Hausbau: News und Trends KW 44

Hausbaunews KW 44 (31.10.2022 - 06.11.2022)

Aktuelle Nachrichten aus der Bau- und Immobilienbranche mit Informationen und Trends für Bauende und alle, die es noch werden wollen.

Aufträge für Fertighäuser gehen zurück

Bis zuletzt trotzte die Fertighausbranche der allgemeinen Baukrise - jetzt meldet der Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) jedoch eine “große Zurückhaltung” bei den Bauwilligen (von Fertighäusern). 

Mathias Schäfer als Präsident des BDF bestätigt gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: “Seit ein paar Monaten spüren wir eine große Zurückhaltung”. Die Gründe dafür seien vielfältig: gestiegene Baupreise durch Inflation und knappes Material, Auslauf der Neubauförderung, hohe Bauzinsen und Co. führen dazu, dass der Großteil der Fertighausanbieter nicht für die Zukunft planen könne. 

Der Trend zum Fertighaus zeichnet sich seit der Jahrtausendwende ab - nahezu jeder vierte Neubau (Ein- und Zweifamilienhäuser) in Deutschland wird in Fertigbauweise gebaut (Marktanteil von 23,1 Prozent). 

Kaufwillige oder Interessierte können laut Schäfer jedoch nicht auf kurzfristige Rabatte oder Preisnachlässe hoffen, da die Materialkosten zu hoch seien. Der langfristige Trend für die Rohstoffpreise sei bisher nicht abzusehen. Geschäftsführer Johannes Schwörer vom Fertighausanbieter SchwörerHaus erklärt, dass Bauherren weiterhin mit rund 300.000 Euro für ein Fertighaus in Holzständerbauweise rechnen müssen. “Es ist ganz wichtig, dass man den Endverbraucher nicht so verunsichert, dass er sich total ins Schneckenhaus verzieht und gar nichts mehr macht”, fügt Schwörer hinzu. 

Der Geschäftsführer des Fertighausanbieters stellt fest: “Die Vertriebszahlen sind deutlich rückläufig. Das macht noch nichts, weil wir einen großen Auftragsbestand haben.” Diese Aufträge sind aber auch irgendwann abgearbeitet. 2022 rechne das Unternehmen mit einem Verkauf von 700 Häusern. 2021 waren es noch 1200. 

Quelle: Immobilien: Fertighausbauer bekommen deutlich weniger Neuaufträge - DER SPIEGEL

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Wohngebäudeversicherungen werden 2023 teurer

Immobilienbesitzer und -interessierte müssen neben den erhöhten Energie- und Baukosten mit einer weiteren Kostensteigerung bei der Wohngebäudeversicherung zum gleitenden Neuwert um rund 15 Prozent rechnen. Das gab der Gesamtverband der Versicherer (GDV) kürzlich bekannt. 

Inflation und Preissteigerungen müssen berücksichtigt werden

Die Wohngebäudeversicherung zum gleitenden Neuwert ist für Versicherer ein wichtiges Instrument: Bei ihr werden keine festen Versicherungssummen für Immobilien angegeben, sondern die im Schadensfall anfallenden Kosten für Reparaturen und Wiederherstellung des Gebäudes zu aktuellen Preisen veranschlagt. So wird eine Unterversicherung der Wohnimmobilie zuverlässig verhindert. Der dafür notwendige Anpassungsfaktor wird jedes Jahr an den Baupreis-  und Lohnkostenentwicklungen mit Hilfe von Indizes ausgerichtet.  Die letzten zehn Jahre stieg dieser um durchschnittlich drei Prozent an, im Jahr 2023 liegt der Anstieg jedoch bei 14,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die stellvertretende GDV-Hauptgeschäftsführerin, Anja Käfer-Rohrbach, erklärt: „In einer Zeit steigender Inflation, hoher Bau- und Energiekosten können die Anpassungen in der Wohngebäudeversicherung viele Hausbesitzer/-innen hart treffen. Sie sind aber notwendig, damit ein Haus auch künftig ausreichend versichert ist und existenzielle Risiken abgewendet werden können“.

Kein außerordentliches Kündigungsrecht 

Versicherungskunden haben laut Verband aber kein Recht auf Kündigung. Auf der Website des GDV heißt es dazu: “Wohngebäudeversicherer, die die gleitende Neuwertversicherung anbieten, sind dazu verpflichtet, ihre Beiträge jährlich an diese Indexerhöhung anzugleichen. Versicherungskunden/-innen haben durch eine solche Beitragsanpassung kein außerordentliches Kündigungsrecht. Denn mit der Anpassung des Beitrages ist eine Anpassung der Leistung im Schadenfall verbunden. Allerdings kann der Kunde der Beitragsanpassung widersprechen. Sein Gebäude wäre dann künftig nicht mehr zum gleitenden Neuwert versichert und möglicherweise schnell unterversichert.”

Quelle: Auswirkungen von Inflation und Baukosten auf die Wohngebäudeversicherung (gdv.de)

Steigende Nachfrage nach Immobilien mit erneuerbaren Energien

Eine neue Auswertung von McMakler gibt die aktuelle Lage auf dem Immobilienmarkt wieder: Von Juli bis September zeigt sich ein aus dem 2. Quartal anhaltender Negativtrend von sinkenden Kaufpreisen für Immobilien. Darüber hinaus wächst das Kaufinteresse an Immobilien, die mittels erneuerbarer Energien versorgt werden. Die Auswertung basiert auf den Marktentwicklungen für Kaufpreise, Nachfrage und Angebot von deutschen Immobilien in den ersten drei Quartalen 2022. Außerdem wurden die eigens ausgestellten Energieausweise des Unternehmens ausgewertet. 

Der Vergleich der Immobilien nach den jeweiligen Energieträgern, unter anderem Gas, Öl, Strom und regenerative Energiequellen zeigt, dass die Nachfrage nach Immobilien mit erneuerbaren Energiequellen um 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Gebäude, die eine Gasversorgung aufweisen, verzeichnen einen Nachfragerückgang von 13,5 Prozent. Auch Immobilien mit Öl- (-9,8 Prozent) oder Stromversorgung (-9,4 Prozent) werden weniger nachgefragt.  

Nach Angaben des Unternehmens zeigen sich bei Immobilien, die auf regenerative Energieversorgung zurückgreifen, Quadratmeterpreise, die deutlich über dem Durchschnitt liegen. In München zahlen Interessierte solcher Immobilien durchschnittlich 11.754 Euro pro Quadratmeter, in Frankfurt am Main 8.501 Euro und in Stuttgart 8.139 Euro je Quadratmeter. Die Quadratmeterpreise von Wohnimmobilien mit Ölheizung in Köln liegen dagegen bei 5.246 Euro. Wer sich für eine Wohnimmobilie mit Ölversorgung in Berlin interessiert, der bezahlt im Schnitt sogar “nur” 5.301 Euro je Quadratmeter. 

Felix Jahn, Gründer von McMakler, erklärt: “Die Politik muss dringend mehr für die Energiebilanz von Wohnimmobilien in Deutschland tun. Eine krisenfeste Energieversorgung hat derzeit eine hohe Priorität bei Immobilienbesitzern und Interessenten – das bestätigt die sinkende Nachfrage nach Immobilien mit Gas- oder Ölversorgung aus unserer Analyse. Es ist davon auszugehen, dass Immobilien ohne zukunftssichere Versorgung mittelfristig einen signifikanten Wertverlust verzeichnen werden.”

Quelle: Wann sinken die Immobilienpreise? | McMakler

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Veröffentlicht am 
7.11.2022

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