Der Rasen nach Neubau - Worauf du achten musst

Der Rasen nach Neubau - Worauf du achten musst

Das Traumhaus steht – aber mit dem Blick aus dem Fenster sehen frisch gebackene Hausbesitzer und -besitzerinnen ein braunes Brachland in ihrem Garten. Während der Bauphase kümmern sich die wenigsten Bauherren und -herrinnen um die Außengestaltung. Was aber, wenn im nächsten Sommer schon ein schöner, satter Rasen grünen soll? Wie der perfekte Rasen angelegt wird, welche Rasensamen die besten sind und wie das flächendeckende Grün gepflegt werden sollte, sind nur einige Fragen, die sich Hausbauende stellen. 

Auf die Gegebenheiten kommt es an!

Nicht überall wächst der perfekte Rasen – deswegen sollten sich Hausbesitzer und -besitzerinnen, bevor es an die Aussaat des Rasens geht, genau informieren, welche Rasensorte bei ihnen im Garten passend und welche Bodenbeschaffenheit gegeben ist. In vielen Fällen ist noch der Erdaushub aus tieferen Schichten vorhanden, der auf der Baustelle zwischengelagert wird. Dieser ist nur bedingt als Untergrund für den perfekten Rasen nutzbar. 

In der Regel entwickeln sich Rasengräser am besten in gelockerten und durchlüfteten Böden. Hier bilden sie schnell feste Triebe und die Wurzelbildung wird beschleunigt. Lehmböden mit einem hohen Sandanteil sind gut für die Rasengräser geeignet, da die Nährstoff- und Wasserversorgung hier optimal gegeben ist. Dagegen sind Böden mit reinem Sandanteil wenig förderlich für das Wachstum aufgrund der zu niedrigen Wasser- und Nährstoffspeicherung.

Mithilfe einer pH-Wert-Messung können Hausbesitzer und -besitzerinnen bestimmen, wie sauer oder basisch die heimische Erde ist. Ein niedriger pH-Wert weist auf einen sauren Boden hin, auf dem sich zum Beispiel Moos wohlfühlt. Der optimale pH-Wert für Rasengräser beträgt 5,5 bis 6,5. Diese Tests können Interessierte schon für wenig Geld im Handel erwerben.

Lieber Sport- und Spielrasen oder Schattenrasen?

Wer langfristig einen perfekten Rasen haben möchte, der sollte auf seine Eigenschaften achten, denn nicht jeder Rasen verträgt die gleichen Belastungen. Der Fachhandel hat da aber vorgesorgt und verschiedene Rasensortenmischungen parat. Diese sollten im besten Fall den RSM-Standard (Regelsaatgutmischungen) entsprechen. Das ist ein genormtes Gütesiegel, welches die Mischungen durch unabhängige Labore prüfen lässt. Somit ist garantiert, dass die Grasarten und -sorten den notwendigen Anforderungen entsprechen. 

Im Fachhandel finden Käufer und Käuferinnen diese gängigen Bezeichnungen für Samenmischungen, wobei nicht alle eben erwähntes Gütesiegel besitzen. 

Zierrasen

Wer sich einen schönen Vorgarten wünscht, der sollte auf eine Zierrasen-Mischung setzen. Diese setzen in der Regel auf langsam wachsende Ziergräser, die weniger beanspruchbar sind. Die Mischungen bestehen vorrangig aus feinen Grasarten wie Weißes und Rotes Straußgras, Horst-Rot-Schwingel und andere. 

Sport- und Spielrasen oder Gebrauchsrasen

Diese Mischung ist besonders für beanspruchte Rasenflächen geeignet, da sie robust und schnell wachsend ist. Sie kann auch für Lücken und zum Auffüllen von kahlen Rasenflächen genutzt werden. In der Regel ist sie pflegeleicht und überzeugt mit kräftigem grünem Wachstum. Die Mischungen beinhalten größtenteils Ausdauerndes Weidelgras und Wiesenrispe, die die perfekte Kombination für den heimischen Spielplatz bieten. 

Schattenrasen

Wie der Name schon sagt, eignet sich diese Mischung für schattige Flächen. Die Rasenmischung selbst kommt dann mit geringeren Lichtverhältnissen aus und ist trotzdem größtenteils resistent gegen Moos und Unkraut. Schattenrasen ist jedoch empfindlicher im Trittverhalten, weswegen der Rasen nicht zu kurz geschnitten werden sollte. In dieser Rasenmischung finden Hausbesitzer und -besitzerinnen unter anderem Deutsches Weidelgras, Längerrispe, Gewöhnlicher Rot-Schwingel usw. 

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Die schnelle Variante – Rollrasen

Für diejenigen, die direkt einen makellosen Rasen haben möchten, ist Rollrasen die beste Alternative. Dieser wird auf großen Rasenplantagen gezogen und daraufhin abgeschält und in Rollen direkt zum Kunden geliefert. Dabei weist der Rollrasen in der Regel eine sehr gute Qualität und Dichte auf. Entgegen der allgemeinen Meinung ist er jedoch nicht direkt belastbar, sondern erst nach zwei bis drei Wochen nach Verlegung. Besonders bei Hausbauenden, die schnell ein stimmiges Gesamtbild zwischen Traumhaus und Garten schaffen wollen, ist diese Variante beliebt.

Rollrasen gibt es wie Rasensamen in verschiedenen Varianten zu kaufen, sodass für jeden etwas dabei ist. Die schnelle und unkomplizierte Rasenanlage hat aber ihren Preis: Bauherren und -herrinnen bezahlen im Durchschnitt 5 bis 9 Euro für die unterschiedlichen Rasensorten in Bahnen. 

Wie säe ich meinen Rasen neu?

Wenn Hausbauende so weit sind und damit beginnen können, den Rasen anzulegen, dann ist der Großteil des Bauprojektes geschafft. Einen Rasen anzulegen, ist aber nicht so einfach, wie alle denken. Verschiedene Faktoren beeinflussen, wie gut der Rasen letztendlich wächst und vor allem die Saatzeit hat einen entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis. Rasen sollte im Idealfall im April oder Mai beziehungsweise im September ausgesät werden. 

Die Vorbereitung

Bevor der Rasen großflächig gesät werden kann, muss der Boden ausreichend vorbereitet werden. Hier sollte genügend Zeit eingeplant werden, damit am Ende das perfekte Ergebnis erzielt wird. Die Vorbereitung des Bodens erfolgt in der Regel in drei Schritten:

  1. Schritt: Boden lockern und planieren

Im ersten Schritt sollte der Boden gelockert und damit eine krümelige Oberfläche erreicht werden, die später dann mit einer Harke planiert, also geebnet wird. Dadurch werden Steine, Unkraut und andere Reste aus dem Boden entfernt. 

  1. Schritt: Boden natürlich rückverdichten oder walzen

Die Oberfläche sollte sich rückverdichten, indem sie sich über einen längeren Zeitraum setzt. Wer diesen Vorgang beschleunigen möchte, tritt die Bodenoberfläche mit Trittbrettern oder einer Walze fest. Möchten Hausbesitzer und -besitzerinnen Muster oder Ähnliches im Rasen vornehmen, dann sollten sie dies in diesem Schritt tun. 

  1. Schritt: Harken und planieren

Im letzten Schritt vor der Aussaat wird der Boden mittels Harke noch einmal von Steinen, Unkraut und Wurzeln befreit und gelockert. Unebenheiten werden ebenfalls nochmal ausgeglichen. 

Rasensamen ausbringen 

Ist der Boden vorbereitet, kann die Aussaat beginnen. Diese kann entweder per Hand oder per Streuwagen erfolgen, beides hat sowohl Vor- als auch Nachteile. 

Per Hand können vor allem kleine Flächen gesät oder Ausbesserungen vorgenommen werden. Im Allgemeinen ist es per Hand sehr viel schwieriger, eine gleichmäßige Samenverteilung zu gewährleisten. Wer auf diese Weise die Samen verteilen möchte, der misst die für einen Quadratmeter notwendige Menge an Samenkörnern ab und verteilt diese gleichmäßig in Längs- und Querreihen, also kreuzweise. Am besten orientieren sich Hausbesitzer und -besitzerinnen an einzelnen Quadraten, die sie nacheinander abarbeiten. 

Per Streuwagen ist eine gleichmäßige Verteilung möglich, solange der Streuwagen richtig eingestellt ist. Auch hier macht es Sinn, die Samen kreuzweise zu verteilen. 

Das richtige Bewässern

Damit ein optimales Wachstum gewährleistet ist, ist es wichtig, dass der Rasen kontinuierlich bewässert wird. In der Regel sollte er mindestens einen Monat lang täglich bewässert werden. Am besten eignen sich hierfür Rasensprenger und der feinste Strahl eines Gartenschlauches. 

Die Pflege macht's!

Um seinen Rasen immergrün und perfekt zu haben, ist ein wenig Pflege notwendig. Dazu gehört vor allem das regelmäßige Mähen, wobei beim ersten Schnitt des frischen Rasens Vorsicht geboten ist, dieser sollte zu Beginn nicht zu kurz geschnitten werden, da sonst Wurzeln mit rausgerissen werden könnten. 

Zwei- bis dreimal im Jahr sollte der Rasen mit einem passenden Dünger die notwendige Nährstoffzufuhr erhalten. 

Veröffentlicht am 
Oct 6, 2021

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