Hausbau: News und Trends KW 17

Hausbaunews KW 17 (25.04.2022-01.05.2022)

Aktuelle Nachrichten aus der Bau- und Immobilienbranche mit allen Informationen und Trends für (angehende) Bauherren und -herrinnen.

Wegen dieser 4 Gründe hat die Baubranche Angst

Die Situation in der Baubranche spitzt sich immer weiter zu – Handwerker, Bauunternehmen und auch private Bauherren und -herrinnen stehen teilweise vor geplatzten Aufträgen, fehlenden Materialien und einer ungewissen Zukunft, was die Finanzierung der großen und kleinen Projekte angeht. Besonders vier Gründe treiben die Angst der in der Baubranche Beteiligten richtig an. 

Rohstoffpreise steigen kontinuierlich

Spitzenreiter bei den Steigerungen für Rohstoffe ist das Bauholz, das im Vergleich zum Vorjahr eine Preissteigerung von über 100 Prozent verzeichnet, aber auch Stahl, Kupfer und Dämmstoffe steigen weiter im Preis an. Für die Unternehmen, die mit Festpreisen arbeiten, wirtschaftlich untragbar. 90 Prozent der deutschen Unternehmen sehen die Preissteigerungen als großes Problem an. Das ergab eine Umfrage des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie. 

Materiallieferungen sind ungewiss

Teilweise stehen Bauunternehmen, Handwerker und private Bauherren und -herrinnen auf einer leeren Baustelle, da wichtige Baumaterialien fehlen. Besonders der aktuelle Ukraine-Krieg und die letzten zwei Jahre in der Corona-Krise haben Lieferengpässe verursacht, die schwer wieder aufzuholen sind. Aber Not macht erfinderisch, immer mehr Baumaterialien werden recycelt, wie zum Beispiel Kies, Sand oder Beton. 

Erhöhte Zinsen 

Die letzten Jahre bewegte sich das Zinsniveau auf einem historischen Tiefpunkt – diese Zeiten sind vorbei. Im April wurde erstmals wieder die 2-Prozent-Marke geknackt und laut Experten könnte sich der Trend dieses Jahr auf zwei bis drei Prozent einpendeln. Viele Bauherren und -herrinnen verschieben deswegen erstmal ihre Projekte und bereits bestehende Aufträge werden storniert. 

Veränderte staatliche Förderbedingungen

Seit Anfang des Jahres kommt die KfW mit der Antragsflut für ihre Förderungen nicht hinterher. Erst letzte Woche gab es nach wenigen Stunden wieder einen Antragsstopp. Darunter leiden Bauherren und -herrinnen bundesweit. Um jetzt noch eine Förderung für ein effizientes Gebäude durch die KfW zu erhalten, müssen Hausbauende umfangreiche Maßnahmen im Rahmen eines Nachhaltigkeitszertifikats nachweisen. 

Quelle: https://www.focus.de/immobilien/bauen/baubranche-fuerchtet-krise-material-knapp-preise-hoch-deshalb-werden-in-deutschland-weniger-haeuser-gebaut_id_86683511.html

Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen ändern sich

Bauherren und -herrinnen, die sich während des Hausbaus für eine Photovoltaikanlage entscheiden, müssen in Zukunft mit veränderten Einspeisevergütungen rechnen. Die lohnen sich vor allem für Volleinspeiser. 

In der vergangenen Zeit wurden PV-Anlagen im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Energiequellen nur wenig gefördert. Besitzer und Besitzerinnen mussten oder müssen sich deswegen auf das verlassen, was sie mit dem erzeugten Strom, entweder für den Eigengebrauch oder durch die Einspeisevergütung, verdienen. 

In Zukunft soll es zwei Tarife geben, für Volleinspeiser und für solche, die den Strom auch teilweise selbst nutzen. Volleinspeiser erhalten dabei zum Beispiel bis zu einem Megawatt Leistung eine Einspeisevergütung von 8,1 Cent pro Kilowattstunde. Im Vergleich dazu bekommen Eigentümer und Eigentümerinnen, die den Strom teilweise selbst nutzen nur 5,36 Cent pro Kilowattstunde. 

Ab wann diese Einspeisevergütungen gelten könnten, wird durch das Ministerium, den Bundestag und die EU erst Ende April abgestimmt. 

Quelle: https://wohnglueck.de/artikel/einspeiseverguetung-pv-anlagen-74046

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Hauptverband der Bauindustrie fürchtet Kurzarbeit

Eigentlich konnte sich die Baubranche Anfang des Jahres nicht über Umsatzeinbußen oder Ähnliches beschweren. Die anhaltend gute Auftragslage und die milden Temperaturen sorgten in den ersten Monaten von 2022 für ein Umsatzplus. 

Allerdings hat sich das laut Müller, einem der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Bauindustrie, bereits geändert. „Die bis Februar hohe Bautätigkeit spiegelt natürlich noch nicht die aktuelle Situation wider. Die durch den Ukraine-Krieg verursachten Lieferengpässe und Preissteigerungen bei Baumaterial sind hier noch nicht zu sehen. Die Ergebnisse unserer aktuellen Verbands-Umfragen deuten aber auf Verzögerungen bei einzelnen Projekten hin, dies meldeten immerhin 70 Prozent der Umfrage-Teilnehmer. Hinzu kommt, dass 30 Prozent angaben, von Stornierungen betroffen zu sein. 40 Prozent berichteten sogar, dass der Auftraggeber sein Projekt erst einmal zurückgestellt hat. Für die kommenden Monate ist dies eine bedenkliche Situation. Wir stellen uns darauf ein, dass Unternehmen bald Kurzarbeit anmelden müssen“, so Müller in einer veröffentlichten Pressemitteilung des Hauptverband der Bauindustrie. 

Was das für Auswirkungen auf private und gewerbliche Bauvorhaben hat, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Es müssen sich aber voraussichtlich alle Bauenden auf weiteren Handwerkermangel gefasst machen. 

Quelle: https://www.bauindustrie.de/pm/bau-startet-gut-ins-jahr-jetzt-drohen-probleme-und-kurzarbeit

Über die Zukunft des Bauens

In einem Interview mit der Welt sieht Bauingenieur und Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen Werner Sobek keine Chance mehr für die Bauweisen der alten und derzeitigen Häuser. Er fordert ein radikales Umdenken in der Baubranche, das mehr als schnell kommen muss. Seine Forderungen betreffen vor allem emissionsfreie Gebäude und elektrische Städte. 

Materialeinsatz reduzieren

Ob nachhaltiges und energieeffizientes Bauen funktioniert, hängt nicht nur von der Wärmedämmung ab. Sobek sieht es vielmehr darin, den Materialeinsatz von Gebäuden zu minimieren und die Recyclingfähigkeit der Materialien zu verbessern. Außerdem sollten beim Bau die Emissionen, „die bei der Herstellung, beim Betrieb und beim Um- und Rückbau der Gebäude entstehen“, stärker in den Fokus rücken, so Sobek. Die Welt habe zunächst einmal ein Emissionsproblem und zweitrangig ein Ressourcenproblem. 

Holz nicht so nachhaltig wie gedacht

Für Stahl, Zement und Beton werden in der Regel intensive Herstellungsprozesse benötigt, die einen hohen Energieaufwand bedeuten und große Mengen an schädlichen Emissionen freisetzen. Holz dagegen hat den Ruf, heimisch, nachhaltig und nachwachsend zu sein. Aus diesen Gründen greifen viele auf den natürlichen Baustoff zurück. Allerdings ist Holz nicht so nachhaltig wie alle denken. Dazu Sobek: „Wenn man, im Gedenken an Hans Carl von Carlowitz, dem ‚Erfinder‘ der Nachhaltigkeit, für jeden gefällten Baum sofort einen neuen Setzling pflanzt, dann stellt man fest, dass dieser über viele Jahre hin weit weniger Kohlendioxid bindet als sein gefällter Vorgänger es in derselben Zeitspanne getan hätte. Dadurch entsteht der von mir als CO₂-Bindungslücke bezeichnete Rückgang der dringend benötigten CO₂-Bindungsleistung der Wälder. Und das ist etwas, was wir eigentlich unbedingt vermeiden müssen. Wir unterbrechen mit dem Fällen und Verarbeiten des Baumes den großen Kreislauf in, atmosphärentechnisch gesehen, ungünstiger Weise“. Darüber hinaus wird das Holz bei der Verwertung verbrannt, was ebenfalls nicht umweltfreundlich ist. 

Die Zukunft des Bauens

Sobek plädiert für eine neue Art von Wohnen, fernab von einheitlichen Mehr- oder Reihenhauskomplexen. „Wir brauchen neue Wohnformen mit kurzen Wegen, ein intergenerationales Wohnen, wo die Alten auf die Kinder aufpassen und die Studierenden den Rentnern den Sprudel hochtragen. Und vieles mehr.“ Dazu müssten aber viele Regeln und Gesetze geändert oder abgeschafft werden, unter anderem auch die strengen Vorschriften in den Bebauungsplänen, bei Brand-, Schall- oder Wärmeschutz. In Ländern, wo dies ohnehin finanziell nicht machbar sei, würden ökologischere Neubauten errichtet werden als hierzulande, so Sobek. 

Quelle: https://www.welt.de/wirtschaft/nachhaltigkeit/article238139671/Bauingenieur-Werner-Sobek-Koennen-Haeuser-nicht-mehr-bauen-wie-wir-sie-in-den-vergangenen-Jahren-gebaut-haben.html

Veröffentlicht am 
2.5.2022

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