Klinkerfassaden: Vor- und Nachteile, Kosten, Dämmung
18/4/2024

Klinkerfassaden: Vor- und Nachteile, Kosten, Dämmung 

Klinkerfassaden gehören im Norden Deutschlands und in Teilen Skandinaviens zum Must-Have beim Hausbau: Kein Wunder, denn Klinkerfassaden überzeugen durch ihre Langlebigkeit und Witterungsbeständigkeit gegenüber (extremen) Wettereinflüssen. 

Deswegen entscheiden sich immer mehr Bauherr:innen außerhalb dieser Breitengrade dazu, ihr Haus mit einer verklinkerten Fassade robuster zu machen und durch die große Auswahl an verschiedenen Farben und Optiken zu verschönern. Welche weiteren Vorteile eine Klinkerfassade bietet und wie sie gedämmt wird, erfährst du in unserem Ratgeber.  

Was ist eine Klinkerfassade?

Eine Klinkerfassade ist eine Verkleidung für die Außenwand von Häusern, die aus Klinkersteinen oder -ziegeln besteht. Diese Ziegel werden aus speziellen Tonmischungen hergestellt und bei hohen Temperaturen gebrannt, sodass sie nahezu kein Wasser mehr aufnehmen können. Das Ergebnis ist eine robuste, langlebige und ästhetisch ansprechende Oberfläche mit natürlicher Farben- und Strukturvielfalt. 

Klinkerfassaden sind vor allem im Norden Deutschlands weit verbreitet aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Witterungseinflüsse, Feuer und Schädlingsbefall. Sie bieten außerdem eine gute Wärmedämmung und erfordern wenig Wartung. 

Welche Vor- und Nachteile hat eine Klinkerfassade?

Insbesondere im Norden Deutschlands setzen Bauherr:innen auf verklinkerte Fassaden, da sie guten Schutz vor (extremen) Witterungseinflüssen bieten. 

Weitere Vorteile der Klinkerfassade sind: 

  • guter Feuchtigkeitsschutz
  • erhöhter Schallschutz
  • geringer Wartungsaufwand
  • lange Lebensdauer

Auch wenn die Klinkerfassade durch ihre Langlebigkeit überzeugt, ist der größte Nachteil die höheren Anschaffungskosten im Gegensatz zur Putzfassade. Außerdem ist die Fassade im Schadensfall, wenn z.B. Fugenrisse oder undichte Stellen entstehen, aufwändiger zu reparieren. Das Risiko ist in der Regel jedoch gering.  

Warum ist eine Klinkerfassade besser als eine Putzfassade?

Eine Klinkerfassade bietet im Vergleich zu einer Putzfassade mehrere Vorteile. Erstens ist sie äußerst langlebig und widerstandsfähig gegenüber Witterungseinflüssen, Feuer und Schädlingsbefall. Die robuste Natur der Klinkersteine gewährleistet eine lange Lebensdauer und erfordert wenig Wartung. Zweitens bietet eine Klinkerfassade eine natürliche Ästhetik mit einer Vielzahl von Farbvariationen und Texturen, die eine zeitlose und elegante Optik bieten. Zudem ist sie im Vergleich zu einer Putzfassade weniger anfällig für Risse und Abplatzungen. Schließlich bietet eine Klinkerfassade eine verbesserte Wärmedämmung und somit eine höhere Energieeffizienz, insbesondere wenn sie mit modernen Dämmmethoden kombiniert wird.

Wie viel kostet eine Klinkerfassade?

Die Kosten für eine Klinkerfassade setzen sich aus dem Materialaufwand und den Arbeitskosten zusammen. Je nach Aufwand für Dämmung und Anbringung der Klinker bzw. Verfugung entstehen verschieden hohe Kosten. Für eine einfache Klinkerfassade in standardisierter Optik müssen Bauherren rund 160 bis 170 Euro pro Quadratmeter und mehr einplanen. Besonders exklusive Klinkersteine können auch bis zu 300 Euro pro Quadratmeter kosten, ohne Lohnkosten. 

Eine hinterlüftete Klinkerfassade kann bis zu 400 Euro pro Quadratmeter kosten. 

Wie lange hält die Klinkerfassade?

Klinkersteine überzeugen mit ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber (extremen) Wettereinflüssen, und das über Jahre hinweg. Klinkerfassaden halten in der Regel über 100 Jahre. Dabei behalten die Steine mit besserer Qualität ihre Farbe und Beständigkeit. 

Verklinkerte Fassaden lassen sich problemlos streichen und so die Optik verändern, damit es Hausbesitzer:innen lange gefällt.  

Wie wird eine Klinkerfassade gedämmt?

Klinkerfassaden können auf verschiedene Arten gedämmt werden: Grundsätzlich wird jedoch auf die angebrachte Dämmschicht der eigentliche Klinker als Sichtmauerwerk gesetzt. 

Eine gängige Methode zur Dämmung ist die Verwendung von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) ist. Bei dieser Methode wird eine Dämmschicht, typischerweise aus Polystyrol oder Mineralwolle, auf die Außenwand aufgebracht und mit einem Putzsystem oder einer zusätzlichen Schicht Klinker verkleidet. Alternativ können auch Hinterlüftungssysteme eingesetzt werden, bei denen die Dämmung hinter den Klinkersteinen angebracht wird, wodurch eine Luftschicht entsteht, die zur Wärmedämmung beiträgt. 

Die Wahl der Dämmmethode hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der örtlichen Baustandards, der Bauweise des Gebäudes und vieles mehr. 

Was ist der Unterschied zwischen Klinker und Klinkerriemchen?

Klinker und Klinkerriemchen sind beide Verkleidungsmaterialien für Fassaden. Klinkerriemchen werden aber auch in Innenräumen als Wandverkleidung eingesetzt, um Tapete oder Putz zu ersetzen.

Klinker sind massiv gebrannte Ziegelsteine, die robust, langlebig und feuerfest sind. Riemchen hingegen werden aus Ziegelsteinen in rund 10 bis 20 mm dicke Scheiben gesägt, und auf die Fassade geklebt und dann verfugt. Beide Arten verleihen dem Gebäude einen rustikalen und natürlichen Charme.  

Klinkerriemchen sind häufig kostengünstiger als Klinker, mittlerweile gibt es sie vielen verschiedenen Designs und Farben. Außerdem sind sie leichter zu installieren. Kostenbewusste Bauherr:innen, die sich die Optik einer Klinkerfassade wünschen, nutzen die Klinkerriemchen als Alternative.

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Über den Autor
Sabrina Wallbaum
Content- & SEO-Managerin
Sabrina ist für alle Inhalte auf hausbaukurs.de und auf sozialen Medien zuständig. Neben ihrem Fachwissen als Immobilienkauffrau lässt sie in unsere Ratgebertexte jede Menge Leidenschaft für das Schreiben und Recherchearbeit einfließen, sodass unsere Leser:innen immer genau die Infos rund um ihr Anliegen finden, die sie gerade benötigen.

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