Fußbodenheizung oder Heizkörper?

Wie möchte ich in meinem Traumhaus heizen? Heizkörper oder Fußbodenheizung?

Energie sparen ist nicht nur ein Trend, sondern besonders beim Neubau gefordert. Mit der Neureformierung der EnEV und den Vorgaben der KfW für die Förderung werden verschärfte Anforderungen an die Art der Energiegewinnung gesetzt. Deswegen beschäftigen sich Hausbauende mit den Themen rund um energieeffizientes Heizen besonders lange und intensiv. Neben den unterschiedlichen Energiequellen in Form von Fern- oder Erdwärme müssen sich Bauherren und -herrinnen auch dafür entscheiden, wie zukünftig geheizt werden soll – Lieber mit Wandheizkörpern, Fußbodenheizung oder doch Luftheizung?

Wandheizkörper – die klassische Art

Wer sich aufgrund des geringeren Budgets oder des günstigeren Preises für die klassische Variante der Wandheizkörper entscheidet, der muss sich in jedem Fall mit der richtigen Platzierung der Heizkörper auseinandersetzen, dabei muss nicht nur die Optik beachtet werden, sondern vor allem die bestmögliche Effizienz. Häufige Empfehlungen gehen dahin, die Heizkörper unter Fenstern oder neben Türen zu platzieren, da dadurch Zuglufterscheinungen vermieden werden. Viele wissen jedoch nicht, dass das vor 80 Jahren vielleicht galt, aber heutzutage mehr als überholt ist, weil sich die Isolierung von Fenstern und die Dämmung der Außenhülle so stark verbessert haben, dass keine übermäßigen Luftwalzen entstehen. Als Folge daraus entsteht nämlich ein weiteres Problem, die Luft in den Räumen wird viel zu trocken und es muss ein Luftaustausch beziehungsweise eine Zirkulation mit der Außenluft erfolgen, das kann zum Beispiel mit passendem Lüftungsverhalten erreicht werden. 

Wie funktioniert das Heizen mit Wandheizkörper?

Um deine Räume passend zu temperieren, wird das Heizungswasser in der Heizungsanlage auf 70°C vorgeheizt, was auch als Vorlauftemperatur bezeichnet wird. Nach diesem Vorgang wird das aufgeheizte Heizungswasser in das System und die entsprechenden Heizkörper gepumpt, diese heizen sich auf und strahlen die Wärme der Oberfläche in den Raum ab. So kann ein durchschnittlich großer Raum mit einem Heizkörper von circa 1-1,5 Quadratmetern Fläche auf 20-22°C aufgeheizt werden. Nach dem Durchlaufen des Heizkörpers fließt das Wasser mit 55°C zurück in die Anlage, das ist dann die Rücklauftemperatur. 

Heizkörper punkten vor allem mit ihrem günstigen Preis und damit, dass sie mit allen Heizungstypen betrieben werden können. Weitere Vorteile sind:

  • geringerer Aufwand bei Nachrüstung (zum Beispiel im Altbau)
  • kürzere Aufheizzeit im Gegensatz zur Fußbodenheizung
  • kann in der Regel überall installiert werden

Zu den Nachteilen dieser klassischen Variante gehören: 

  • schlechteres Wärmeempfinden
  • keine gleichmäßige Verteilung der Wärme
  • weniger effizient als Fußbodenheizung
  • höhere Vorlauftemperatur (circa 70°C)
  • kürzere Lebensdauer 

Dadurch, dass die Heizkörper in der Regel sichtbar im Raum installiert werden, kommt als weiterer Nachteil die unschöne Optik dazu, obwohl es mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten gibt, die Heizkörper ansprechend zu verkleiden. 

Darüber hinaus stellt sich die Frage, wie viele Heizkörper mit welcher Leistung Bauherren und -herrinnen eigentlich für ihr Eigenheim benötigen. Das wird grundsätzlich von einem Heizungsbauer geplant und berechnet. 

Fußbodenheizung – Standard im Neubau

Im Allgemeinen gehört die Fußbodenheizung eigentlich schon zum Standard im Neubau. Nur in den seltensten Fällen kommen andere Möglichkeiten in Betracht. Dabei kann sie auf zwei verschiedene Arten verlegt werden, wobei die Nassverlegung die gängigste ist. 

Wie funktioniert die Nassverlegung bei einer Fußbodenheizung?

Zunächst werden bei der Nassverlegung Styroporplatten auf der Bodenplatte ausgelegt, diese sind mit einer festen Kunststoffschicht beschichtet. Auf diese Schicht werden dann Plastikschläuche getackert, durch die das Heizwasser fließt. Im Rahmen der Estrichverlegung wird der Verbund mit den Schläuchen einfach eingegossen. Um die volle Funktionalität der Heizung zu gewährleistet, muss ein Heizprotokoll eingehalten werden. Das Prinzip ist hier einfach – die Temperatur des Vorlaufwassers wird schrittweise erhöht und wieder heruntergefahren. Dieser Vorgang kann bis zu vier Wochen dauern, er ist aber besonders wichtig, da so die Restfeuchte aus dem Boden verdrängt wird. 

Vor und Nachteile 

Fußbodenheizungen überzeugen Hausbauende vor allem mit der gleichmäßigen Wärmeverteilung, die als besonders angenehm empfunden wird. 

Weitere Vorteile sind: 

  • niedrige Vorlauftemperaturen (circa 27-29 °C)
  • minimal höhere Kosten als bei Heizkörpern
  • höhere Effizienz und damit energiesparender
  • hohe Lebensdauer durch geringere Temperaturen

Bei den Nachteilen lässt sich die aufwendige Installation anführen, finden Hausbauende nach der Nassverlegung einen Fehler, muss nicht selten der ganze Boden aufgestemmt werden, dass das teuer werden kann, liegt auf der Hand. Andere Nachteile sind: 

  • nicht jeder Bodenbelag geeignet
  • Nachrüstung schwierig
  • Aufheizzeit länger als bei Heizkörpern

Mittlerweile lässt sich das Prinzip der Fußbodenheizungen nicht mehr nur im Boden finden, sondern auch an den Wänden in Form von Wandheizungen. Auch hier werden die Heizschlangen in der Nassbauweise in der Regel direkt in die Wand eingeputzt. Dadurch wird die Wärme von der Wand abgegeben. 

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Die Luftheizung

Für die Bauherren und -herrinnen, die sich für eine ganz andere Variante entscheiden möchten, ist vielleicht die Luftheizung eine gute Alternative, um das zukünftige Traumhaus kuschelig warm zu bekommen. Hierbei werden Schächte in der Wand oder dem Boden installiert, durch die warme Luft in die Räume strömt. Das kann grundsätzlich mit allen gängigen Heizungstechnologien realisiert werden. Im optimalen Fall werden allerdings ein Kachelofen oder eine Luft-Luft-Wärmepumpe verwendet. 

Die Frage der Warmwasseraufbereitung – Wie Energie sparen?

In der Regel wird durch die Heizquelle nicht nur das Heizungswasser erhitzt, sondern auch das warme Wasser, was aus den Leitungen fließt. Um das warme Wasser an die Räume zu liefern, in denen es benötigt wird (zum Beispiel Küche oder Badezimmer), werden isolierte Rohre auf der Boden- oder Deckenplatte mit Schellen befestigt. Ob du Warm- oder Heizwasser erhitzen möchtest, macht einen Unterschied, denn für beide besteht ein vom anderen getrennter Heizkreis, das liegt unter anderem an der niedrigeren Vorlauftemperatur für die Fußbodenheizung, aber auch daran, dass du im Sommer voraussichtlich nur die Warmwasseraufbereitung und weniger die für Heizwasser benötigst. 

Wer an den Energiekosten für die Aufbereitung von Warmwasser sparen möchte, der sollte sich eine Solarthermieanlage installieren. Im Sommer kann diese eventuell sogar den gesamten Bedarf decken. 

Darüber hinaus können Hausbauende überlegen, ob Warmwasser immer sofort zur Verfügung stehen muss oder ob auch eine zeitliche Verzögerung mit kaltem beziehungsweise lauwarmem Wasser zu verkraften ist. Möchten Bauherren und -herrinnen direkt die gewünschte Wassertemperatur haben, muss eine Zirkulationspumpe ins System integriert werden, die das Wasser dauerhaft zirkulieren lässt, sodass kein kaltes stehendes Wasser in den Leitungen vorhanden ist. Der Nachteil dieser Option ist allerdings, dass sich die Pumpe als Stromfresser entpuppt. Mittlerweile lassen sich aber immer mehr intelligente Pumpen im Handel finden, die den eigenen Wasserverbrauch genau analysieren können und Warmwasser dann bereitstellen, wenn es erforderlich ist. Hier sind Bauherren und -herrinnen am besten bei Fachplanern und Co. beraten. 

Veröffentlicht am 
20.8.2021

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