Infrarotheizung: Arten, Vor- und Nachteile & Kosten
23.11.2023

Infrarotheizung: Arten, Vor- und Nachteile & Kosten

Heizen mit Gas wird immer teurer: Kein Wunder, dass Bauherr:innen von Anfang an auf andere Energiequellen für die Heizungsanlage setzen. Dabei wird auch immer mehr die Infrarotheizung zum Thema bei der Hausplanung: Aber was genau kann die Infrarotheizung, welche Vor- und Nachteile hat sie und ist sie wirklich günstiger als eine Gasheizung? Wir klären dich in unserem Ratgeber auf. 

Wie funktioniert eine Infrarotheizung?

Im Gegensatz zu klassischen Heizkörpern nutzt die Infrarotheizung nicht die Konvektionswärme, sprich die Wärmeübertragung über die Luft, sondern setzt auf die Strahlungswärme. Genauer bedeutet das, dass der elektrische Strom in Infrarotstrahlung umgewandelt wird. Diese heizen dann die im Raum befindlichen Objekte und Oberflächen auf, wie zum Beispiel Möbel, Wände, Böden oder Decken. Die wiederum die aufgenommene Wärme an den Raum abgegeben, wo sie im Kreislauf auf- und wieder abgegeben wird. Wie die Wärme erzeugt wird, ähnelt dabei der Sonneneinstrahlung.  

Infrarotheizungen sollten im Idealfall an der Wand oder Decke montiert werden, um den gesamten Raum optimal zu erwärmen. 

Welche Vor- und Nachteile hat eine Infrarotheizung?

Eine Infrarotheizung gilt, sofern sie über eigens produzierten Strom betrieben wird, als nachhaltige und kostengünstige Alternative zu Wärmepumpe und Co. Außerdem überzeugt sie viele mit ihren niedrigen Anschaffungs- und Installationskosten. Ein weiterer Vorteil liegt in ihrer Funktionsweise: Dadurch, dass sie Wärme über Strahlen erzeugt, entsteht beim Menschen schneller ein Wärmegefühl. Des Weiteren benötigen die Stromdirektheizungen keine Aufheizphase oder Ähnliches. 

Auch wenn die Infrarotheizung mit vergleichsweise geringen Anschaffungskosten daherkommt, entstehen während des Betriebs hohe Kosten durch den verwendeten Strom. Im Idealfall sollte die elektrisch betriebene Heizung mit eigens produzierten Strom über eine Photovoltaikanlage oder mindestens über Ökostrom betrieben werden. Infrarotheizungen sind in der Regel nicht darauf ausgelegt, als Zentralheizung für das gesamte Haus zu fungieren. Sie sollten lediglich als zusätzliche Heizquelle genutzt werden. 

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Welche Arten von Infrarotheizungen gibt es?

Bei Infrarotheizungen werden unterschiedliche Typen bzw. Arten unterschieden: 

Infrarotheizung für Flächen

In diesem Verfahren werden elektrisch betriebene Heizmatten unter Putz installiert, die direkt Wände oder Böden erwärmen. Diese erwärmten Oberflächen geben dann die Wärme an die Gegenstände im Raum ab. Wer sich für diese Art der Infrarotheizung entscheidet, der sollte das vor Baubeginn machen.

Infrarot-Heizmatten sind als Meterware erhältlich und bestehen aus Heizleitern, die gleichmäßig in Gewebebahnen eingebettet sind. Der Vorteil der Karbonfaser-Geflechte liegt nicht nur darin, dass sie nach der Installation vollständig unsichtbar sind, sondern auch darin, dass sie Feuchtigkeit in den Wänden oder dem Boden effektiv trocknen und zudem sehr widerstandsfähig sind. 

Im Allgemeinen ist es auch möglich, im Zuge einer Renovierung eine Wandheizung nachträglich einzubauen, jedoch ist dies deutlich aufwendiger.

Infrarotheizung für die Decke

Es gibt die Möglichkeit, die Infrarotheizung an der Decke in Form von Deckenpaneels oder anderen Designelementen zu installieren. So gibt die Heizung die Wärme von oben nach unten ab. In Kombination mit einem dunklen Fußboden können Bauherr:innen erreichen, dass die Wärme an den Boden abgegeben wird, welcher dann innerhalb weniger Minuten erwärmt wird. 

Infrarotheizung für die Wand

Infrarotheizungen können auch ganz unkompliziert in Form eines Heizpaneels, welches in einem Kunstwerk, Bilderrahmen oder Spiegel versteckt ist, an der Wand installiert werden. So entsteht die Wärme direkt auf Augenhöhe, was zu einem schnellen Wärmeempfinden beiträgt. 

Infrarot-Heizungen gibt es in vielen verschiedenen Varianten, auch als Fußbodenheizung kann sie genutzt werden.
Infrarot-Heizungen gibt es in vielen verschiedenen Varianten, auch als Fußbodenheizung kann sie genutzt werden.

Wie teuer ist eine Infrarotheizung (im laufenden Betrieb)?

Die Kosten für eine Infrarotheizung sind sehr unterschiedlich, abhängig von Leistung und Ausstattung. Wer sich für eine einfache kabelgebundene Variante mit 1000 Watt Leistung entscheidet, muss mit Kosten von 150 Euro und mehr rechnen.  Für smartgesteuerte Modelle mit vergleichbarer Leistung können die Kosten bis zu 600 Euro betragen. Für die Anschaffung eines hochwertigen Modells  müssen Bauherr:innen in der Regel Kosten im Bereich von 500 bis 1.000 Euro einkalkulieren.

Die laufenden Betriebskosten einer Infrarotheizung hängen sowohl von der Leistung als auch von der Raumgröße und dem notwendigen Heizvolumen ab. Für die Heizleistung ist aber der Dämmstandard des Gebäudes am einflussreichsten. Je nach Dämmung werden für einen Raum mit 25 Quadratmetern in der Regel zwischen 60 und 100 Watt Heizleistung pro Quadratmeter benötigt, das entspricht 1,5 bis 2,5 Kilowatt. Auf die Heizperiode hochgerechnet kann von einem Verbrauch von 2.160 bis 3.600 kWh pro Jahr ausgegangen werden (180 Tage/8 Std. pro Tag = 1.440 Stunden). Laut Vergleichsportal Verivox lag der Strompreis für Neukunden im Mittel bei 28,8 Cent/kWh (Datenstand: 22.11.2023). Das entspricht jährlichen Kosten von 620 bis 1.050 Euro. 

Ist eine Infrarotheizung sinnvoll?

Ob sich eine Infrarotheizung lohnt, hängt von vielen Faktoren ab, insbesondere davon, wie gut das Haus gedämmt ist und welchen Stromtarif zukünftige Nutzer:innen haben. Ein großer Vorteil ist es, wenn Bauende eine Photovoltaikanlage installiert haben und die Infrarotheizung über den eigens produzierten Strom betrieben werden kann. Dennoch ist eine Infrarotheizung als alleiniges Heizsystem in einem Einfamilienhaus in der Regel ungeeignet. Für einzelne Räume, wie zum Beispiel dem Hobbyraum, Anbau oder Wintergarten, kann eine Infrarotheizung aber durchaus Sinn machen, da sie schnell und unkompliziert zu installieren ist. 

Übrigens: Die Expert:innen des Energieinstituts Voralberg empfehlen in ihrem Faktencheck für Infrarotheizungen Faktencheck: Vor- und Nachteile von Infrarotheizungen | Energieinstitut VorarlbergBauherr:innen nur dann eine solche Anlage, wenn sie ein sehr gut gedämmtes Haus haben oder aber für Räume, die zeitlich nur begrenzt genutzt werden. 

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Über den Autor
Sabrina Wallbaum
Content- & SEO-Managerin
Sabrina ist für alle Inhalte auf hausbaukurs.de und auf sozialen Medien zuständig. Neben ihrem Fachwissen als Immobilienkauffrau lässt sie in unsere Ratgebertexte jede Menge Leidenschaft für das Schreiben und Recherchearbeit einfließen, sodass unsere Leser:innen immer genau die Infos rund um ihr Anliegen finden, die sie gerade benötigen.

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