Hausbau: News und Trends KW 38
25/9/2023

Hausbaunews KW 38 (18.09.2023 - 24.09.2023) 

Aktuelle Nachrichten aus der Bau- und Immobilienbranche mit Informationen und Trends für Bauende und alle, die es noch werden wollen.

Preise für Wohnungen und Häuser sinken weiterhin 

Neue Daten des Statistischen Bundesamtes belegen, dass die Preise für Wohnungen und Häuser im zweiten Quartal um rund 9,9 Prozent gesunken sind, wenn die Preise zum Vorjahreszeitraum verglichen werden. Seit 2000 habe es keinen so starken Preisrückgang wie in dieser Zeit gegeben. Nach Expert:innen sei aber vorerst keine generelle Trendwende zu bestätigen. 

Werden die Werte aus den Vorquartalen betrachtet, seien jedoch weniger starke Rückgänge zu beobachten. Im Vergleich zum Vorquartal betrug der Rückgang 1,5 Prozent, in den beiden vorherigen Quartalen seien es noch 2,9 bzw. 5,1 Prozent in Bezug zum Vorquartal gewesen. 

Stabilisierung des Marktes

Eigentlich ist das für Käufer:innen von Vorteil, jedoch sei es für viele Menschen finanziell nicht mehr möglich, eine Wohnimmobilie zu erwerben. Auch Immobilienverkäufer:innen schaden die gesunkenen Preise für das Wohneigentum. 

Finanzierungsvermittler Interhyp beobachtete jüngst in einer Analyse, dass viele Menschen den Traum des Eigenheims erst einmal aufgeben. Miriam Mohr als Vorständin erklärt: “ Es gibt eine riesige Verunsicherung.” Das Gewos-Institut in Hamburg bestätigt die generelle Zurückhaltung von Immobilieninteressierten: “Gegenwärtig sehen wir für den weiteren Jahresverlauf keine wesentlichen Änderungen der marktbestimmenden Faktoren.” Das Institut rechne mit circa 591.800 Kauffällen. Das bedeute rund ein Viertel weniger Abschlüsse als im Jahr 2022 und den niedrigsten Wert seit Reihenbeginn im Jahr 1995. Allerdings sei mit einer Kaufpreisstabilisierung zum Jahresende zu rechnen. 

Das sagt Jens Tolckmitt als Hauptgeschäftsführer des Verband deutscher Pfandbriefbanken: “Es zeichnet sich eine Stabilisierung am Wohnimmobilienmarkt ab”, so Tolckmitt. "Im Markt steigt das Vertrauen, dass die langfristigen Kreditzinsen nicht viel weiter steigen."

Preise in Metropolen sinken stärker 

Im zweiten Quartal sind die Kaufpreise sowohl in städtischen als auch in ländlichen Gebieten gesunken. In Städten seien die Rückgänge jedoch stärker, vor allem in Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf . Ein- und Zweifamilienhäuser verzeichneten hier ein Minus von  12,6 Prozent, Wohnungen waren rund 9,8 Prozent günstiger als im Vorjahr. 

Laut Angaben des Kieler Instituts für Weltwirtschaft gäbe es insbesondere in den sieben Metropolen eine große Zurückhaltung bei den Käufer:innen und Verkäufer:innen. Werden die Verkäufe von Eigentumswohnungen im Vergleich zum Boomjahr 2021 betrachtet, sei ein Minus von über 50 Prozent im Quartalsvergleich zu beobachten. "Besonders dramatisch ist die Entwicklung im Neubausektor, wo die Anzahl der Verkäufe um über 80 Prozent abgestürzt ist.

Quelle: Immobilien - Preisrückgang bei Wohnungen und Häusern setzt sich fort - Wirtschaft - SZ.de (sueddeutsche.de)

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Laut Sparkassen ist Ende des Abwärtstrends bei BauFi zu sehen

Nach Angaben der Sparkassen seien erste Signale zu erkennen, dass der Abwärtstrend bei Baufinanzierungen zunächst gestoppt sei. Obwohl das Immobiliengeschäft des ersten Halbjahres im Vergleich zu Vorjahreswerten um mehr als 50 Prozent gesunken sei, gäbe es immer mehr Anzeichen dafür, "dass der Boden erreicht ist", wie das Handelsblatt den Sparkassen-Präsidenten Helmut Schleweis zitiert. 

Regional seien die Preise für Immobilien leicht gesunken und auch der Anstieg der Baukosten habe sich vermindert, das seien Gründe, die Hoffnung machen. Präsident Schleweis sehe aber das Vorhaben der Bundesregierung, jedes Jahr 400.000 neue Wohnungen zu errichten, als unrealistisch an. Kritik übt Schleweis vor allem an den Förderprogrammen: "Das Anfang Juni aufgelegte Programm der KfW, das Paaren mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 60.000 Euro zinsverbilligte Kredite anbietet, geht weitgehend am Bedarf vorbei.”

Weiter sagt er: "Die allermeisten Familien mit einem solchen Einkommen können sich auch mit verbilligten Krediten kein Wohneigentum leisten." Aus diesem Grund seien in den ersten drei Monaten nur 212 Familien daran interessiert gewesen. 

Quelle :Wirtschaft: Sparkassen beobachten Bodenbildung in der Baufinanzierung - 19.09.2023 (wallstreet-online.de)

Eigentümerverband Haus & Grund verweigert Teilnahme am Wohngipfel

Am Montag, 25.09.2023, findet der von Bundeskanzler Olaf Scholz einberufene Wohnungsgipfel statt, bei dem Lösungen und wirkunsgvolle Maßnahmen für die krisengebeutelte Immobilien- und Wohnungswirtschaft diskutiert werden sollen. Der Eigentümerverband “Haus & Grund” sowie der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen kündigte an, nicht an diesem Termin teilzunehmen. Die Kritik: “Angesichts der dramatischen Situation kann es nicht sein, dass in aller Eile bei einem – in erster Linie öffentlichkeitswirksamen – Termin im Kanzleramt wieder nur ein Paket mit kleinteiligen Maßnahmen präsentiert wird, an dem die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft als ausführende Akteure nicht grundsätzlich mitwirken konnten”, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung auf der Website des Eigentümerverbandes Haus & Grund Deutschland. 

Der Präsident des Verbandes, Dr. Kai Warnecke erklärte in einer Stellungnahme: „Wir müssen feststellen, dass den privaten Immobilieneigentümern mehr und mehr Steine in den Weg gelegt werden: Es wird ein Gebäudeenergiegesetz verabschiedet, das jeden Eigentümer noch weiter unter Druck setzt; die EU arbeitet auf Wunsch und mit Unterstützung der Bundesregierung an Zwangssanierungen; die Förderpolitik ist realitätsfremd; das Mietrecht wird seit Jahren ausschließlich zulasten der Vermieter verschärft und der CO2-Preis wird – obwohl als Lenkungsinstrument durch das GEG entbehrlich – nicht an die Bürgerinnen und Bürger erstattet. Diese Politik wird im Bündnis bezahlbarer Wohnraum völlig ausgeblendet. Deswegen können wir der nur ausschnittartigen Bilanzierung der Bundesregierung nicht zustimmen.“

Die Baugenehmigungen seien im Vergleich zum Juli im Vorjahr um 31 Prozent gesunken und die Baukosten seien überdurchschnittlich stark gestiegen. Der Verband sieht die ersten Vorschläge des Bauministeriums zwar als positive Signale, aber diese seien immer noch zu wenig, um die Belastungen aller Akteure in der Bau- und Wohnungswirtschaft zu bewältigen. Die Expert:innen von Haus & Grund fordern bezahlbare Mieten zwischen neun und 12 pro Quadratmeter und Monat. Dafür sind laut Verband eine Minderung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent in diesem Segment sowie staatliche Förderdarlehen mit einem einprozentigen Zinssatz erforderlich. 

Quelle: Haus & Grund und GdW nehmen nicht am Wohngipfel teil (hausundgrund.de)

Über den Autor
Sabrina Wallbaum
Content- & SEO-Managerin
Sabrina ist für alle Inhalte auf hausbaukurs.de und auf sozialen Medien zuständig. Neben ihrem Fachwissen als Immobilienkauffrau lässt sie in unsere Ratgebertexte jede Menge Leidenschaft für das Schreiben und Recherchearbeit einfließen, sodass unsere Leser:innen immer genau die Infos rund um ihr Anliegen finden, die sie gerade benötigen.

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