Die Wärmpepumpe - Alle Infos im Überblick

Die Wärmpepumpe - Alle Infos im Überblick

Immer mehr Bauende entscheiden sich beim Hausbau für die Installation von Wärmepumpen. Kein Wunder, denn steigende Energiepreise und die Unabhängigkeit von externen Energieversorgern sprechen für diese Art des Heizens. Allerdings wird mancher Bauherr bzw. manche Bauherrin auch von den hohen Investitionskosten der Anlagen abgeschreckt. Wir zeigen dir, was eine Wärmepumpe kostet und ob sich die Anschaffung langfristig lohnt. 

Welche Arten von Wärmepumpen gibt es?

Ganz allgemein nutzen Wärmepumpen die Energie aus der Umgebung, um Wärme zu erzeugen. Diese Energie kann auf verschiedene Weise gewonnen werden, zum Beispiel aus der Luft, dem Grundwasser oder dem Erdreich. Dementsprechend werden in der Regel drei verschiedene Arten von Wärmepumpen unterschieden: Luft-, Erd-, Wasserwärmepumpen

Jedes dieser Systeme erfordert andere Installationsmaßnahmen, welche sich in den Kosten für die einzelnen Wärmepumpen niederschlagen. Vorrangig entstehen bei allen Varianten Strom- und Betriebskosten in unterschiedlicher Höhe. 

Wann lohnt sich die Installation einer Wärmepumpe?

Insbesondere für Bauherren und -herrinnen, die sich den Traum eines Neubaus erfüllen, ist die Wärmepumpe die erste Wahl. Neueste Marktentwicklungen zeigen, dass mehr als 40 Prozent der neuen Gebäude mit den energiesparenden Systemen ausgestattet werden. Schließlich nutzen die Wärmepumpen die kostenlose Energie aus Luft, Wasser oder der Erde. Wer sich also sowieso für eine Art von Heizung entscheiden muss, der sollte sich aufgrund geringerer monatlicher Energiebelastungen für eine Wärmepumpe entscheiden. Zu den Anschaffungskosten der Wärmepumpen müssen allerdings auch Kosten für weitere bauliche und technische Maßnahmen gerechnet werden, wie zum Beispiel Bohrungen und Co. Außerdem müssen grundsätzliche Voraussetzungen für den Einbau solcher Systeme berücksichtigt werden. Am effizientesten arbeiten die Wärmepumpen, wenn Bauende zusätzlich eine Fußboden- oder Wandheizung einsetzen. Im Neubau ist dies realistischer als bei Bestandsgebäuden. 

Hausbesitzer und -besitzerinnen, die auf eine Wärmepumpe umrüsten wollen, sind in der Regel mit größeren Herausforderungen konfrontiert. Hier zeigen individuelle Berechnungen, ob sich der Einbau einer Wärmepumpe langfristig lohnt. 

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Was kosten die einzelnen Wärmepumpen?

Luft-Luft-Wärmepumpe

Die Luft-Luft-Wärmepumpe nutzt die Außenluft zur Wärmegewinnung. In Kombination mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung nutzt sie die gebrauchte Raumluft, um den Innenraum zu erwärmen. Die Installation der Anlage ist insbesondere in Passivenergiehäusern sinnvoll, da dort gute Bedingungen hinsichtlich der Dämmung vorliegen. 

Die Pumpe kostet durchschnittlich 5.000 bis 10.000 Euro, dazu kommen zusätzliche Kosten in Höhe von 2.000 bis 6.000 Euro für den Anschluss des Luftverteilsystems. Die jährlichen Betriebskosten belaufen sich auf rund 1.000 bis 1.500 Euro, da im Winter mehr Strom für die Erwärmung der Luft benötigt wird. 

Erdwärmepumpe

Erdwärmepumpen oder auch Sole-Wasser-Wärmepumpen genannt, nutzen mittels eines Wasser-Sole-Gemischs die Wärme aus dem Erdreich. Die Installation einer Erdwärmepumpe kann auf zwei Wege erfolgen: mithilfe einer Bohrung für die Erdsonde oder durch Erdkollektoren, die oberflächennah installiert werden. Deswegen sind die Kosten und der Aufwand für die Installation einer Erdwärmepumpe im Gegensatz zu anderen Systemen höher. 

Die Anschaffungskosten für eine Erdwärmepumpe liegen bei rund 5.000 bis 12.000 Euro. Zusätzliche Kosten entstehen durch die Erschließung in Höhe von 2.000 bis 8.000 Euro. Die laufenden jährlichen Kosten liegen bei 600 bis 900 Euro. 

Wasserwärmepumpe

Wasserwärmepumpen speisen die Temperatur des Grundwassers durch ein Verdunstungsverfahren in den Heizungskreislauf ein. Für die Installation der Wärmepumpe werden in der Regel zwei Brunnen benötigt, was die Erschließungskosten für die Anlage auf 4.000 bis 7.000 Euro anhebt. Die Anschaffungskosten betragen dann nochmals 9.000 bis 12.000 Euro. Die laufenden Kosten dafür nur 500 bis 800 Euro je nach Modell. 

Wie hoch sind die Betriebskosten für eine Wärmepumpe?

Wärmepumpen punkten auch mit ihren geringen laufenden Betriebskosten, denn außer den Stromkosten fallen in der Regel keine weiteren an. Die Kosten für den Strombedarf variieren je nach Bauart, Stromtarif und den örtlichen Gegebenheiten. Im Schnitt können Bauende mit Stromkosten von circa 1.500 Euro rechnen (Stand April 2022). Hausbesitzer und -besitzerinnen sollten im besten Fall verschiedene Energieversorger vergleichen, teilweise bieten diese günstigeren Strom für Wärmepumpen an. 

Darüber hinaus werden für Wärmepumpen keine Schornsteine benötigt und somit werden auch die Kosten für den Schornsteinfeger eingespart. Mithilfe einer jährlichen Wartung können Hausbauende aber kostenintensive Reparaturen an den Anlagen vermeiden. 

Welche Förderungen bekomme ich für eine Wärmepumpe?

Umweltfreundliches Heizen soll belohnt werden – deswegen erhalten Bauende für die Installation von Wärmepumpen attraktive Förderungen zum Beispiel durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Teilweise bieten auch die einzelnen Bundesländer zinsgünstige Darlehen oder Zuschüsse für die Wärmepumpen an. Dazu müssen verschiedene Bedingungen erfüllt werden, um den Kauf bezuschusst zu bekommen. 

Vor allem profitieren aber Sanierer im Bestandsbau beim Wechsel der Heizungsmethode. Die Höhe der Förderung kann hier von 35 bis zu 50 Prozent betragen, je nachdem welche alte Heizung vorher genutzt worden ist. 

Kostensenkung durch Kombination mit Solar- oder Photovoltaikanlage

Am wenigsten zahlen Hausbesitzer und -besitzerinnen, wenn sie ihre Wärmepumpe mit einer Solarthermie- oder einer Photovoltaikanlage kombinieren. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten: Wer die Sonnenenergie primär für den Wärmekreislauf nutzen möchte, der lässt die Solarthermieanlage die Trinkwassererwärmung übernehmen. Die Wärmepumpe braucht zur Erhitzung nämlich hohe Vorlauftemperaturen, die wiederum Strom benötigen. Für die sekundäre Nutzung der Sonnenenergie im Wärmekreis der Pumpen empfiehlt es sich, dass durch die Solaranlage aufgeheizte Wasser direkt in die Heizungsanlage einzuspeisen. 

Da die Wärmepumpe nur Strom benötigt, kann auch die Kombination mit einer Photovoltaikanlage von Vorteil sein. Diese kann den Strom erzeugen, der für den laufenden Betrieb benötigt wird, sodass hierfür keine Kosten durch externe Energieversorger entstehen. Haben Bauende dann noch zusätzlich in einen Wärmespeicher investiert, kann die Energie so lange gespeichert werden, bis sie benötigt wird. Hier fallen Kosten zwischen 500 bis 2.500 Euro an. 

Für die Kombination mit Photovoltaik- oder Solaranlagen müssen Bauende zusätzlich mehrere Tausende Euro einplanen. Eine Solarthermieanlage kostet im Durschnitt zwischen 5.000 bis 10.000 Euro.

Veröffentlicht am 
6.5.2022

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