Außenanlage planen und gestalten - hausbaukurs.de

Die Außenanlage planen und gestalten

Der Traum vieler Bauherren und -herrinnen ist es, nach den anstrengenden Wochen und Monaten des Hausbaus auf ihrer fertigen Terrasse zu sitzen und ihren schönen grünen Garten zu bewundern. Dass es, auch wenn das Traumhaus steht, noch ein langer Weg ist, bis die Außenanlagen mit Garten und Wegen steht, möchten viele Hausbauende nicht hören – Verständlich, denn beim Bepflanzen, Wege befestigen und Terrasse bauen, fällt nicht nur jede Menge Arbeit an, sondern es gilt auch einiges bei der Planung zu beachten. 

Das kleine 1x1 der Außenanlagengestaltung

Viele Bauherren und -herrinnen erledigen die Planung und die Ausführung der Außenanlagen als letzten Schritt beim Hausbau selbst. Teilweise kann sich das dann über mehrere Monate oder sogar Jahre hinziehen, weil entweder kein Budget mehr vorhanden ist oder die Kräfte für die letzten Arbeiten fehlen. Deswegen macht es Sinn, sich auch schon früher im Bauprozess mit der Gestaltung und dem Bau der Außenanlagen zu befassen. Hierauf solltest du bei der Planung und Gestaltung deiner Außenanlage achten: 

  • Im Bebauungsplan finden Hausbauende teilweise Vorgaben zur Garten- und Außenanlagengestaltung, zum Beispiel zu Einfriedungen, Pflanzgeboten oder Belagsmaterialien. Deswegen ist der Blick in den Bebauungsplan ein absolutes Muss, bevor du mit der Planung und dem Bau startest. 
  • Werden große Flächen versiegelt, steigt das Risiko, dass das Regenwasser nicht mehr richtig abfließen kann, so kann unter anderem auch Hochwasser entstehen und die Kanäle und Kläranlagen werden übermäßig belastet. Deswegen solltest du bei deiner Außenanlage darauf achten, dass nur so viel Fläche befestigt wird, wie auch wirklich nötig ist, um die Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen bestmöglich zu erhalten. 
  • Setze bei deiner Gartengestaltung vor allem auf heimische Pflanzenarten, nicht nur, dass diese in der jeweiligen Region am besten wachsen, sondern sie fügen sich auch perfekt in die vorhandene Natur ein. 
  • Beim Pflanzen von Büschen, Bäumen, Hecken und Co. solltest du darauf achten, dass du einen ausreichenden Pflanzenabstand wählst, da diese in der Regel in die Breite wachsen. 
  • Wer sich lieber von einem Profi beraten lassen möchte, der kann sich an einen regionalen Landschafts- und Gartenbauer wenden. Dieser wird dein Grundstück vermessen, dir einen perfekten Gestaltungsentwurf planen und wenn du möchtest auch alle Arbeiten ausführen. Um die Kosten geringer zu halten, kannst du es auch nur beim Vorentwurf belassen und die Arbeiten selbst ausführen. 

Wenn du alle Tipps beherzigst, dann kannst du bald nicht nur in deinem Traum vom Haus sitzen, sondern auch auf deiner perfekten Terrasse mit Blick ins Grüne. 

Der Weg zu deinem Traumhaus 

Nicht nur der Garten gehört zur Außenanlage, auch Wege prägen das Erscheinungsbild deines Hauses − Wer sich selbst und seinen Besuchern also einen willkommenen Empfang bereiten möchte, der gestaltet schon den Weg zum Haus und den Eingangsbereich passend. Aber was ist hier zu beachten?

  • Die Hausnummer ist sichtbar und gut lesbar am Haus angebracht. Sie kann unter anderem auch beleuchtet werden, so ist sie zu jeder Tages- und Nachtzeit erkennbar. 
  • Der Weg zum Haus und der Eingangsbereich beziehungsweise die Haustür selbst sollten von der Straße aus zu erkennen sein. Deshalb können zum Beispiel Wand- und Pollerleuchten, die den Weg beleuchten, als Orientierung für Besucher und Bewohner eingesetzt werden. 
  • Es ist sinnvoll, den Zugangsweg zum Haus zu befestigen, zum Beispiel ihn zu pflastern oder zu asphaltieren. Einerseits wird dadurch nicht so viel Schmutz und Dreck ins Haus getragen und andererseits erhöht es die Sicherheit bei Eis und Schnee, da dieser besser geräumt werden kann. 
  • Um einen barrierefreien Zugang für gehbehinderte Menschen oder einen Kinderwagen zu ermöglichen, ist der Weg stufenlos und flach geneigt (max. 6 % für Rollstühle) zu planen. Bei einer zu lang geneigten Strecke müssen ebenfalls Zwischenpodeste eingeplant werden. Für Rollstuhlfahrer sollte eine Wegbreite von 1,20 und 1,50 m eingehalten werden.
  • Damit Regenwasser nicht ins Haus eindringen und korrekt abfließen kann, ist es sinnvoll, dass der Zuweg ansteigend zur Haustür oder eine passend dimensionierte Gitterrinne vor der Haustür ausgeführt wird. 

Darüber hinaus kannst du darüber nachdenken, ob du dir und deinen Besuchern bei Regen einen feuchten Willkommensgruß an der Tür ersparen möchtest, indem du auf ein Vordach setzt. Am besten reicht der Platz unter dem Vordach für mehrere Personen gleichzeitig. Auch um seine Pakete vor Regen zu schützen, macht so ein überdachter Bereich Sinn. 

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Terrassengestaltung

Wenn es um die Gestaltung der Terrasse(n) geht, müssen Hausbauende einige Entscheidungen treffen: Wo soll sie liegen? Wie groß soll sie sein? Welchen Terrassenbelag soll ich wählen? 

Ausrichtung und Lage

Hausbauende sollten sich frühzeitig entscheiden, wo die Terrasse im Idealfall liegen soll. Vielleicht direkt am Haus mit Zugang aus der Küche oder dem Wohnzimmer oder doch lieber zentral im Garten? Die Entscheidung über Lage und Ausrichtung wird auch durch Faktoren wie Besonnung des Grundstücks und Nutzungszeit beeinflusst. Wer lieber wind- und sonnengeschützt sitzt, der kann überlegen, seine Terrasse unter Bäumen oder Ähnlichen zu setzen. 

Größe

Je nachdem, wie viele Menschen auf der Terrasse Platz finden sollen, sollte ausreichend Fläche eingeplant werden (mindestens 15 bis 20 Quadratmeter). In der Regel ist es zu empfehlen, dass die Terrasse proportional an die Grundstücksfläche und den -zuschnitt angepasst wird. 

Untergrund und Absicherung

Um lange etwas von seiner Terrasse zu haben und eine Befestigungssicherheit zu gewährleisten, ist es wichtig, dass die Terrasse auf ausreichend verdichteten Erdreich errichtet wird. Zudem ist eine passende Unterkonstruktion zu wählen. In abschüssigem Gelände muss sie zusätzlich mit Stützmauern oder Trockenmauern abgesichert werden. 

Regenwasser

Besonders wichtig bei der Gestaltung der Terrasse ist, dass anfallendes Regenwasser mit einem Gefälle vom Haus weggeleitet wird. Darüber hinaus sollte bei der Auswahl der Materialien beachtet werden, dass der gewählte Bodenbelag durchlässig ist, damit das Regenwasser ausreichend versickern kann. 

Terrassenbelag

Für die Bodengestaltung der Terrasse gibt es kaum Grenzen, du kannst dich entweder für Holz, Betonplatten, Natursteine, Pflasterklinker usw. entscheiden. Jeder dieser Beläge hat natürlich seine Vor- und Nachteile. Holz als Rohstoff ist zum Beispiel pflegeintensiver, als es Betonplatten sind. Wofür du dich letzten Endes entscheidest, hängt von deinem persönlichen Geschmack ab. Im Fachhandel oder im Baumarkt kannst du dich dahingehend von Profis beraten lassen. 

Im Allgemeinen lassen sich diese Aussagen also nicht pauschal beantworten, weil sie individuell auf zum Beispiel die Grundstücksgröße, den -zuschnitt oder den Grundriss des Hauses und den persönlichen Geschmack abgestimmt werden müssen.

Was du noch beachten kannst – Stellplätze, Garten, Beleuchtung und Co. 

Stellplätze für Autos, die Beleuchtung und die Gestaltung des Gartens gehören ebenso zur Außenanlage dazu und insgesamt sollte alles ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Deswegen solltest du bei deiner Planung auch diese Aspekte beachten: 

  • Ausreichend Platz für deinen Fuhrpark: Einfacher Stellplatz, Garage oder doch lieber Carport? In der Regel wird unter anderem in den Landesbauordnungen geregelt, dass ausreichend Parkplätze auf dem Grundstück vorhanden sein müssen. Möchtest du dein Auto sicher geschützt wissen, empfiehlt sich ein Stellplatz mit Dach. Was du dabei beachten musst, ist, dass du sowohl für eine Garage als auch für ein Carport eine Baugenehmigung benötigst. Beide bieten ihre eigenen Vorteile: Ein Carport ist zum Beispiel kostengünstiger als eine Garage. Diese bietet aber wiederum auch Platz für andere Gegenstände und einen besonderen Schutz für das Auto. 
  • Individuelle Gartengestaltung: Für Bauherren und -herrinnen mit grünem Daumen bietet der eigene Garten viele Gestaltungsmöglichkeiten. Bei der Auswahl der richtigen Büsche, Bäume und Pflanzen von der Größe und dem Standort her kann ein Gärtner oder ein Landschaftsbauer weiterhelfen. 
  • Beleuchtung: Möchtest du auch auf deiner Terrasse nicht im Dunklen sitzen, ist es notwendig, dass sich am Haus Stromauslässe befinden. Diese müssen schon bei der Elektroplanung des Hauses beachtet werden. Gleiches gilt auch für die Beleuchtung von Wegen, Bäumen und Co. 
  • Mülltonnenstellplatz: Wer hat sie schon gerne im Blickfeld oder im schlechtesten Fall sogar direkt vor der Haustür? Während deiner Planung solltest du darauf achten, einen geeigneten Stellplatz für die Mülltonnen zu finden, bei dem du weder von den Gerüchen noch von dem Aussehen gestört wirst. 
  • Einfriedung: Es muss nicht immer ein teurer Zaun oder eine Mauer sein, um einen Sichtschutz und eine Abgrenzung zum Nachbargrundstück herzustellen. Auch Stauden oder Sträucher eignen sich als Sichtschutz, und sollte es trotzdem der Zaun sein, dann passt sich ein Hüfthoher aus Holz immer gut in das Gesamtbild ein. 

Wer alles selbst macht, spart jede Menge!

Der Bau der Außenanlagen als letzter Schritt in deinem Projekt belastet das Bauherrenkonto noch einmal stärker. Wer alles von einer Fachfirma erledigen lässt, muss mit circa 20.000 Euro für die Außenanlagen rechnen, je nach Aufwand und Wünschen. Wer selbst Hand anlegt, spart sich den Arbeitslohn der Profis, was in der Regel ein Plus von mehreren Tausend Euros bedeutet. Allerdings müssen Hausbauende bedenken, dass Materialien und Geräte trotzdem bezahlt werden müssen, beim Letzteren lohnt es sich, diese auszuleihen, vor allem wenn es um Minibagger und Co. geht. 

Für die finale Phase solltest du deswegen lieber einen kleinen finanziellen Puffer einkalkulieren. 

Veröffentlicht am 
Aug 11, 2021

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