Hausbau: News und Trends KW 4
January 23, 2023

Hausbaunews KW 4 (16.01.2023 - 22.01.2023) 

Aktuelle Nachrichten aus der Bau- und Immobilienbranche mit Informationen und Trends für Bauende und alle, die es noch werden wollen.

Immobilienkauf selbst für Gutverdiener schwierig

Wer über ein höheres Einkommen verfügt, kauft sich automatisch eine Immobilie? Eine neue Studie zeigt, dass das in aktuellen Krisenzeiten nicht länger gilt. Denn auch Gutverdiener können sich aufgrund gestiegener Zinsen und höherer Baustoffpreise immer weniger den Traum vom Eigenheim leisten. 

Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) stellt in ihrer aktuellen Studie fest, dass sich ein Paar mit einem mittleren Nettoeinkommen von rund 3.700 Euro weniger als ein Drittel der angebotenen Immobilien leisten könne. Anfang des vorherigen Jahres lag diese Zahl noch bei gut 40 Prozent. 

Selbst für Paare, die über ein Einkommen von mehr als 5.000 Euro netto verfügen, werde der Immobilienkauf immer schwieriger. Die Experten des IW erklären, dass sich vor allem in Großstädten wie Berlin, Hamburg oder Düsseldorf die Anzahl an bezahlbaren Ein- und Zweifamilienhäusern halbiert habe. 

Warum der Immobilienkauf zunehmend unerschwinglicher werde, sei bekannt: höhere Energiekosten, steigende Zinsen und Baustoffpreise bei nahezu gleichbleibenden Immobilienpreisen. Das habe auch direkte Auswirkungen auf den Mietmarkt - dieser würde aufgrund der Tatsache, dass weniger Menschen in das Eigenheim ziehen können, zunehmend unter Druck geraten. 

Quelle: Immobilienkauf: Wohneigentum auch für Gutverdiener seltener bezahlbar | ZEIT ONLINE

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Neue Förderungen werden ab Juni bereitgestellt

Ein Großteil der Bauenden, die sich dieses Jahr an den Hausbau wagen, wartet auf die zugesicherten Fördertöpfe für ihr neues Eigenheim. Bundesbauministerin Geywitz kündigt die Eigentumsförderung, von der insbesondere Familien mit einem jährlichen Einkommen von bis zu 60.000 Euro zuzüglich 10.000 je Kind profitieren, ab Juni 2023 an. Trotzdem rechne sie mit weniger neugebauten Häusern. 

Baukindergeld nicht so wirkungsvoll

Die Bundesministerin sähe in einer Zinsverbilligung eine größere Förderwirkung als in jährlichen Direktzahlungen, wie es auf zeitonline.de heißt. Sie erklärt dazu: “Wir erreichen also eine höhere Förderwirkung pro eingesetztem Euro als beim Baukindergeld.” Dennoch sei in der Wohnungsbaubranche ein zunehmender Rückgang an neugebauten Wohnhäusern zu erwarten: “Bei Einfamilienhäusern sehen wir einen deutlichen Einbruch bei den Anträgen”, so Geywitz. Das ausgelaufene Baukindergeld, für das der Bund rund 9,9 Mrd. Euro zur Verfügung stellte, könne ein Grund dafür sein. 

KfW-Programme gestrichen

Die Bundesbauministerin stehe trotz Wohnungsneubaukrise weiterhin dazu, dass die Förderprogramme der KfW gestrichen wurden. Ihrer Meinung nach sei kein direkter Zusammenhang zwischen Förderzuschüssen und Fertigstellungen zu erkennen. Das sei in 2021 zu beobachten gewesen: Obwohl es perfekte Bedingungen für den Hausbau gab, seien die Fertigstellungszahlen nicht gestiegen, so Geywitz. 

Preise steigen an

Die krisengeplagte Branche müsse sich weiter mit steigenden Preisen für neue Immobilien auseinandersetzen. Die Bundesministerin erklärt: “Viel Fördergeld führt zu steigenden Preisen.”

Verbände fordern mehr Sicherheit für Baufamilien 

Mathias Schäfer als Präsident des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau wünscht sich von der Bundesregierung eine schnelle und verlässliche Entscheidung für die neue Familienförderung. Insbesondere der Bau des privaten Eigenheims brauche Verlässlichkeit und Sicherheit: “Nach dem Förderhickhack des letzten Jahres muss wieder Vertrauen bei Baufamilien und Bauwirtschaft einkehren.”

Quelle: Klara Geywitz: Bundesbauministerin kündigt neue Eigentumsförderung ab Juni an | ZEIT ONLINE

Bauzinsen 2023 besser planbar?

Viele Bauherren und -herrinnen erhoffen sich vom neuen Jahr eine bessere Planbarkeit für ihr Traumhausprojekt. Ulrich Kater als Chefvolkswirt der Sparkassengruppe ist optimistisch bezüglich der Bauzinsen. Am Mittwoch erklärte er auf der virtuellen Pressekonferenz des Sparkassenverbandes DSGV in Berlin, dass es jetzt wieder „besser möglich [sei], die Zinsen einzuschätzen – es geht nicht raketenmäßig weiter“. Das sorge womöglich auch im gewerblichen Bereich für eine bessere Planbarkeit und wiederum für einen Anstieg der Projekte. Kater dazu: „Die Kapazitäten sind ja auch wieder da.“

Im vergangenen Jahr hat der rasante Zinsanstieg in der gesamten Branche für zahlreiche Stornierungen gesorgt: Die Zinsen für Immobilienkredite stiegen bis zu vier Prozent an, die letzten Jahre waren rund ein Prozent üblich. 

Aktuelle Umfragen zeichnen ein düsteres Bild, wenn es um den Wohnungsbau in Deutschland geht. Circa ein Drittel der Wohnungen aus dem sozial orientierten Wohnungsbau werden dieses und nächstes Jahr voraussichtlich nicht gebaut. Laut dem Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW bedeute das ein Minus von 20.000 Wohnungen. Insgesamt werden nach Prognosen des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie nur circa 250.000 Wohnungen fertiggestellt. Demgegenüber steht die von der Bundesregierung gesetzte Anzahl von 400.000 neuen Wohnungen jährlich.

Quelle: Zinsen: Bessere Planbarkeit für Bauherren - IMMOBILIEN - DIE RHEINPFALZ

Neue Grundsteuer sorgt weiterhin für Ärger

Bis Ende des Monats muss die geänderte Grundsteuererklärung von Immobilieneigentümer und -eigentümerinnen abgegeben sein: Bisher liegen den Behörden aber nur circa 55 Prozent der Erklärungen vor. Unter anderem kritisiert der Bund der Steuerzahler die neue Berechnungsmethode für die Grundsteuererklärung, auch der größere Arbeitsaufwand für die Steuerzahler und -zahlerinnen sorgt immer für wieder für Diskussionen. Das Bundesfinanzministerium hat die Frist bereits von Ende Oktober 2022 auf Ende Januar 2023 verlängert. 

Einige Politiker, darunter Ulrich Lange von der CSU, fordern in der “Bild” eine Verlängerung der Frist zur Abgabe der Grundsteuererklärung:  „Die Frist für die Abgabe der Grundsteuererklärung muss verlängert werden“, erklärte er der Zeitung am Samstag. „Auch kann es nicht sein, dass Bürger und Betriebe gegängelt werden, der Bund aber für die eigenen Liegenschaften mit September eine Extrawurst bekommt.“ 

Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, siehe unter anderem viele Ungerechtigkeiten und eine deutliche Mehrbelastung für Grundstückseigentümer und -eigentümerinnen. „Deshalb werden wir die neue Grundsteuer in fast allen Bundesländern bis vors Bundesverfassungsgericht bringen“, so Holznagel. Unterstützung erhalte der Bund der Steuerzahler dabei vom Immobilieneigentümer-Verband “Haus und Grund”. Kai Wernecke als Verbandspräsident gibt an: „Die Grundsteuer ist viel zu kompliziert, intransparent und ungerecht.“

Quelle: Immobilien-Verband: „Grundsteuer ist kompliziert, intransparent und ungerecht“ - FOCUS online

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Über den Autor
Sabrina Wallbaum
Texterin
Texterin zum Thema Hausbau

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