Frostschürze für die Bodenplatte: Optimaler Kälteschutz
January 19, 2023

Mit der Frostschürze die Bodenplatte schützen!

Wer sein Haus ohne Keller plant, sollte vor allem in den kalten Regionen Deutschlands sein Gebäude mit Hilfe einer Frostschürze vor Kälteschäden bewahren. Wann du eine Frostschürze für die Bodenplatte benötigst, wie sie aufgebaut ist und was der Kälteschutz kostet, erfährst du in unserem Ratgeber. 

Was ist eine Frostschürze?

Wenn Wasser gefriert, dehnt es sich aus. Dadurch entstehen so starke Kräfte, dass das Fundament eines Hauses leicht angehoben werden kann. Nachdem das Wasser abgetaut ist, sinkt das Fundament wieder nach oben. Durch diese ständige Bewegung kann die Bodenplatte auf lange Sicht beschädigt werden. Wenn gefrorenes Wasser sich in den Poren einer Bodenplatte aus Beton ausdehnt, kann das Material sogar bersten. Um das zu verhindern, muss das Fundament eines Gebäudes häufig mit einer Frostschürze versehen werden. Eine Frostschürze sieht aus wie eine große Kuchenform aus Beton oder Stahlbeton, die als Streifenfundament um die Bodenplatte herum verläuft. Sie verhindert, dass die Bodenplatte unterspült wird und gefrorenes Wasser sich ausdehnen und sie beschädigen kann.

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Wann brauche ich eine Frostschürze?

Eine Frostschürze ist bei Gebäuden ohne Keller notwendig, wenn das Fundament nicht bis zur frostfreien Tiefe von 80 bis 120 Zentimetern reicht. Wie tief die Frostschürze sein muss, hängt von der geografischen Lage ab. Nicht überall herrscht die gleiche Frostgefahr. Auch die statischen Gegebenheiten entscheiden darüber, wie tief die Frostschürze gebaut werden sollte. Bei lockeren Untergründen wie lehmigen und sandigen Böden kann sie das Gebäude deutlich stabilisieren. Die Frostschürze kann auch zusätzlich gedämmt werden, das ist aber kein Muss.

Wenn für dein Eigenheim also keine Unterkellerung geplant ist, musst du in jedem Fall an den Frostschutz denken. Erkundige dich beim zuständigen Bauamt nach der Bodenfrosttiefe in deiner Region. Auf der sicheren Seite stehst du jedoch, wenn du spezifisch für dein Grundstück die Frostgefährdung feststellen lässt. Das erfolgt im Rahmen eines Bodengutachtens, bei dem die Beschaffenheit und die Eigenschaften des Baugrunds von einem Sachverständigen untersucht werden. Das ist nicht nur für den Frostschutz, sondern auch für die Statik deines Gebäudes wichtig. Die Frostschürze kann die Statik erheblich beeinflussen, weshalb der Architekt bzw. die Architektin sie schon bei der Planung des Gebäudes berücksichtigen sollte.

Eine Frostschürze schützt die Bodenplatte bei Kälte. Das ist dann notwendig, wenn die Bodenplatte keine frostfreie Tiefe erreicht. 
Eine Frostschürze schützt die Bodenplatte bei Kälte. Das ist dann notwendig, wenn die Bodenplatte keine frostfreie Tiefe erreicht. 

Wie ist eine Frostschürze aufgebaut?

Für den Aufbau einer Frostschürze gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Die Frostschürze wird auf der sogenannten Sauberkeitsschicht, dem Unterbeton, gebaut. Man gräbt zunächst einen die Bodenplatte umlaufenden Graben, der mit Beton oder Stahlbeton befüllt wird. Der Graben sollte etwa 80 Zentimeter tief und etwa 40 Zentimeter breit sein. Das ist ausreichend, damit kein Bodenwasser unter das Fundament läuft und sich dort sammeln und gefrieren kann.
  2. Es wird ein weniger tiefer Graben angelegt. Dafür werden die Frostschürze und die Bodenplatte außen gedämmt.
  3. Unter der Bodenplatte wird ein thermisch getrenntes Streifenfundament angebracht. Bei dieser Variante wird die Bodenplatte ebenfalls komplett gedämmt.

Beim Hausbau wird die Frostschürze in der Regel zusammen mit der Bodenplatte angebracht und aus der gleichen Art von Beton gegossen. In besonders frostgefährdeten Regionen ist Stahlbeton die richtige Wahl. Eine Alternative zur Frostschürze ist ein Frostschirm. Dieser muss nicht so tief in den Boden ragen wie eine Frostschürze. Dabei handelt es sich um eine etwa 60 bis 120 Zentimeter breite Schicht aus Dämmplatten, die rund um die Bodenplatte verläuft. Durch die von unten kommende Erdwärme wird der Bereich unter den Dämmplatten warm gehalten und eine Frostbildung verhindert. Ein Frostschirm eignet sich für Thermobodenplatten, also hochwärmegedämmte Bodenplatten.

Alternativ zur Frostschürze kannst du auch Schaumglasschotter oder Schaumglasplatten als Frostschutz verwenden, denn er bietet eine gute Wärmespeicherung. Schaumglasschotter kann auch zur Konstruktion eines Frostschrims verwendet werden. Vor allem auf lockeren Untergründen lohnt sich die Anbringung einer Schotterpackung unter der Bodenplatte als Fundamentsicherung. Schotter eignet sich jedoch nur in kaum bodenfrostgefährdeten Regionen als Frostschutz. Bei der Auswahl der Dämmstoffe ist Vorsicht geboten, denn du musst einige rechtliche Vorgaben einhalten. Für eine Dämmung von Bauteilen unterhalb der Erde kommt nur eine Perimeterdämmung oder auch Schaumglassschotter in Frage.

Die Anforderungen an einen effektiven Frostschutz sind hoch und eine fachkundige Konstruktion der Frostschürze unverzichtbar. Versuche dich also nicht selbst daran, sondern übergebe den Bau der Frostschürze an eine erfahrene Fachfirma.

Wie viel kostet eine Frostschürze?

Die Preise für eine Frostschürze oder eine der Alternativen variieren stark und hängen von der Größe der Bodenplatte ab. Je größer die Grundfläche deines Hauses, desto teurer die Frostschürze.

Daraus setzen sich die Kosten zusammen:

Frostschutz aus Schotter ist günstiger als eine Frostschürze aus Beton oder Stahlbeton, jedoch nur in wenigen Regionen mit geringer Frostgefahr eine gute Wahl. Auch ein Frostschirm ist günstiger als eine Frostschürze, denn es muss nicht so tief gegraben werden. Je nachdem, wie groß die Frostgefahr in deiner Gegend ist, sind die Materialien für die Bauteile und die Dämmung teurer. Bei einer durchschnittlichen Fundamentgröße kannst du mit Kosten in Höhe von 20.000 Euro bis 30.000 Euro rechnen.

Über den Autor
Sabrina Wallbaum
Texterin
Texterin zum Thema Hausbau

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