Elektroinstallation planen: Tipps für den Neubau

8 Tipps für die Elektroplanung im Neubau

Der Ausgangspunkt für eine gute Elektroplanung im Neubau ist die jeweilige Nutzung des Raums mit den individuellen Bedürfnissen. Deswegen sollten sich Hausbauende mithilfe ihres Grundrisses darüber Gedanken machen, wie Wohnzimmer, Küche und Co. eingerichtet werden sollen, um die Elektroinstallationen optimal zu planen. Wer schon frühzeitig weiß, dass zum Beispiel im Arbeitszimmer zusätzlich ein Fernseher installiert werden soll, der spart sich das kostenintensive Nachrüsten. Daneben muss die Elektroplanung den zum Errichtungszeitpunkt gültigen Gesetzen, baurechtlichen Vorschriften und DIN-Normen genügen. 

Der erste Schritt zur guten Elektroplanung ist die Hausbegehung. Hier können Bauende erste Markierungen im Grundriss machen, wo bzw. wie viele Steckdosen, Schalter, Leuchten oder andere Anschlüsse in den einzelnen Räumen benötigt werden.

Achtung! Mithilfe der Tipps für die Elektroplanung kann die grundsätzliche Planung der Elektroinstallationen vorgenommen werden. Allerdings sollten Bauherren und -herrinnen ihre eigene Planung mit dem Architekten bzw. der Architektin, dem Elektrikerbetrieb oder dem zuständigen Bauunternehmen genau absprechen. Die eigentliche Elektroinstallation sollte nur von Fachkräften übernommen werden. Falsch ausgeführte Arbeiten können zur Gefahr für die Bewohner und Bewohnerinnen sowie das Gebäude werden.  
  1. Anschlüsse großzügig einplanen
  2. Mehrere Stromkreise pro Zimmer
  3. Smart Home einrichten
  4. Leerrohre setzen
  5. Blitz- und Überspannungsschutz als Sicherung
  6. Elektroinstallationen für die Außenanlagen
  7. E-Ladestation nicht vergessen
  8. Fernsehanschluss planen

1. Anschlüsse großzügig einplanen

Die Mindestanforderungen für die elektrotechnische Ausstattung von Gebäuden finden Bauherren und -herrinnen in verschiedenen DIN-Normen (zum Beispiel  DIN 18015-2). Dort ist unter anderem geregelt, wo bzw. wie viele Steckdosen und Schalter im Haus mindestens installiert werden müssen. Diese sogenannte Ein-Stern-Installation nach DIN 18015-2 dient in Elektroinstallationsplänen häufig als Grundlage – das bedeutet in der Regel, dass zu wenig Anschlüsse vorgesehen sind. Neben der Mindestausstattung gibt es auch die Standard- (2-Sterne-Ausstattung) und die Komfortausstattung (3-Sterne-Ausstattung). Diese sehen eine größere Anzahl an Anschlüssen vor.

In der Küche sind laut den Mindestvorgaben zum Beispiel 5 Steckdosen zu installieren, bei der Standardausstattung 10 und bei der Komfortausstattung 12 Steckdosen. Damit Bauende lästiges und teures Nachrüsten vermeiden können, sollten sie lieber mehr Anschlüsse einplanen. 

2. Mehrere Stromkreise pro Zimmer

Heutzutage ist es in der Regel nicht mehr ausreichend, nur einen Stromkreis pro Raum zu haben. Vor allem in Zimmern, in denen mehrere Elektrogeräte gleichzeitig in Betrieb sind, werden mehrere Stromkreise benötigt. 

So zum Beispiel in der Küche, wo Elektroherd, Spülmaschine, Kühlschrank und eventuell die Waschmaschine angeschlossen sind. Jedes dieser großen Haushaltsgeräte benötigt in der Regel einen eigenen Stromkreis. Alles muss zusätzlich mit einem FI-Schutzschalter gesichert werden.

Darüber hinaus sollten die Stromkreise für Steckdosen und Lichtschalter voneinander getrennt sein. 

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3. Smart Home einrichten

Viele Bauende nutzen bei der Elektroplanung die Möglichkeit, ihr Haus mit passenden Smart-Home-Systemen auszustatten. Diese können in der kabelgebundenen Variante als sogenanntes Bussystem direkt in den Wänden verlegt werden. Die Kabel dafür können auch nachträglich in Leerrohre eingesetzt werden, wenn diese vorhanden sind. 

Mithilfe des Bussystems können über eine zentrale Steuereinheit alle Anlagen und Geräte automatisiert gesteuert werden. So können Jalousien, die Heizungsanlage oder die elektrischen Geräte intelligent bedient werden. 

4. Leerrohre setzen

Steht die Innenraumplanung noch nicht hundertprozentig oder möchten Bauende die Möglichkeit für Erweiterungen lassen, bieten sich vor allem im Neubau Leerrohre an. Diese werden direkt in der Wand verlegt und bieten Platz für spätere Installationen wie elektrische Jalousien, kabelbasierte Smart- Home-Systeme oder Alarmanlagen sowie weitere Kabel. Die Leerrohre haben viele Vorteile: Bauherren und -herrinnen ersparen sich unter anderem das kostenintensive Aufstemmen der Wände, wenn später nachgerüstet werden soll. Außerdem bleiben Hausbauende flexibel, wenn sich mal etwas an der Wohnsituation ändert. 

Sind nicht ausreichend Leerrohre vorhanden, können Stromkabel aber auch gut in Fußleisten oder Deckenverkleidungen verlegt werden. 

5. Blitz- und Überspannungsschutz als Sicherung

Der Mythos, dass der Blitz immer im höchsten Punkt einschlägt, ist schon längst widerlegt. Wer sich im eigenen Haus wirklich sicher vor Blitzen und Co. fühlen möchte, der sollte auf eine adäquate Blitzschutzanlage setzen. Ein geeigneter Blitzableiter oder Überspannungsschutz schützt das Haus sowie die elektrischen Geräte vor Beschädigungen. 

Ein mehrstufiges Blitzschutzsystem mit Blitz- und Überspannungsschutz gehört in jedem Fall zu einer guten Elektroplanung dazu!

6. Elektroinstallationen für die Außenanlagen

Bauende müssen bei der Elektroplanung nicht nur die Innenbereiche berücksichtigen, sondern auch Wege zum Haus, die Terrasse oder besondere Gestaltungselemente im Garten sollten mit Licht bzw. Strom versorgt werden. Dazu ist es nötig, schon rechtzeitig Erdkabel oder Leerrohre im Erdreich zu verlegen. An der Terrasse sollten zusätzlich zur Außenbeleuchtung mind. zwei Steckdosen angebracht werden. Diese können dann auch für elektronische Gartenhelfer wie Rasenmäher oder Heckenschere genutzt werden. 

Bei den geplanten Elektroinstallationen im Außenbereich muss beachtet werden, dass diese verschiedenen Witterungen standhalten müssen. Deswegen gelten hier besondere Sicherheitsvorschriften, an die Mann oder Frau sich halten muss.  

7. E-Ladestation nicht vergessen

Das E-Auto wird immer beliebter – deswegen macht es beim Neubau Sinn, direkt in eine E-Ladestation in der eigenen Garage zu investieren. Bauende sollten hier auf eine passende Ladestation für ihr Auto schauen. Diese unterscheiden sich nämlich in Leistung, Ladeverfahren und Steckersystem. Falls Bauherren und -herrinnen noch kein E-Auto besitzen, können sie zunächst auch Leerrohre dafür einplanen.

Für die eigene Ladesäule ist ein Starkstromanschluss mit entsprechender Sicherung in der Garage zu installieren. 

8. Fernsehanschluss planen

Fernsehen im heimischen Wohnzimmer, gehört für den Großteil der Bauherren und -herrinnen zur Wohnqualität dazu. Deswegen sollten bei der Elektroplanung auch der Antennenanschluss für den Fernseher eingeplant werden. Bauende müssen sich hier entscheiden, ob sie lieber den Kabelanschluss oder Satellitenempfang bevorzugen, sofern alle Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Am besten wird der Kabelanbieter bei der Planung hinzugezogen. 

Fazit: Großzügig planen und den Neubau absichern

Im besten Fall steht der Grundriss und die entsprechende Einrichtung für jeden Raum des neuen Eigenheims - dann lassen sich Steckdosen, Lichtschalter und Co. bei der Elektroplanung optimal platzieren. Sind sich Bauende aber unsicher oder wollen sie vorausschauend planen und für jede Veränderung der Wohnsituation flexibel sein, lohnt es sich Leerrohre zu verlegen oder mehrere Anschlüsse pro Raum zu realisieren. So bleibt ihnen das kostenintensive Nachrüsten erspart. 

Für eine ausreichende Sicherung der Elektroinstallationen ist es wichtig, die aktuellen gesetzlichen und baurechtlichen Vorschriften zu beachten. Fachkräfte helfen dabei, diese umzusetzen. 

Bauherren und -herrinnen, die die Tipps zur richtigen Elektroinstallation beherzigen, die können beruhigt in ihr Eigenheim starten.

Veröffentlicht am 
17.8.2022

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