer Photovoltaikanlage absichern, haben sie mit verschiedenen Versicherungen oder zusätzlichen Bausteinen die Möglichkeit dazu. Die Zeitschrift "Finanztest" hat in der aktuellen Ausgabe (März 2024) insgesamt 80 Angebote miteinander verglichen, wobei lediglich 33 die Mindestanforderungen erfüllten.

Generell schlägt "Finanztest" vor, die Photovoltaikanlage im Rahmen der Wohngebäudeversicherung abzusichern. Dies erleichtert die Abwicklung im Schadensfall, wenn sowohl die Anlage als auch das Haus betroffen sind. Viele Versicherungsanbieter bieten dies durch einen zusätzlichen Baustein an. Diese Zusatzoption ist für Anlagen mit einer Leistung von sieben Kilowatt Peak und einem Anschaffungspreis von 20.000 Euro verfügbar, und die Kosten variieren zwischen 35 Euro (Huk-Coburg und Huk24) bis 120 Euro (Schwarzwälder) pro Jahr. Versicherungsnehmer sind dann beispielsweise bei Schäden durch Brände, Schnee, Hagel oder Hochwasser abgesichert.

Eine eigenständige Photovoltaikversicherung kann unter Umständen umfassenderen Schutz bieten, beispielsweise auch gegen Risiken wie Diebstahl, Tierbisse, Bedienungsfehler oder Konstruktionsfehler. Die Kosten für diese separate Versicherung liegen zwischen 65 Euro (Dema) und 107 Euro (Inter).

Selbst wenn keine separate Versicherung für die Photovoltaikanlage abgeschlossen wird, sollte laut "Finanztest" die Anschaffung dem Wohngebäudeversicherer gemeldet werden. Der Grund dafür ist, dass eine solche Installation den Wert des Hauses erhöht. Im Falle eines Schadens besteht das Risiko, dass die Eigentümer:innen nicht ausreichend versichert sind und nur einen Teil des Schadens ersetzt bekommen. Es ist daher ratsam, möglicherweise höhere Versicherungsbeiträge in Kauf zu nehmen.

Wichtig zu beachten ist, dass einige Versicherungsunternehmen nur dann Leistungen erbringen, wenn die Photovoltaikanlage von einem Fachbetrieb installiert wurde. Personen, die die Installation eigenständig durchgeführt haben, erhalten oft keinen Versicherungsschutz. Die Tester haben neben den bereits erwähnten Kriterien auch Schutz vor Blitzschlag, Implosion, Explosion, Wasserschäden, Ertragsausfällen und grob fahrlässig verursachten Schadensfällen als Mindestanforderungen berücksichtigt.

Quelle: "Finanztest"-Vergleich: Photovoltaikanlage lässt sich ab 35 Euro im Jahr versichern (msn.com)

Bauzins-Niveau stabilisiert sich weitgehend

Nachdem die Zinssätze gegen Ende des letzten Jahres gesunken waren, haben verschiedene Banken im Januar ihre Hypothekenzinsen leicht erhöht. Dies wurde von der Zeitschrift "Finanztest" (Ausgabe 3/2024) in ihrem monatlichen Vergleich festgestellt. Die Steigerung betrug in der Regel jedoch weniger als ein Zehntel Prozentpunkt. Somit liegen die Zinssätze für Immobilienkredite im Durchschnitt immer noch deutlich unter der Vier-Prozent-Marke und sind damit günstiger als im Vorjahr. 

Der Vergleich verschiedener Finanzierungsangebote kann sich für potenzielle Käufer:innen und Bauherr:innen nach wie vor auszahlen, da die Unterschiede in den Zinssätzen mitunter erheblich sind. Nach "Finanztest" betrug der beste Zinssatz für eine 80-Prozent-Finanzierung mit einer Laufzeit von zehn Jahren am Stichtag 25. Januar 3,09 Prozent (BBBank). Bei Dr. Klein lag der Zinssatz zuletzt bei 3,16 Prozent, während das Angebot der Freien Finanzierer München mit 3,21 Prozent den dritten Platz belegte. Im Vergleich dazu lag der höchste Zinssatz im Test bei 4,22 Prozent.

Für eine längere Zinsbindung müssen Bauherr:innen jedoch mehr bezahlen. Personen, die sich im Januar für eine Zinsbindung von 15 Jahren entschieden, mussten mindestens 3,37 Prozent Zinsen zahlen (Dr. Klein und Freie Finanzierer München). Für eine Zinsbindung von 20 Jahren betrug der niedrigste Zinssatz bestenfalls 3,48 Prozent (Luna Finanzierung).

Personen, die ein höheres Eigenkapital zur Verfügung haben, konnten von etwas niedrigeren Zinssätzen profitieren. Gemäß "Finanztest" lag der durchschnittliche Zinssatz für eine Finanzierung von 60 Prozent des Kaufpreises mit einer Laufzeit von zehn Jahren bei 3,36 Prozent. Für eine Finanzierung von 90 Prozent des Kaufpreises, bei der nur zehn Prozent Eigenkapital eingebracht werden, musste im Durchschnitt ein Zinssatz von 3,62 Prozent akzeptiert werden. Bei einer Finanzierung von 80 Prozent des Kaufpreises betrug der durchschnittliche Zinssatz 3,49 Prozent.

Quelle: Finanzen - "Finanztest": Bauzins-Niveau bleibt weitgehend stabil - Wirtschaft - SZ.de (sueddeutsche.de)

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Über den Autor
Sabrina Wallbaum
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Sabrina ist für alle Inhalte auf hausbaukurs.de und auf sozialen Medien zuständig. Neben ihrem Fachwissen als Immobilienkauffrau lässt sie in unsere Ratgebertexte jede Menge Leidenschaft für das Schreiben und Recherchearbeit einfließen, sodass unsere Leser:innen immer genau die Infos rund um ihr Anliegen finden, die sie gerade benötigen.

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