Alternative Heizungen im Überblick

Welche alternativen Heizungen gibt es außer Gas-Heizungen?

Die steigenden Preise für fossile Brennstoffe sind für viele Bauherren und -herrinnen ein Grund, auf alternative Heizungen zurückzugreifen. Dadurch machen sie sich nicht nur unabhängig von den Gas- und Ölpreisen, sondern schonen zusätzlich die Umwelt. Darüber hinaus machen extra Fördergelder, die alternativen Heizungen attraktiv. 

Deswegen stiegen die Anteile für strombetriebene Wärmepumpen 2021 auf 154.000 Verkäufe, ein Mehr von 28 Prozent zum Vorjahr. Biomasseheizungen zum Beispiel Pellet- oder Hackschnitzelöfen verzeichneten sogar ein Plus von 41 Prozent. 

Besonders die aktuellen Ereignisse im Jahr 2022 werden den Markt für Wärmepumpen und Co. weitere Anteile einbringen. Viele der Hausbauenden, die in diesem Jahr ein Haus bauen, werden sich voraussichtlich für einen anderen Brennstoff als Gas oder Öl entscheiden. 

Solarthermie 

Für viele Hausbauende ist Solarthermie eine attraktive Lösung, um kostengünstig Energie zum Heizen oder zur Warmwasseraufbereitung zu erzeugen. Dazu wird mithilfe von Solarzellen auf dem Dach die Sonnenenergie genutzt, um eine in den Kollektoren vorhandene Flüssigkeit zu erhitzen. Nachdem diese Flüssigkeit den Wärmetauscher passiert hat, wird das Brauch- oder Heizungswasser erwärmt. 

In der Regel werden Solarthermie-Anlagen mit Gasbrennwert-Heizung zu hybriden Heizsystemen kombiniert, um eine dauerhafte und stabile Wärmeversorgung zu gewährleisten. Mit einer Solarthermieanlage kann circa 20 bis 30 Prozent des Heizwärmebedarfs abgedeckt werden. 

Vorteile von Solarthermie: 

  • Primärenergie ist kostenlos
  • gut verfügbare Technik
  • CO2-neutral
  • i.d.R. staatliche Förderung
  • langlebige Anlage
  • geringer Wartungsaufwand
  • leichte Installation

Nachteile von Solarthermie: 

  • Wärme reicht teilweise nicht zum Heizen aus 
  • ausreichend Sonneneinstrahlung muss vorhanden sein
  • nicht bei jedem Gebäude realisierbar
  • Effizienz abhängig von Kollektorflächen

Für eine Solarthermie-Anlage zur Warmwasseraufbereitung müssen Hausbauende mit Kosten von circa 3.000-5.000 Euro rechnen. Eine Solarheizung schlägt mit rund 10.000 bis 12.000 Euro zu Buche. 

Wärmepumpen

Ein Großteil der Hausbauenden entscheidet sich mittlerweile für eine Wärmepumpe. Wärmepumpen nutzen die in der Erde, Luft oder im Wasser gespeicherte Sonnenenergie, die mittels Sonde oder Kollektor aufgenommen und in einem Kondensator verarbeitet wird. Durch Strom wird die gewonnene Flüssigkeit weiter erhitzt, sodass sie kondensiert. Die freigesetzte Wärme wird dann an das Heizungs- und Brauchwasser abgegeben. Die Wirkungsweise ist ähnlich der eines Kühlschranks, nur das Wärme erzeugt wird. 

Wärmepumpen gibt es in verschiedenen Arten. Diese lassen sich aufgrund ihrer Aufstellungsorte und der Wärmequelle in Erdwärme-, Wasserwärme- oder Luftwärmepumpen unterscheiden. 

Vorteile von Wärmepumpen: 

  • Hohe Energieeffizienz
  • Wertsteigerung der Immobilie
  • wartungsarm und langlebig 
  • niedrige Energiekosten
  • geringe Emissionswerte

Nachteile von Wärmepumpen: 

  • nicht überall verfügbar
  • Effizienz ist abhängig von örtlichen Gegebenheiten
  • muss mit Strom betrieben werden
  • teure Bohrungen
  • teilweise sind Genehmigungen notwendig

Die Kosten für Wärmepumpen sind sehr unterschiedlich. Bauherren und -herrinnen müssen bei dieser Art zu heizen nicht nur die reinen Anlagekosten berücksichtigen, sondern auch die Erschließungs- und Installationskosten. 

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Holz als Alternative 

Mittlerweile erfreuen sich Heizungen mit Holz als Brennstoff wachsender Beliebtheit. Und das nicht ohne Grund, denn Holz hat zwei wesentliche Vorteile: Er ermöglicht ein CO2-neutrales Heizen und er ist ein nachwachsender Rohstoff, der auch regional verfügbar ist. 

Bei der Heizung mit Holzbefeuerung sind unterschiedliche Möglichkeiten verfügbar: Wer mit Holzpellets heizt, nutzt vorgefertigte gepresste Pellets aus Holzmehl, welches als Abfallprodukt der Holzindustrie gewonnen wird. Mithilfe einer Förderschnecke oder einem Vakuumsauger sowie dem Verbrennungskessel wird die Anlage automatisch betrieben. Daneben gibt es das Heizen mit Hackschnitzeln oder ganzen Holzscheiten. 

Vorteile von Holz-Brennstoffheizungen: 

  • nachwachsender Rohstoff
  • Verbrennung ist CO2-neutral
  • Pelletpreise i.d.R. stabil
  • Hoher Energiegehalt
  • mit anderen Energiearten kombinierbar

Nachteile von Holz-Brennstoffheizungen:

  • hoher Betriebsaufwand
  • große Lagerflächen benötigt
  • hohe Feinstaubbelastung

Entscheiden sich Bauherren und -herrinnen für eine Pelletheizung müssen sie mit Investitionskosten von circa 20.000 Euro ohne Förderungen rechnen. In der Regel bieten Handwerksbetriebe Komplettpakete an, in denen die aufwendige Montage und Installation inbegriffen ist. Die Kosten für eine Hackschnitzelheizung liegen bei rund 13.000 bis 19.500 Euro. 

Was für Einschränkungen gibt es bei den alternativen Heizungen?

Für eine nachhaltige Zukunft steht außer Frage, dass ausschließlich nur noch mit umweltfreundlichen Energien in Häusern und Wohnungen geheizt werden sollte. Allerdings gibt es bei den alternativen Energiequellen verschiedene Voraussetzungen, damit diese genutzt werden können. Wärmepumpen und andere erneuerbare Energiequellen wie Solarthermie sind zwar gut entwickelte Technologien, sie sind aber trotzdem von Witterung und den örtlichen Gegebenheiten abhängig. Nicht überall sind die aufwendigen Bohrungen für Wärmepumpen möglich und teilweise sind diese auch genehmigungsfähig. In einigen Fällen reicht die durch die Anlagen erzeugte Energie nicht aus, um ein ganzes Haus zu heizen. Hier können dann hybride Lösungen von Vorteil sein. 

Bei Heizungen mit Holzbrennstoffen müssen große Lagerflächen vorhanden sein, damit immer ausreichend Rohstoff verfügbar ist. Außerdem muss eine kontinuierliche Lieferung mit den Holzbrennstoffen erfolgen. Das ist auch nicht überall möglich. 

Veröffentlicht am 
8.4.2022

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