Hausbau: News und Trends KW 15
17.4.2023

Hausbaunews KW 15 (10.04.2023 - 16.04.2023) 

Aktuelle Nachrichten aus der Bau- und Immobilienbranche mit Informationen und Trends für Bauende und alle, die es noch werden wollen.

Kosten für Roh- und Ausbauarbeiten steigen an

Im Februar dieses Jahres ist der Preisindex für neu gebaute Wohnhäuser in Bayern laut Expert:innen um 15,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat angestiegen. Das Bayerische Landesamt für Statistik verzeichnete im Februar 2023 einen Preisindexstand von 158,4 (2015≙100). 

Rohbauarbeiten im Schnitt 13,4 Prozent teurer

Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Preise für die Rohbauarbeiten am Haus um 13,4 Prozent. Das Bayerische Landesamt für Statistik stellte als Gewerke mit den höchsten Zuwachsraten die Arbeiten am Dach mit einem Plus von 18,2 Prozent und die Abdichtungsarbeiten mit einem Zuwachs von 16,3 Prozent heraus. Mit einem Plus von 5 Prozent stiegen die Preise für die Arbeiten von Zimmerer und im Holzbau an.

Kosten für Ausbau im Vergleich 17 Prozent höher

Für die Arbeiten im Ausbau mussten Bauherr:innen im Februar 2023 im Vergleich zum Vorjahr 17 Prozent mehr bezahlen. Hier verzeichnete das bayerische Landesamt bei den Arbeiten für Dämm- und Brandschutz an technischen Anlagen ein Plus von 31,5 Prozent und bei Anlagen für Gas, Wasser und Entwässerung im Haus einen Preisanstieg von 22,3 Prozent.

Quelle: Hausbau: Roh- und Ausbauarbeiten werden deutlich teurer | Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt (wochenblatt-dlv.de)

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Entlastung für Immobilienkäufer in Hessen geplant

Boris Rhein, neuer CDU-Ministerpräsident in Hessen, fordert eine Entlastung für Immobilienerstkäufer:innnen - durch den Erlass der Grunderwerbsteuer will er den Immobilienkauf im Bundesland wieder für alle Bürger:innen  attraktiv machen. 

Gegenüber der Bild-Zeitung erklärte der Ministerpräsident, dass ein “Teuerstopp gegen den Teuerschock beim Traum von den eigenen vier Wänden” erforderlich sei. Damit sich auch junge Familien oder Alleinerziehende ein Haus bzw. eine Wohnung leisten könnte, müsse “der Staat ihnen unter die Arme greifen, anstatt sie zur Kasse zu bitten.”

Rheins Forderung bezieht sich dabei auf die Aussetzung der Grunderwerbsteuer in solchen Fällen, in denen private Immobilienkäufer:innen ein Gebäude zur Eigennutzung kaufen möchten. Zurzeit belastet die Grunderwerbsteuer das Budget von Immobilienkäufer:innen mit sechs Prozent des Kaufpreises. Für ein Haus mit 400.000 Kaufpreis werden für private Käufer:innen also 24.000 Euro fällig. 

Der hessische Ministerpräsident räumt jedoch ein, dass das Vorgehen eine gewisse Vorlaufzeit benötige, sodass in der Übergangsphase eine Alternative, das sogenannte “Hessengeld” eingeführt werden solle. Das verspreche jedem Kaufenden einen Zuschuss von 10.000 Euro zuzüglich 5.000 pro Kind. Eine genaue Aussage, wann Immobilienkäufer:innen damit rechnen können, gibt es in der Bild-Zeitung nicht.  

Quelle:Grunderwerbsteuer: Boris Rhein fordert Aussetzung wegen Immobilien-Krise - DER SPIEGEL

Hilfe für Anschlussfinanzierungen gefordert

Für viele Immobilienbesitzer:innen steht bald die Anschlussfinanzierung für ihre bestehenden Kredite an: Dabei bedeuten die steigenden Bauzinsen eine höhere finanzielle Belastung, die das Risiko für Zwangsversteigerung, finanzielle Schieflagen oder Notverkäufe erhöht. 

Zanda Martens als SPD-Rechtsexpertin sieht dahingehend für Immobilienkäufer:innen eine Chance in staatlichen Hilfen, wie sie gegenüber Handelsblatt erklärt: „In dieser inflationsbedingt beginnenden Hochzinsphase wäre es sinnvoll, die Hypothekenzinsen den gewinnorientierten Marktkräften zu entziehen und ein großes staatliches Kreditprogramm der KfW aufzulegen – allerdings nur für bedürftige Familien, die ihr Wohneigentum selbst nutzen“. Das SPD-Mitglied sieht das als wichtig an, „weil selbst normalverdienende Familien durch Inflation und gestiegene Hypothekenzinsen heutzutage kein Wohneigentum mehr bilden können und die Wohnungsbauindustrie unter Auftragsrückgängen leidet“.

Die Expertin sieht jedoch nicht nur für Käufer:innen Probleme, auch die Lage auf dem Mietmarkt spitzt sich durch solche Faktoren weiter zu. „Denn mit steigenden Kreditzinsen und hohen Baukosten können sich viele Menschen kein Eigentum mehr leisten oder treten von Bauprojekten zurück“, so Martens. Dadurch würde die Nachfrage nach Mietwohnungen weiter steigen, das Angebot aber verknappe sich. 

Zwangsversteigerungen werden voraussichtlich häufiger 

Der Fachverlag Argetra wertet deutschlandweit die Termine für Zwangsversteigerungen an rund 500 Amtsgerichten aus: Die Expert:innen gehen davon aus, dass es ab Jahresmitte zu einer merklichen Veränderung von Zwangsversteigerungen kommen werde. Der Direktor Operations & Sales des Verlages, Ernes Shabani sagt: „Die Dauer bis zur Eröffnung beziehungsweise bis zum Zwangsversteigerungstermin beträgt je nach Amtsgericht zwischen sechs Monaten und 1,5 Jahren.“ Der aktuelle Argetra-Bericht stellt heraus, dass Wohnimmobilien “erneut die am häufigsten versteigerte Immobilienart sind.“ 

Sandra Weeser (FDP) als Bundestagsvorsitzende des Bundesausschusses weiß: „Besonders hart vom aktuellen Zinsniveau werden diejenigen getroffen, deren langjähriges Darlehen mit festem Zinsniveau in nächster Zeit auslaufen wird.” Selbst wer sich frühzeitig um ein Forward-Darlehen gekümmert habe, bleibe nicht von der gestiegenen finanziellen Belastung verschont. 

Staatliche Hilfe zur Unterstützung 

Das Worst-Case-Szenario für Immobilienbesitzer:innen wäre laut Weeser der Verkauf der Immobilie, wenn sich die privaten Häuslebestitzer:innen die gestiegene Tilgungsrate nicht mehr leisten könnten. 

Ob es staatliche Unterstützung für die Anschlussfinanzierung geben wird, ist zur Zeit nicht eindeutig geklärt. Eine Möglichkeit wäre, das neu überarbeitete Wohngeld für Haus- und Wohnungseigentümer:innen, den sogenannten Lastenzuschuss, zu beantragen. Dieses könne auch “bei Schwierigkeiten im Zusammenhang mit einer Kreditanschlussfinanzierung herangezogen werden“, heißt es im Ressort von Bundesbauministerin Geywitz.  

Bundesländer mit eigenen Förderbanken agieren unterschiedlich zu einer möglichen Förderung für die Anschlussfinanzierung: Laut Handelsblatt prüfe NRW die Möglichkeit, in Bayern sei ein bereits finanziertes Vorhaben nicht mehr förderfähig. Verantwortliche in Niedersachsen würden über keine konkreten Unterstützungen bei der Anschlussfinanzierung nachdenken. 

Quelle:Anschlussfinanzierung: Rufe nach staatlicher Hilfe für Immobilien-Eigentümer (handelsblatt.com)

Über den Autor
Sabrina Wallbaum
Content- & SEO-Managerin
Sabrina ist für alle Inhalte auf hausbaukurs.de und auf sozialen Medien zuständig. Neben ihrem Fachwissen als Immobilienkauffrau lässt sie in unsere Ratgebertexte jede Menge Leidenschaft für das Schreiben und Recherchearbeit einfließen, sodass unsere Leser:innen immer genau die Infos rund um ihr Anliegen finden, die sie gerade benötigen.

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