Hausbau: News und Trends KW 31
7/8/2023

Hausbaunews KW 31 (31.07.2023 - 06.08.2023) 

Aktuelle Nachrichten aus der Bau- und Immobilienbranche mit Informationen und Trends für Bauende und alle, die es noch werden wollen.

Nachfrage nach günstigeren Häusern steigt

Eine aktuelle Auswertung des Online-Immobilienportals ImmoScout24 zeigt, dass sich Käufer:innen immer weniger Eigenheim leisten können - das verursacht die Verlagerung der Nachfrage in günstigere Preissegmente. 

Metropolen zeigen Nachfrageeinbruch nach teuren Immobilien

Vor allem die steigenden Zinsen seien ein Grund dafür, dass sich Immobilienkäufer:innen umorientieren müssen, um sich den Traum des Eigenheims noch erfüllen zu können. Daher zeigt sich im 1. Quartal 2023 mit einem Zinsniveau von rund vier Prozent, dass sich Menschen mit Kaufwunsch vermehrt für Immobilien in der Preiskategorie zwischen 250.000 und 550.000 Euro interessieren. Im Vorjahreszeitraum seien Immobilien zwischen 550.000 bis 850.000 Euro am gefragtesten gewesen, so die Autor:innen. Mit 34 Prozent war die Nachfrage nach Eigentum in diesem Preissegment vertreten. Diese Trends lassen sich auch in den sieben Metropolen Deutschlands, Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Stuttgart und München feststellen: Der Nachfrageanteil an Immobilien in dieser Preiskategorie sank in den Metropolen auf 28 Prozent (minus 4 Prozent), deutschlandweit auf circa 30 Prozent (minus 4 Prozent) im Q1 2023. 

Aktuell ist der Nachfrageanteil nach Immobilien im niedrigen Preissegment zwischen 250.000 und 550.000 Euro um 6 Prozent auf 29 Prozent angestiegen. In Großstädten sei die Nachfrage stärker, und zwar um 7 Prozent auf 34 Prozent angestiegen. 

Cinja Kinnemann als Geschäftsführerin von immoverkauf24 erklärt: „Die Verlagerung der Nachfrage hin zu günstigeren Preissegmenten zeigt, dass viele Menschen ihren Kaufwunsch zurzeit nur verwirklichen können, wenn sie Abstriche beim Preisrahmen machen.” Außerdem sagt sie weiter: „Das Zinsniveau von 4 Prozent bedeutet häufig eine doppelt so hohe monatliche Ratenbelastung wie in der Niedrigzinsphase. Einige Kaufinteressent:innen müssen daher zurzeit auch vom Kauf absehen. Das zeigt sich darin, dass die relative Nachfrage in der günstigen Preiskategorie bis 250.000 Euro leicht zurückgegangen ist. Aber: Während die Zinsen über ein Jahr in ständiger Bewegung waren, gehen Experten nun davon aus, dass die Zinsen sich auf dem aktuellen Niveau länger halten werden. Das bedeutet wieder mehr Planungssicherheit für potenzielle Käufer:innen und dürfte ein Grund für die jüngst wieder anziehende Kaufnachfrage sein.“

Expertin sieht Politik in der Verantwortung

Kinnemann sehe in Entlastungen und Förderprogrammen seitens der Politik eine Chance, den Kaufmarkt wiederzubeleben. “Die von Bund und Ländern erwogene Reform der Grunderwerbsteuer ist ein begrüßenswerter Schritt in die richtige Richtung. Der Steuersatz liegt in den meisten Bundesländern bei mindestens 5 Prozent, vielfach sogar bei 6 Prozent des Kaufpreises. Entfällt die Steuer für Selbstnutzer:innen, bedeutete das bei den aktuellen Immobilienpreisen eine Entlastung im fünfstelligen Bereich”, so die Expertin.  

Quelle: Nachfrage-Verlagerung in niedrigere Preissegmente: Käufer können sich weniger Eigenheim leisten - ImmoScout24 (immobilienscout24.de)

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Eigentümerverband fordert Entlastung bei Grunderwerbsteuer

Jüngst verkündete Bundesbauministerin Klara Geywitz steuerliche Förderungen für den Wohnungsneubau, insbesondere sollen davon Investoren profitieren. Der Eigentümerverband Haus & Grund begrüßte zunächst die Maßnahme, kritisiere jedoch, dass das Vorgehen nicht ausreiche, um die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt zu entspannen: “Unerlässlich ist, dass endlich die Erwerbsnebenkosten runter müssen. Dazu zählt vor allem eine spürbare Entlastung bei der Grunderwerbsteuer, sodass sich junge Familien wieder Wohneigentum leisten können“, so Kai Warnecke als Verbandspräsident. 

Damit mehr Menschen sich den Traum des Wohneigentums erfüllen können, seien auch eigenkapitalersetzende Darlehen als Unterstützung denkbar. Wohneigentum biete viele Vorteile, wie zum Beispiel den Schutz vor Altersarmut. Der Eigentümerverband fordere den Bau- und Wohnkostencheck von Gesetzen. Auf der eigenen Website heißt es dazu weiter: “Dieser dürfe sich nicht nur auf die Regelungen des Bundes beschränken, sondern müsse die durch Landes- und Kommunalrecht gesetzten Vorgaben umfassen.”

Verbandspräsident Warnecke erklärt, dass ein großer Anteil des Geschosswohnungsbau von Privatpersonen erworben und weiter vermietet wird. „Hier gilt es den Hebel anzusetzen: Die Kosten müssen auf ein Niveau reduziert und die Finanzierungsbedingungen so gestaltet werden, dass Privatpersonen wieder Eigentum erwerben können – sei es, um es zu vermieten oder selbst zu nutzen“, erklärt der Experte. 

Quelle: Neubau ist zentrales Mittel zur Entspannung von Wohnungsmärkten (hausundgrund.de)

Preisrutsch von Immobilien lässt regional nach

Eine Auswertung des Kieler Wirtschaftsforschungsinstitut IfW, für den die tatsächlichen Immobilienverkaufspreise aus 18 Städten analysiert wurden, zeigt, dass der Abwärtstrend von Kaufpreisen vielerorts gestoppt ist. Die Expert:innen des IfW sagen dazu: “Gegenüber dem ersten Quartal 2023 ziehen viele Preise sogar wieder leicht an, allerdings zeigt sich noch ein deutliches Minus gegenüber dem Vorjahr und den Höchstständen”. 

IfW-Präsident Moritz Schularick ist sich jedoch unsicher, ob diese Entwicklung anhält: “Nach einem historisch so ungewöhnlich starken und schnellen Preisverfall, wie wir ihn gesehen haben, ist eine Phase der Gegenbewegung durchaus normal, der abermalige Preisrückgänge folgen könnten.”

Nach Angaben des IfW haben sich die Preise für Häuser zunächst stabilisiert, es sei aber ein erster Preisanstieg vom ersten zum zweiten Quartal festzustellen. Bei Eigentumswohnungen seien die Preise gesunken, aber nur leicht und regional unterschiedlich. Teilweise sei in Städten auch Gegenteiliges zu beobachten. 

Im Vergleich zum Vorquartal sanken die Preise für Eigentumswohnungen um 0,3 Prozent. Einfamilienhäuser verzeichneten einen Anstieg von 2,3 Prozent und bei Mehrfamilienhäusern ist ein Plus um 1,8 Prozent festzustellen. Für Eigentumswohnungen zahlten Käufer:innen im Vorjahresquartal 9,9 Prozent weniger, für Einfamilienhäuser 10,5 Prozent weniger und für Mehrfamilienhäuser 20,9 Prozent weniger. 

In den Top-7-Metropolen sei sogar größtenteils ein Anstieg der Preise für Eigentumswohnungen im Vergleich zum Vorquartal zu erkennen, so die IfW-Expert:innen. Insbesondere in Hamburg (minus 3,9 Prozent) und Frankfurt (minus 0,9 Prozent) sei ein Preisrückgang zu spüren. Im Gegensatz dazu stiegen in Düsseldorf (plus 2,9 Prozent) und in Berlin (plus 1,3 Prozent) die Eigentumswohnungspreise erneut an. 

Quelle: Immobilien - IfW: Abwärtstrend bei Immobilienpreisen teilweise gestoppt - Wirtschaft - SZ.de (sueddeutsche.de)

Über den Autor
Sabrina Wallbaum
Content- & SEO-Managerin
Sabrina ist für alle Inhalte auf hausbaukurs.de und auf sozialen Medien zuständig. Neben ihrem Fachwissen als Immobilienkauffrau lässt sie in unsere Ratgebertexte jede Menge Leidenschaft für das Schreiben und Recherchearbeit einfließen, sodass unsere Leser:innen immer genau die Infos rund um ihr Anliegen finden, die sie gerade benötigen.

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