Hausbau: News und Trends KW 26
3.7.2023

Hausbaunews KW 26 (26.06.2023 - 02.07.2023) 

Aktuelle Nachrichten aus der Bau- undImmobilienbranche mit Informationen und Trends für Bauende und alle, die esnoch werden wollen.

DIN-Normen auf dem Prüfstand

In Deutschland gibt es einige Gesetze und behördliche Vorschriften Landesbauordnung: Was muss ich beim Hausbau beachten? (hausbaukurs.de), die den Bau von Gebäuden verteuern könn(t)en. Deswegen plant Bundesbauministerin Klara Geywitz jetzt den Kostencheck für DIN-Normen: “Wir müssen in Deutschland runter von den hohen Baukosten, so Geywitz. “Deswegen wird im Normungsverfahren künftig eine Folgekostenermittlung durchgeführt.”

Nicht alle der 500 DIN-Normen seien dafür verantwortlich, wie sicher ein Gebäude gebaut wird: “Im Dialog mit der Baubranche haben wir ein erstes Paket von Normen geschnürt, die wir transparent auf Kostentreiber hin untersuchen werden”, erklärt die Bundesbauministerin. Das Paket bestehe unter anderem aus Regelungen für den Schallschutz. Grundsätzlich soll die Kostenermittlung bei der Baunormung laut Geywitz zum neuen Standard werden. 

Insbesondere sei die Schaffung einer unabhängigen Prüfstelle in Arbeit. Über die “Kostenfolgeabschätzung bei Normungsprozessen” wird schon seit einiger Zeit, ohne nennenswerte Ergebnisse, diskutiert. Das liegt vor allem daran, dass das Deutsche Institut für Normierung in privatwirtschaftlicher Hand liegt - Hier werden Normen durch Wirtschaftsvertreter:innen und Ingenieur:innen beschlossen. Diese dienen als Standardisierung für Verfahren und Produkte aus der Baubranche und bieten Verbraucher:innen Sicherheit. 

Welche konkreten Normen als Kostentreiber gelten, kann auch das DIN nicht vollständig beantworten. Aus diesem Grund solle diese Aufgabe idealerweise an das “Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt)” übertragen werden. Bevor es soweit ist, muss jedoch noch ein Gutachten erstellt werden. Mit der Prüfstelle ist deswegen frühestens 2024 zu rechnen. 

 Quelle: Immobilien: Klara Geywitz will Kostencheck für DIN-Normen - DER SPIEGEL

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Schweiz: Neues Konzept für bezahlbares Wohneigentum, aber auf Zeit 

Auch in der Schweiz können sich nur noch wenige Menschen den Traum des Eigenheims erfüllen. In Reinach wird deswegen ein neues Konzept für bezahlbares Wohneigentum umgesetzt: Die Idee des pensionierten Marketingberaters Mischa Folger ist das “Wohneigentum auf Zeit”: Er erklärt gegenüber dem Online-Portal des Schweizer Radio und Fernsehen (SRF): “Das Eigentum von heute ist auf dem römischen Recht aufgebaut und gilt für immer und ewig”. Der Gedanke des 75-Jährigen ist: “Eigentum auf Zeit hingegen orientiert sich an einem Lebensabschnitt und wird für eine begrenzte Dauer von 30 Jahren finanziert.”

Nur ein Drittel des Kaufpreises 

Wer von einer Besitzdauer von nur 30 Jahren statt einer Immobilienlebensdauer von 100 Jahren ausgeht, der muss auch dementsprechend nur ein Drittel des üblichen Kaufpreises zahlen, sagt Mischa Folger. Eine 5-Zimmer-Wohnung gäbe es in dem Komplex von 21 Wohnungen dann schon für 250.000 Franken. “Vor allem junge Familien, die sich das sonst nicht mehr leisten können, sind so in der Lage, Eigentümer zu werden”, so Folger. 

Investor kauft die Immobilie zurück

Das Konzept solle aber auch Menschen im Pensionsalter ansprechen, deren nächster Lebensabschnitt rund 30 Jahre dauere. Nach dieser Zeit werde die Immobilie dann von dem Investor zurückgekauft. Das sei in einem Vertrag mit entsprechender Rückkaufpreisregelung festgehalten. Der Rückkaufpreis sei dabei niedriger als der ursprüngliche Kaufpreis. Eigentümer:innen können dann zwar nicht mit einer Wertsteigerung der Immobilie rechnen, tragen aber auch kein Risiko für einen möglichen Preisabfall. Außerdem gibt es eine Rückkaufsgarantie. 

Viele Vorteile für die Beteiligten

Ein Investor, der die Idee unterstützen will, ist die Basler Genossenschaft Wohnstadt. Geschäftsleiter Andreas Herbster sieht viele Vorteile: “Einerseits können wir Wohneigentum mit tieferen Eintrittshürden anbieten und so neue Schichten ansprechen. Andererseits können wir als Investor in 30 Jahren neu über die Liegenschaft nachdenken, weil sie die künftigen Generationen womöglich anders brauchen. Vielleicht muss man dann nachverdichten, das Haus aufstocken oder was auch immer.” 

Das Konzept “Wohneigentum auf Zeit” gibt es bereits seit 2004. Damals wurden 40 Wohnungen in Bern mit einer Nutzungsdauer von 30 Jahren verkauft, zuzüglich einer monatlichen Gebühr. Diese wird auch in Reinach eingeführt.  

Für Banken bisher eher uninteressant

Einzig und allein die Banken sind nicht so überzeugt von der Idee. Yvonne Seiler als Finanzprofessorin an der Hochschule Luzern weiß auch warum: “Es wird eine neue Kundschaft angesprochen, die weniger zahlungskräftig ist. Zudem gibt es einen Mehraufwand, da vieles neu ist, bei gleichzeitig weniger Volumen, da die Kaufpreise tiefer sind.”

Alle am Projekt Beteiligten sind jedoch davon überzeugt, dass es deutlich mehr Vorteile als Nachteile gibt. Inzwischen gibt es auch Banken, die bei der Realisierung der Idee “Wohneigentum auf Zeit” unterstützen. 

Quelle: Die Idee: Traum vom Eigenheim - Wohneigentum für nur 30 Jahre – dafür bezahlbar - News - SRF

Baupreise in Thüringen steigen weiter

Hausbauende in Thüringen müssen weiterhin mehr Geld für ihren Neubau in die Hände nehmen: Im Vergleich zum Mai des letzten Jahres sei ein Baukostenplus von 12,7 Prozent zu verzeichnen, wie es in einer aktuellen Meldung des Statistischen Bundesamts vom Dienstag heißt. Um rund 52 Prozent stiegen die Preise für den Hausbau von November 2020 bis Mai 2023 an. 

Weiterhin gelten die Corona-Pandemie sowie der Ukraine-Krieg und die damit verbundenen Preissteigerungen bei Energie und Materialien als wesentliche Kostentreiber. Die Preise für Rohbauarbeiten verteuerten sich im Vergleich zum Mai 2022 um 8,9 Prozent, die Ausbauarbeiten wurden 15,8 Prozent teurer. Bauherr:innen zahlten auch bei Wärmedämmverbundsystemen Wärmedämmverbundsystem: Aufbau, Material, Alternativen (hausbaukurs.de) (23,5 Prozent), Heizungsanlagen Alternative Heizungen im Überblick (hausbaukurs.de)  sowie zentralen Wassererwärmungsanlagen (jeweils 20,5 Prozent) und bei Rollladenarbeiten (20,4 Prozent) deutlich mehr. 

Quelle: Immobilien - Erfurt - Thüringer Baupreise ziehen weiter an - Wirtschaft - SZ.de (sueddeutsche.de)

Über den Autor
Sabrina Wallbaum
Content- & SEO-Managerin
Sabrina ist für alle Inhalte auf hausbaukurs.de und auf sozialen Medien zuständig. Neben ihrem Fachwissen als Immobilienkauffrau lässt sie in unsere Ratgebertexte jede Menge Leidenschaft für das Schreiben und Recherchearbeit einfließen, sodass unsere Leser:innen immer genau die Infos rund um ihr Anliegen finden, die sie gerade benötigen.

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