Die wichtigsten Versicherungen beim Hausbau

Die wichtigsten Versicherungen für die Bauzeit

Der Traum vom eigenen Haus stellt für viele Bauherren und -herrinnen eine große finanzielle Belastung dar. Sollte dann noch etwas schief gehen, ist ein finanzielles Desaster vorprogrammiert. Aber Hausbauende können ihr Risiko zum Glück mit verschiedenen Versicherungen für die Bauzeit minimieren. Aber nicht nur das, teilweise sind die Versicherungen (zum Beispiel die Feuerrohbauversicherung) Voraussetzung dafür, dass die zukünftigen Hausbesitzer und -besitzerinnen überhaupt die Zusage zur Finanzierung erhalten. Wer sich im Dschungel der Bauversicherungen zurechtfinden möchte, der sollte sich gut informieren. 

Welche Versicherungen für den Bau gibt es?

Schäden am Bau durch Unwetter, Feuer oder Vandalismus sind für Bauherren und -herrinnen nicht nur ärgerlich, sondern in der Regel auch mit hohen Kosten verbunden. Deswegen lohnt es sich in vielen Fällen eine entsprechende Versicherung abzuschließen, um das Geld nicht aus eigener Tasche bezahlen zu müssen. Dabei sind diese Versicherungen ein absolutes Muss auf dem Weg zum eigenen Traumhaus: 

Bauherrenhaftpflichtversicherung

Auf der Baustelle lauern viele Gefahren, die nicht nur die am Bau Beteiligten betreffen, sondern auch Passanten oder Ähnliches. Obwohl Bauherren und -herrinnen hier die besondere Pflicht haben, die Baustelle ausreichend zu sichern, kann es trotzdem immer wieder zu Unfällen kommen. Beispielsweise rutscht ein Passant auf rumliegenden Bauschutt aus und ist durch seine Verletzung wochenlang arbeitsunfähig. Haben Hausbauende jetzt eine Bauherrenhaftpflichtversicherung abgeschlossen, müssen sie die Schadensersatzforderungen nicht aus den eigenen finanziellen Mitteln bezahlen. 

Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung zählt zu den Versicherungen, die Bauherren und -herrinnen in jedem Fall abschließen sollten. Sie schützt vor allem bei Personen-, Sach- oder Vermögensschäden, die hohe Kosten verursachen können. Die Bauherrenhaftpflichtversicherung selbst schließen Hausbauende bereits vor dem Bau ab. 

Wie teuer eine Bauherrenhaftpflichtversicherung ist, ist abhängig vom Anbieter. Allgemein kann gesagt werden, dass die Versicherung ein Tausendstel der Bausumme ausmacht. Wer also für 250.000 Euro baut, der muss mit Kosten von 200 bis 300 Euro für die Versicherung rechnen. 

Versicherung haftet für Schäden durch:

  1. herabfallende Teile vom Gerüst oder Bau
  2. mangelhafte Baustellensicherung
  3. mangelhafte Sicherung und Abdeckung von Baugruben
  4. Bauarbeiten, die das Nachbargrundstück beschädigen
  5. Schmutz, Staub und Sonstiges auf den Nachbargrundstücken

Darüber hinaus haftet sie für Personenschäden, die durch die Baustelle verursacht worden sind, wenn zum Beispiel ein Passant auf der durch den Bau verschmutzten Straße ausrutscht.

Bauleistungsversicherung

Eine Bauleistungsversicherung sichert den Hausbauenden in den Fällen ab, mit denen Bauherren und -herrinnen in der Regel nicht rechnen, also bei unvorhersehbaren Ereignissen, die Schäden am Bau anrichten. Das können unter anderem Schäden sein, die durch extreme Wetterverhältnisse wie Hagel oder Sturm sowie Hochwasser oder aber durch die mutwillige Zerstörung von Dritten entstehen.

Da solche Schäden immer wieder vorkommen, vor allem in Regionen, in den Hochwasser nicht selten ist, ist die Bauleistungsversicherung eine sinnvolle Ergänzung zur Bauherrenhaftpflichtversicherung. 

Die Kosten für eine Bauleistungsversicherung sind abhängig von den Gesamtkosten des Baus. Wird ein Haus für 250.000 Euro gebaut, kostet die Bauleistungsversicherung zwischen 300 und 900 Euro.

Versicherung haftet für Schäden durch: 

  1. höhere Gewalt (zum Beispiel Hochwasser, Sturm)
  2. Elementarschäden
  3. Konstruktions- und Materialfehler
  4. Vandalismus und mutwillige Zerstörung
  5. Zusatzoption: Diebstahl verbauter Teile

Achtung: In einer Bauleistungsversicherung sind keine Schäden durch Feuer oder Brand versichert, hier benötigen die Hausbauenden eine Feuerrohbauversicherung. 

Starte deinen Hausbau mit Plan

Unser Hausbaukurs hilft dir dabei dein Bauvorhaben zu planen, kostspielige Fehler zu vermeiden, Mängel vorzubeugen und immer den Überblick über dein Bauvorhaben zu behalten.

Zum Hausbaukurs

Feuerrohbauversicherung

Auch die Feuerrohbauversicherung zählt zu den gängigen Versicherungen, die ein Bauherr oder eine Bauherrin abschließen sollten. Wie der Name schon sagt, sind in dieser Versicherung Schäden durch Brand, Blitzschlag oder Explosionen am Rohbau und an den Bauteilen versichert. Auch Schäden, die durch den Rauch bei einem Brand oder die Löscharbeiten entstehen, sind in der Versicherung abgedeckt. 

Dabei wird die Feuerrohbauversicherung schon vor dem Bau abgeschlossen. Bei vielen Kreditinstituten ist sie auch die Voraussetzung dafür, dass Bauherren und -herrinnen eine Finanzierungsbestätigung erhalten. 

Bei einigen Anbietern ist die Versicherung kostenlos, wenn die Hausbauenden im Anschluss auch eine Wohngebäudeversicherung dort abschließen. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass Hausbauende von Anfang an eine Wohngebäudeversicherung abschließen, in der dann eine Feuerrohbauversicherung enthalten ist. 

Versicherung haftet für Schäden durch: 

  1. Brand
  2. Blitzschlag
  3. Rauch und Löscharbeiten

Die Feuerrohbauversicherung ist ergänzend zur Bauleistungsversicherung abzuschließen. 

Bauhelferunfallversicherung

Wer sich am Bau Hilfe von Verwandten, Freunden und Co. holt, der sollte auch diese in jedem Fall gegen Schäden absichern. Vor allem bei Laien passieren nicht selten Unfälle, die nicht nur der Person schaden, sondern die auch eine große finanzielle Folge haben. Die Bauhelferunfallversicherung haftet dabei für Schäden der Bauhelfer, die durch Unfälle, fahrlässiges Verhalten, aus Versehen oder durch Ungeschicklichkeit entstehen. 

Neben der Bauhelferunfallversicherung müssen Hausbauende ihre Helfer/-innen aber auch bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft anmelden. Innerhalb der Berufsgenossenschaft müssen Bauherren und -herrinnen je nach Eigenleistungen auch Beiträge abführen. Die Bauhelferunfallversicherung zählt als zusätzliche Versicherung über die Leistungen der Berufsgenossenschaft hinaus. 

Die Bauhelferunfallversicherung wird dabei pro Bauhelfer oder -helferin bezahlt und kostet im Durchschnitt 25-40 Euro pro Person. 

Haftpflichtversicherung für unbebaute Grundstücke

Hausbauende, die bereits ein Grundstück besitzen, aber noch nicht direkt mit dem Bau starten können oder wollen, sollten zur Sicherheit eine Haftpflichtversicherung für das unbebaute Grundstück abschließen. Denn auch hier können sie bei Unfällen oder Schäden, die auf dem Grundstück passieren oder dadurch verursacht werden, zur Haftung gezogen werden. Spielende Kinder, die sich auf dem Grundstück verletzen, ein umstürzender Baum, der das Nachbargrundstück trifft oder ein Passant, der im Winter auf dem Bürgersteig ausrutscht – diese Unfälle sind nicht selten. 

Versicherung haftet für Schäden durch: 

  1. mangelhafte Verkehrssicherungspflicht (zum Beispiel Streuen im Winter)
  2. umstürzende Bäume auf dem Grundstück
  3. Wege, die unbefestigt sind

Bauherren und -herrinnen, die ein unbebautes Grundstück besitzen, das größer als 2.000 Quadratmeter ist, können dieses über die sogenannte Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht versichern lassen. 

Versicherungen sind Must-haves für den Hausbau

Wer sein finanzielles Risiko minimieren möchte, der sollte sich für alle Fälle absichern. In Gebieten, in denen Hochwasser üblich ist oder für den Fall, dass das Haus erst später gebaut werden soll, ist es sinnvoll, mit zusätzlichen Versicherungen den sicheren Weg zu gehen. Teilweise sind die Versicherungen auch unverzichtbar für den eigenen Schutz und den der anderen auf dem Bau Beteiligten. 

Wäge genau ab, welche Versicherungen du benötigst und wenn du dich entschieden hast, dann vergleiche die Preise von unterschiedlichen Anbietern. Teilweise bieten Versicherungen auch entsprechende Versicherungspakete für den Bau an, die dann günstiger sein können. Darüber hinaus kann bei einigen Versicherungsdienstleistern Geld gespart werden, wenn sich Hausbauende für Anschlussversicherungen entscheiden. 

Veröffentlicht am 
17.6.2021

Ähnliche Artikel

Alle Ratgeber Artikel
Grundrissplanung: 3 Grundrisstypen beim Hausbau

Grundrissplanung: 3 Grundrisstypen beim Hausbau

Finde mit unserem Ratgeber heraus, welcher Grundrisstyp du bist: offener Grundriss, Flur-Grundriss, Raum-zu-Raum-Grundriss, inkl. hilfreicher Tipps

Hausbau: Erste Schritte
Hausbau: News und Trends KW 47

Hausbau: News und Trends KW 47

News und Trends zum Thema Hausbau (KW 47): Bauzinsen wieder im Abwärtstrend?, Solardachziegel, Fertighausbau in Sachsen-Anhalt

Hausbau News
Hausbau: News und Trends KW 46

Hausbau: News und Trends KW 46

News und Trends zum Thema Hausbau (KW 46): Kaminöfen gegen die Energiekrise, Hausbau mit Ladestation fürs E-Auto, Grundstücke in Bayern weiterhin begehrt

Hausbau News