Geschossflächenzahl: GFZ einfach berechnen!
3/8/2023

Geschossflächenzahl: Das solltest du über die GFZ beim Hausbau wissen

Während der Planung deines Baus wirst du dich in jedem Fall mit der Geschossflächenzahl (GFZ) deines Traumhauses befassen müssen. Mit Hilfe der GFZ wird nämlich gesetzlich vorgeschrieben, wie viel (Geschoss-)Wohnfläche du auf deinem Grundstück realisieren darfst. Wir erklären dir genau, was die GFZ bedeutet, wo du sie findest und wie du sie ganz einfach berechnest. 

Was ist die GFZ?

In Deutschland wird durch die Baubehörden genau geregelt, wo und wie auf einem Grundstück gebaut werden darf. Diese (städte-)baulichen Regelungen werden zum Beispiel durch die Geschossflächenzahl (GFZ) in den Städten und Gemeinden umgesetzt. 

Durch die GFZ wird dir vorgeschrieben, wie viel Geschossfläche die Vollgeschosse deines Hauses in Bezug auf die Quadratmeterfläche deines Grundstücks haben dürfen. Sprich: Die GFZ regelt das Verhältnis von Grundstücksgröße zu Quadratmetergröße der Vollgeschosse. 

Neben der GFZ spielen natürlich weitere Kennzahlen, wie zum Beispiel die Grundflächenzahl (GRZ) oder die Anzahl der Vollgeschosse, für dein Projekt eine wichtige Rolle. 

Wofür benötige ich die GFZ?

Mit Hilfe der GFZ kannst du berechnen, wie viel Fläche die Vollgeschosse deines Traumhauses im Verhältnis zu deiner Grundstücksgröße haben dürfen. Das ist für deine Planung äußerst wichtig. Solltest du dich nämlich nicht daran halten, widerspricht die Baubehörde in der Regel deinem Bauvorhaben. 

Beachte: In der Landesbauordnung deines Bundeslandes ist genau geregelt, wann es sich um ein Vollgeschoss handelt und wann nicht. Am einfachsten ist es, wenn du dazu deine:n beauftragte:n Architekt:in ragst. 
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Wo finde ich die GFZ?

Die GFZ findest du im Bebauungsplan. Dort wird sie in der Regel als Dezimalzahl angegeben. Zum Beispiel steht in eurem Bebauungsplan eine GFZ von 0,7. Für ein 600 Quadratmeter großes Grundstück bedeutet das also eine maximal zulässige Gesamtfläche der Vollgeschosse von 420 Quadratmetern. 

Achtung: Verwechselt nicht GFZ und GRZ miteinander. Durch die GRZ wird geregelt, wie viel Prozent eines Grundstücks bebaut werden darf. Außerdem gibt die GFZ nicht an, wie viele (Voll-)Geschosse ihr realisieren dürft! 
Die GFZ finden Bauherr:innen im Bebauungsplan für ihr Grundstück. Sie ist ein wichtiges Planungsinstrument!
Die GFZ finden Bauherr:innen im Bebauungsplan für ihr Grundstück. Sie ist ein wichtiges Planungsinstrument!

Wie berechne ich die (Gesamt-)Geschossfläche?

Durch die GFZ kannst du berechnen, wie viel maximale Gesamtgeschossfläche dein Haus im Verhältnis zu deinem Grundstück haben darf. Um diese Geschossgesamtfläche auszurechnen, benötigst du die GFZ für dein Grundstück, welche du im Bebauungsplan findest, und die genaue Größe deines Grundstücks. Dann kannst du mit folgender Formel rechnen: 

Grundstücksgröße x Geschossflächenzahl (GFZ) = maximale Gesamtfläche aller Vollgeschosse

Nehmen wir als Beispiel ein 600 Quadratmeter großes Grundstück und eine GFZ von 0,7:

600 x 0,7 = 420 Quadratmeter Geschossgesamtfläche

Genauer bedeutet das, dass du 420 Quadratmeter auf die geplanten bzw. maximal zulässigen Stockwerke/Geschosse deines Hauses verteilen kannst (Dach- und Kellergeschoss sind in der Regel ausgenommen). Sind laut Bebauungsplan zwei Stockwerke zulässig, kannst du jedes mit 210 Quadratmetern Brutto-Grundfläche realisieren. 

Wie berechne ich die GFZ?

Eigentlich muss die GFZ nicht berechnet werden, da sie bereits im Bebauungsplan steht. Allerdings möchten manche Bauherr:innen während des Baus berechnen, ob die Geschossfläche wirklich den rechtlichen Vorgaben, sprich der GFZ, entspricht. Ist das also bei dir der Fall, gehst du wie folgt vor: Du addierst mithilfe der Außenmaße die Flächen aller Vollgeschosse deines Hauses, um die Geschossgesamtfläche zu erhalten. Diese teilst du durch die Größe des Grundstücks. So erhältst du die GFZ deines Grundstücks. 

Beispiel:

420/600 = 0,7 GFZ

Warum gibt es die GFZ?

Die GFZ ist eines der städtebaulichen Planungsinstrumente, die vom Gesetzgeber eingesetzt werden, um die allgemeine Bebauung in Städten und Gemeinden zu regeln. Die GFZ soll verhindern, dass zu hoch gebaut wird. Ein zu hoch gebautes Haus in einem Wohngebiet könnte zum Beispiel auf dem Nachbargrundstück für fehlendes Licht oder Ähnliches sorgen. Deswegen musst du dich als Bauherr:in genau an diese Vorgaben halten. 

Aktuell weisen Grundstücke in Neubausiedlungen in der Regel eine maximale GFZ von 1,0 oder 1,2 auf. Häuser sollen bewusst niedriger gebaut werden, um Mensch und Tier zu schützen, aber gleichzeitig die Möglichkeit schaffen, den immer weniger werdenden Platz für (neuen) Wohnraum bestmöglich auszunutzen.

Über den Autor
Sabrina Wallbaum
Content- & SEO-Managerin
Sabrina ist für alle Inhalte auf hausbaukurs.de und auf sozialen Medien zuständig. Neben ihrem Fachwissen als Immobilienkauffrau lässt sie in unsere Ratgebertexte jede Menge Leidenschaft für das Schreiben und Recherchearbeit einfließen, sodass unsere Leser:innen immer genau die Infos rund um ihr Anliegen finden, die sie gerade benötigen.

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