Hausbau: News und Trends KW 15

Hausbaunews KW 15 (11.04.2022-17.04.2022)

Aktuelle Nachrichten aus der Bau- und Immobilienbranche mit allen Informationen und Trends für (angehende) Bauherren und -herrinnen.

Bauzinsen knacken wieder Rekordmarke

Sich ein eigenes Heim zu finanzieren wird immer teurer: Das ist nichts Neues. Steigende Baustoff- und Grundstückspreise bereiten (angehenden) Bauherren und -herrinnen bereits seit längerem Kopfschmerzen. Jetzt kommt aber ein weiteres Problem dazu – auch die bisher günstigen Zinsen steigen weiter an. 

Die Zinswende hat begonnen – am 01. April 2022 lag der Basiszins erstmals wieder über zwei Prozent. Miriam Mohr als Vorständin beim Finanzunternehmen Interhyp stellt fest: „Allein im März verteuerten sich zehnjährige Darlehen um rund 0,5 Prozentpunkte“. Schuld daran, ist nicht wie viele vermuten der aktuell andauernde Ukraine-Krieg: Der Aufwärtstrend zeichnete sich schon im letzten Jahr ab. „Dass sie so schnell so stark steigen, kam für den Markt aber unerwartet“, so Mohr.

Entwicklung bis drei Prozent

Stärkster Treiber des Bauzinsaufschwungs ist die Inflation, die bereits Ende des Jahres 2021 in Deutschland bei 5,3 Prozent lag. Die Experten und Expertinnen von Interhyp schätzen für das Jahr 2022 laut Mohr „2,5 bis 3 Prozent für zehnjährige Darlehen bis Jahresende für realistisch“. Im Gegensatz zu früheren Jahren ist der Zins immer noch vergleichsweise niedrig, dafür waren Immobilien auch nicht so teuer wie heute. Bauende sollten diesen Zeitpunkt womöglich noch ausnutzen. 

Jetzt aktiv in die Anschlussfinanzierung 

Sowohl für (angehende) Bauherren und -herrinnen als auch für Hausbesitzer und -besitzerinnen spielt die Entwicklung der Zinsen eine große Rolle. Finanzexperten raten Bauenden dazu, sich mehrere Angebote von verschiedenen Banken einzuholen, um sich die besten Zinskonditionen zu sichern. 

Diejenigen, die bereits ein Haus abbezahlen, sollten sich rechtzeitig vor Ablauf um die Anschlussfinanzierung kümmern. Dabei sind Hausbesitzer und -besitzerinnen vor allem mit einem Forward-Darlehen gut bedient. Dieses wird mit den aktuellen Zinsen abgeschlossen und greift ab dem Zeitpunkt, wenn die alte Finanzierung ausläuft. Dafür berechnen die Banken allerdings einen Aufschlag. „Jetzt ist die Zeit, sich ein Forward-Darlehen zu sichern“, äußert Herbst, Finanzexperte bei der Frankfurter Finanzberatung FMH: “Die Forward-Aufschläge haben auf die Zinsentwicklung noch nicht reagiert und liegen derzeit bei durchschnittlich 0,01 Prozent pro Monat. Die Zusatzkosten sind also gering. Geringer vor allem als der Anstieg der Zinsen, den wir in den nächsten Monaten erwarten dürfen.“

Quelle: https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/baufinanzierung-kredite-fuers-haus-werden-immer-teurer-was-nun-a-dd263d6e-3b1b-4f9e-823a-ddee9226d442

Nachbarschaftshilfe oder Schwarzarbeit? 

Viele Bauende packen gemeinsam mit Freunden, Verwandten und Bekannten selbst mit auf der Baustelle an. Häufig arbeiten diese gemeinsam über mehrere Monate Hand in Hand am Hausbauprojekt. Wenn der Nachbar, der Elektromeister ist, dafür womöglich einen Obolus bekommt, kann es für Bauherren und -herrinnen gefährlich werden. Immer häufiger werden private Baustellen von den Behörden kontrolliert, um Schwarzarbeit auf die Schliche zu kommen. 

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht – deswegen sollten Bauende beim Thema „Nachbarschaftshilfe“ lieber zweimal prüfen, ob die Vereinbarung mit dem oder den Helfern nicht doch eher unter Schwarzarbeit fällt. Nicht nur, dass für solche Tatbestände hohe Bußgelder gefordert werden, auch Sozialversicherungsbeiträge und Steuern müssen in bestätigten Fällen nachträglich geleistet werden. 

Ab wann wird es illegal?

Die Grenzen zwischen Nachbarschaftshilfe oder Schwarzarbeit können dabei fließend sein, wobei Schwarzarbeit immer eine Gewinnerzielungsabsicht voraussetzt – sprich eine Gegenleistung in Form von Geld oder Gegenständen. Arbeiten, die ohne des Wissens von Behörden, wie zum Beispiel dem Sozialamt oder der Agentur für Arbeit, oder außerhalb eines Gewerbes erledigt werden, fallen in der Regel unter den Tatbestand der Schwarzarbeit. Dabei ist es egal, ob es der Nachbar ist, der das Badezimmer fliest, oder die Firma aus Osteuropa. 

Unentgeltliche Nachbarschaftshilfe

Werden Angehörige, Nachbarn oder Freunde, die auf dem Bau mithelfen, nicht entlohnt, dann handelt es sich um eine Gefälligkeit, die nicht als Schwarzarbeit bewertet wird. Dennoch haben Bauherren und -herrinnen unter anderem die Pflicht, die Bauhelfer und -helferinnen bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft zu melden und zu versichern. Außerdem müssen sie dafür Sorge tragen, dass sich niemand auf der Baustelle verletzt und die Unfallverhütungsvorschriften eingehalten werden. 

Schwarzarbeit lohnt sich nicht

Eine Umfrage unter den Deutschen bestätigt, dass fast jeder Fünfte schon einmal einen Handwerker ohne gültige Rechnung beauftragt hat (vgl. forsa-Studie). Viele Bauherren und -herrinnen entscheiden sich für diesen Weg, um Kosten einzusparen. Diese Rechnung geht häufig jedoch nicht auf: Wer auf dem Bau Schwarzarbeit beauftragt, der muss damit rechnen, dass Baumängel entstehen, für die es keinen Gewährleistungsanspruch gibt. Sprich – Hausbauende haben keine Möglichkeit, die schwarzarbeitende Firma oder die beauftragte Person zur Rechenschaft zu ziehen. Und das kann am Ende teurer werden als die ordnungsgemäße Rechnung des Handwerkers. 

Quelle: https://www.hurra-wir-bauen.de/ratgeber/baufinanzierung/schwarzarbeit-am-bau.html?msclkid=d6aac882bbda11ec99b7e8bb7b404d45

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IKEA mischt bei Solaranlagen mit

Wer hätte es gedacht - aber auch das schwedische Lieblingseinrichtungshaus setzt vermehrt auf die Vermarktung von Solaranlagen für den Endverbraucher. Darüber hinaus engagiert sich der Möbelriese für die Errichtung von Solarparks in Deutschland und Spanien. 

Rund 340 Millionen Euro des schwedischen Konzerns fließen in das nachhaltige Investment der Solarparks. Gemeinsam mit dem Partner Enerparc plant IKEA vier deutsche und fünf spanische Solarparks mit jeweils 160 und 140 Megawatt Leistung. Mit dem energetischen Gewinn könnten circa 140.000 europäische Haushalte mit Strom versorgt werden, wobei die Stromproduktion vorrangig für die Einrichtungshäuser und Lager des Einrichtungshauses in den beiden Ländern dienen soll. 

Das ist noch nicht alles – Mithilfe des Kooperationspartner Svea Solar bietet IKEA auch Solaranlagen für den Endverbraucher an. Hierbei handelt es sich um drei Komplettlösungen, die unter der Bezeichnung „Solstråle“ verkauft werden. Es gibt eine kleine Photovoltaik-Anlage mit acht Modulen, die rund 3,2 Kilowatt-Peak erzeugen kann. Diese schlägt mit einem Preis von 9.200 Euro zu Buche, inkl. Beratung und Montage. Wer sich eine größere Leistung wünscht, kann sich entweder für das Modell mit 18 oder 28 Solarmodulen entscheiden. Hier kann dann eine Leistung von 7,2 oder 11,2 Kilowatt-Peak erreicht werden. Die Kosten für die Anlagen sollen bei 13.500 und 17.400 Euro liegen. 

Die Anlagen können aber nicht im Einrichtungshaus selbst, sondern über den Vertragspartner Svea Solar erworben werden. Dazu müssen sich Interessierte zunächst über die IKEA-Website ein Angebot einholen. Daraufhin erfolgen eine kostenlose Erstberatung und die Planung sowie Montage der entsprechenden Anlage. 

Quelle: https://www.haus.de/news/photovoltaik-von-ikea-das-steckt-dahinter-di-34310

Rückgang beim Wohnungsbau 2022 

Experten aus der Baubranche prognostizieren auch für den deutschen Wohnungsbau im Jahr 2022 dunkle Zeiten. Viele Bauvorhaben würden laut der Branchenvertretern aufgrund der unkalkulierbaren Kosten verschoben werden. 

Der Ukraine-Krieg, die Corona-Pandemie und ebenso der Preisanstieg bei Baumaterialien sowie die Rohstoffknappheit machen auch beim Wohnungsbau kein Halt. Sowohl für die auftraggebenden als auch die ausführenden Unternehmen bringt das einige finanzielle Schwierigkeiten mit sich. Die Folge ein massiver Einbruch des Wohnungsbaumarktes, wie der Direktor des Verbands der bayerischen Wohnungswirtschaft (vdw), Hans Maier, gegenüber der Deutschen Presseagentur prognostiziert. 

Der Schwesternverband VNW sieht ebenfalls diese Probleme: “86 Prozent der Wohnungsgenossenschaften und der sozial orientierten Wohnungsgesellschaften in Norddeutschland schätzen die Aussichten für den Neubau derzeit als schlecht beziehungsweise als sehr schlecht ein”. Deswegen sollen rund 60 Prozent der Neubauprojekte verschoben werden. Das gilt überwiegend für kommunale und soziale orientierte Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften.

Quelle: Baubranche erwartet massiven Einbruch beim Wohnungsbau (handelsblatt.com)

Veröffentlicht am 
19.4.2022

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